Markt und Management

In Warschau ist Anfang November Lech Gilicinski von Weil, Gotshal & Manges als Partner zu White & Case gewechselt. Bei Weil Gotshal war der 36-Jährige verantwortlich für die Restrukturierungs- und Finance-Praxis des Standortes. Begleitet wird er von Adrian Pawelec (28), einem ehemaligen Associate von Weil Gotshal.Gilicinski bringt Erfahrung in der Betreuung von polnischen und internationalen Mandanten im Finance-Geschäft sowie auch im Corporate, IP und Private Equity mit. Zu seinen Mandanten gehören unter anderem Lehman Brothers, TDA Capital Partners, Shoreview Capital Partners und Unisys Corporation.

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Druck bei Lovells

Lovells legt in diesen Tagen weltweit rund 25 Partnern nahe, die Kanzlei zu verlassen. In Deutschland sind verschiedenen Quellen zufolge zwischen fünf und acht Equity-Partner betroffen. Dies erfuhr JUVE am vergangenen Freitag aus gut unterrichteten Kreisen.Die englische Sozietät will mit der Maßnahme ihre Profitabilität verbessern. Sich aktiv von Partnern zu trennen, sei vor allem auf Initiative einiger sehr umsatzstarker Partner beschlossen worden.

Betrugsvorwurf gegen Ex-Coudert-Partner

Der Frankfurter Anwalt und Notar Hubert Hesse (57) befindet sich seit rund drei Wochen in Untersuchungshaft in der Münchner Haftanstalt Stadelheim. Gegen den ehemaligen Coudert Schürmann-Partner ermittelt die Staatsanwaltschaft nach JUVE-Informationen wegen Betrugs in mehreren Fällen. JUVE hatte seinerzeit mehrfach über zweifelhafte Aktivitäten Hesses im Zusammenhang mit versuchten Übernahmen abgestürzter Nemax-Unternehmen berichtet (JUVE 10/02, 01/03, 02/03). Hesse scheint dabei mit weiteren Personen jeweils handstreichartig die Unternehmensführung ausgetauscht und in der Folge die Unternehmenskassen geplündert zu haben. Betroffene Unternehmen sind unter anderem die Regensburger Adori AG, die Münchner GAP AG und die Schweizer Distefora AG, deren Mehrheitsaktionär der seit Juni ebenfalls in Haft befindliche Alexander Falk war. Insidern zufolge gingen Falk und Hesse in ihren umstrittenen Geschäftsaktivitäten ähnlich vor.

Abgänge bei Freshfields

In Hamburg verlassen erneut mehrere angestellte Anwälte Freshfields Bruckhaus Deringer. Ab Februar werden die Asscociates Dr. Ulf Renzenbrink (34), Dr. Torsten Raschke (36), Gilbert Tassilo von Knobelsdorff (37) und Dr. Kristian Heiser (34) in eigener Praxis tätig.Das Quartett will als Renzenbrink Raschke von Knobelsdorff Heiser (RRKH) am Markt auftreten und an die Tradition des Hamburger Vorgänger-Büros von Freshfields - Stegemann Sieveking Lutteroth & Steeger - anknüpfen. Als kleine Einheit plane man, sich vor allem auf die fortlaufende Beratung von Unternehmern sowie Transaktionen zu konzentrieren.

Gleiss verabschiedet Steuerstrafrechtler

Der Steuerstrafrechtler Dr. Jörg Frick verlässt zum Jahreswechsel Gleiss Lutz. Der 62-jährige Stuttgarter Partner tut sich mit dem Strafverteidiger Dr. Dietrich Quedenfeld zusammen. Die beiden werden gemeinsam mit dem bisherigen Quedenfeld-Partner Axel Sauer und einem jungen Anwalt künftig unter Frick Quedenfeld in der baden-württembergischen Landeshauptstadt agieren.

Sicherheit für Nörr

Zum Jahresbeginn wechselt der im Markt hoch respektierte Dr. Thomas Klindt von Brandi, Dröge, Piltz, Heuer & Gronemeyer zu Nörr Stiefenhofer Lutz. Der 38-jährige Paderborner Brandi-Sozius wird bei Nörr im Team um Michael Molitoris als Associated Partner einsteigen.Klindt gilt als einer von wenigen Spezialisten im öffentlich-rechtlichen Produktsicherheitsrecht und liefert damit eine Kompetenz, die bei Nörr bislang weniger ausgeprägt war. Er war unter anderem Mitglied einer Sachverständigenkommission, die im vergangenen Jahr das Gesetzgebungsverfahren für das neue Geräte- und Produktsicherheitsgesetz begleitet hat.

Berlin-Debatte

Mit der Entscheidung, ihren Berliner Standort zu schließen, steht Clifford Chance offenbar allein. Die übrigen Großkanzleien halten ihre Hauptstadt-Büros für gut positioniert. "Wir sehen den Weggang von Clifford Chance nicht als Startschuss für einen Rückzug weiterer Kanzleien", sagte etwa Dr. Michael Leistikow, Regional Managing Partner bei Lovells.

Münchner G'schichten

Zum Jahresbeginn schließen sich Ulrich Stuhlfelner (49) und Dr. Reinhard Höß (44) als Partner Graf von Westphalen Bappert & Modest an. Beide werden im Münchner Büro tätig sein, das dann wieder über fünf Partner verfügt.Die beiden Neuen kommen von der Münchner Kanzlei Rupprecht Bestelmeyer Stuhlfelner & Partner. Stuhlfelner hat Schwerpunkte im Gesellschaftsrecht und bei Transaktionen und verfügt laut seiner neuen Kanzlei über ausgezeichnete Verbindungen in der Bauzulieferung. Höß engagiert sich vor allem im privaten Baurecht, im Vergabe- und im Wirtschaftsstrafrecht.

Mega-Kanzlei

Die ursprünglich aus Großbritannien stammende Kanzlei DLA und die US-Sozietät Piper Rudnick schließen sich zum Jahreswechsel zusammen. Damit entsteht eine der größten Kanzleien der Welt.Die Fusion, über die bereits seit einigen Monaten im Vorfeld berichtet worden war, wurde am vergangenen Wochenende zeitgleich in Europa, Asien und den USA von den Partnern beschlossen.

Fokussiert wachsen

Die Frankfurter Kanzlei Schalast & Partner erweitert ihre Kerngebiete TK und Bankrecht. Ab Januar wird sich Dr. Ernst Georg Berger (35), bislang Partner bei Döderlein & Partner, dem Bereich Telefonie widmen.Zudem würden derzeit Gespräche für Private Equity und Bad Dept mit erfahrenen Juristen geführt, sagte Prof. Dr. Christoph Schalast.

Nach der Entscheidung gegen Berlin

Der von Clifford Chance am vergangenen Freitag gefällte Entschluss, sich aus Berlin zurückzuziehen, hat hohe Wellen geschlagen.Ein Kanzleiinsider sagte, die Entscheidung sei zwar für die betroffenen Partner und Associates sehr hart, doch mache sie wirtschaftlichen Sinn: Die erfahrenen Partner auf den höheren Lockstep-Rängen hätten sich nun erstmal "eine kleine Atempause verschafft und den Druck etwas vom Kessel genommen". Trotzdem bleibe das Grundproblem, dass die deutsche Praxis auch an den verbleibenden drei Standorten dauerhaft nie so profitabel sein werde, wie das auf dem Londoner Markt möglich sei.

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