Markt und Management

Studie

Die niederländische Kanzlei De Brauw Blackstone Westbroek vertritt fast doppelt so viele Top-Klienten wie ihre nächsten Wettbewerber. Das ist ein Ergebnis der jährlichen Erhebung "De Stand van de Advocatuur" des Amsterdamer KSU Verlags, die jetzt zum zehnten Mal erschienen ist.43 unter den 100 größten Unternehmen des Nachbarlandes arbeiten danach mit De Brauw zusammen. Gegenüber einer Anzahl von 35 aus dem Vorjahr und gegenüber 23 im Portfolio der nächstplatzierten Sozietät – Allen & Overy – konnte De Brauw ihre Spitzenstellung im Markt offensichtlich sogar ausbauen.

Personalien

Personalien Icon
Wer geht, wer kommt, was bleibt? Aktuelle Personalien, die den Markt bewegen - im übersichtlichen Newsticker! Alle ansehen
Inhouse

Die bisherige Leiterin der Rechtsabteilung der Deutschen Bahn, Margret Suckale, wechselt in den Vorstand des Unternehmens. Die 48-Jährige wird künftig die Personalentwicklung in dem Konzern verantworten.Die Berufung Suckales ist ein Ergebnis des jetzt abgeschlossenen Konzernumbaus.

Bereits im Januar haben sich Stephan Schuran (35), bis dahin Partner im Düsseldorfer Büro von Aderhold von Dalwigk Knüppel, und Dr. Lutz Schmidt (42), Wirtschaftsprüfer und Steuerberater der mit Aderhold assozierten WP-Gesellschaft RölfsPartner, selbstständig gemacht. Als Schmidt Schuran & Partner konzentrieren sich die beiden seitdem auf die interdisziplinäre Beratung zu Corporate- und M&A-Themen. Derzeit sind insgesamt zwölf Berufsträger, darunter sechs Partner, in der neuen Kanzlei tätig.

Ob es die ersten Zeichen des nahenden Frühlings sind? Kaum hat das neue Jahr begonnen, sprießt bei der BUNDESRECHTSANWLTSKAMMER ein zartes Pflänzchen Anwaltswerbung. Die Satzungsversammlung hat sich Ende Februar davon verabschiedet, dass nur mit Interessengebieten und Tätigkeitsschwerpunkten geworben werden darf. Zukünftig können Anwälte frei über Teilbereiche ihrer Berufstätigkeit informieren. Voraussetzung: Jeder einzelne Anwalt muss nachweisen können, dass er auf den genannten Gebieten in erheblichem Umfang tätig gewesen ist (siehe auch Kolumne auf Seite 18).Das war ein notwendiger Schritt. Doch genügt er nicht. Anwälte stehen immer stärker unter Druck, sich voneinander zu unterscheiden und ihre individuellen Erfahrungen und Fähigkeiten unter Beweis stellen zu können. Nicht nur, weil die Zahl der Anwälte weiter steigt: Die BRAK veröffentlichte Anfang März die neuesten Zahlen. Am 1. Januar 2005 waren hierzulande 132.569 Rechtsanwälte und 179 Rechtsanwalts-GmbHs registriert - ein Anstieg um 4,56 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mehr Werbemöglichkeiten sind auch notwendig, um sich gegenüber anderen Beratern behaupten zu können. So hat der BGH beispielsweise Ende Februar entschieden, dass die Fördermittelberatung für Unternehmensgründer durch Unternehmensberater inklusiv dazugehöriger Werbung zulässig sei. Dies fiele nicht unter das Rechtsberatungsgesetz. Eine Schlappe für einige Anwälte, die mit der gegenteiligen Argumentation erfolglos blieben.

Ende Februar ist Dr. Ralf Vieregge im Alter von 79 Jahren verstorben. Der hoch angesehene Kölner Anwalt war bundesweit vor allem für seine maßgebliche Rolle bei der Entwicklung des gewerblichen Rechtsschutzes in Deutschland bekannt. Über 20 Jahre lang, von 1969 bis 1992, prägte er als deren Generalsekretär die einflussreiche GRUR, die Deutsche Vereinigung für gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht. Für diese Leistung bekam er später das Große Bundesverdienstkreuz verliehen. Bereits ab Mitte der fünfziger Jahre hatte er sich in der auf OLG-Prozesse ausgerichteten Kanzlei Heydt Vieregge & Partner persönlich ganz besonders diesem Spezialgebiet gewidmet.

Latham & Watkins hat im Februar einen weiteren Zugang in ihrem Londoner Büro bekannt gegeben: Mit Robert Volterra (40) kam der bisherige Leiter der Völkerrecht- und Schiedsverfahren-Praxis von Herbert Smith.Volterra berät und vertritt Staaten, internationale Organisationen und Unternehmen auf der ganzen Welt in streitigen und nicht-streitigen Völkerrechtsfällen. Er ist darüber hinaus insbesondere spezialisiert auf die Durchführung internationaler Schiedsverfahren nach bilateralen Investitionsschutzabkommen (BITs).

Die Wiener Sozietät enwc Rechtsanwälte Eiselsberg Natlacen Walderdorff Cancola hat Ende 2004 ein Büro in der slowakischen Hauptstadt Bratislava eröffnet. Damit setzt die Kanzlei ihren Expansionskurs in Mittel- und Osteuropa fort.Im vergangenen Jahr gründete enwc damit insgesamt drei neue Standorte, neben dem in Bratislava auch weitere in Brno und Warschau. Damit verfügen die Wiener nun über Niederlassungen in insgesamt fünf Ländern. Seit den neunziger Jahren ist man schon in Budapest und Prag am Markt.

Die US-Kanzlei O'Melveny & Myers hat im Februar mit sechs Quereinsteigern ihre M&A- und Private Equity-Praxis in New York und San Francisco verstärkt. In New York sorgte insbesondere die Nachricht von dem Wechsel Spencer Kleins (39), bislang Leiter der M&A-Praxis von McDermott Will & Emery, für Aufmerksamkeit. Klein tritt als stellvertretender Leiter von O'Melvenys M&A- und Private Equity-Praxis an. Darüber hinaus wird er auch die internationale M&A-Praxis der Kanzlei leiten. Der Corporate-Anwalt berät unter anderem DaVita beim noch anhängigen Kauf von Gambro Healthcare, dem amerikanischen Dialyse-Geschäftsbereich der schwedischen Gambro AB (3,05 Milliarden US-Dollar) sowie Merrill Lynch beim Kauf des Energiegeschäfts von Entergy-Koch. Mit Klein kommen die M&A-Spezialisten und ebenfalls bisherigen McDermott-Partner Gregory Puff (39) und Paul Scrivano (33).

Seit Januar verstärkt Dr. Willi Joachim (49), Professor an der ISM International School of Management, die Bielefelder Kanzlei Schlüter Riedenklau & Kollegen. Sein Schwerpunkt liegt im Immoblien- und gewerblichen Mietrecht einerseits, im Reise- und Speditionsrecht andererseits. Neben langjähriger Lehrerfahrungen und einem Ruf als Kommentator sowohl im Miet- als auch im Transportrecht bringt er Erfahrungen als Inhouseanwalt mit.

Der Dritte Mann

Tobias Müller-Deku, in den vergangenen fünf Jahren Partner im Moskauer Büro von Freshfields Bruckhaus Deringer, wechselt an die Isar. Von Mai an wird der 42-jährige Corporate-Finance-Anwalt in München tätig sein.Müller-Deku ist der dritte neue Partner, der aus anderen Freshfields-Büros nach München wechselt, um den Weggang des Teams um die äußerst erfolgreichen Partner Dr. Rolf Füger, Dr. Norbert Rieger and Dr. Peter Nussbaum auszugleichen. Sie waren im Mai des vergangenen Jahres zusammen mit einer Reihe von Associates zu Milbank Tweed Hadley & McCloy gewechselt.

Neidfaktor gering

Im Nachbarland Frankreich wachsen die finanziellen Bäume für Inhouse-Juristen nicht in den Himmel. Doch auch gehungert wird nicht: So verdient der Leiter der Rechtsabteilung im Durchschnitt zwischen 95.000 und 100.000 Euro, als Geschäftsführungsmitglied zwischen 120.000 und 125.000 Euro. Das ist ein Ergebnis einer jüngst veröffentlichten, groß angelegten Studie über französische Rechtsabteilungen. An der von der l’Association Française des Juristes d’Enterprise (AFJE) initiierten Studie beteiligten sich im vergangenen Jahr mehr als 500 Juristen beteiligten – 96 Prozent von ihnen im Angestelltenverhältnis.

Anzeige

Stellenmarkt zur Übersicht

Volljurist:in/Referent:in für die Abteilung Prozessführung/Litigation

Volljurist:in / Referent:in (m/w/d) für die Abteilung Prozessführung / Litigation, Wiesbaden

Volljurist Energierecht / Vollzeit / Köln

rhenag Rheinische Energie AG, 50968 Köln

Senior Legal Counsel (m/f/d), Patents / IP law, Ingelheim (GER)

Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG, Ingelheim

Senior Corporate Counsel HVAC Germany / Syndikusrechtsanwalt

Trane Technologies, Oberhausen,Jettingen-Scheppach