Markt und Management

Die junge Hamburger Kanzlei Hilbrandt Rückert Ebbinghaus hat im Mai mit dem White & Case-Senior Associate Lutz Marcus Becker einen vierten Partner in ihre Reihen aufgenommen. Der 37-Jährige ist auf die Bereiche Kartellrecht und Regulierung, insbesondere mit telekommunikations- und energierechtlichen Bezügen, spezialisiert."Die Möglichkeit Hilbrandt Rückert Ebbinghaus zu ergänzen, stellt eine reizvolle Alternative zu der von White & Case angebotenen Position als Local Partner dar", kommentierte Becker seinen Wechsel. Becker war insgesamt fünf Jahre bei White & Case in Hamburg tätig. Er gehörte zuletzt etwa zu dem Team um den Düsseldorfer White & Case-Partner Dr. Andreas Meyer Landrut, das den Regionalversorger Ewe beim Erwerb von 32 Prozent an der Verbund Netz Gas AG von E.on beraten hatte (JUVE 02/04). Darüber hinaus zählen unter anderem mehrere Medien-, TK- und Baustoffunternehmen sowie ein internationaler Einzelhandels- und Touristikkonzern zu seinen Mandanten.

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Busse & Miessen-Anwalt zeigt Eigeninitiative

Die Bonner Kanzlei Busse & Miessen hat am vergangenen Donnerstag auf eigene Initiative Verfassungsbeschwerde gegen die neue Arzneimittelpreisverordnung erhoben. Der Grund: Die erheblichen und gesetzlich verordneten Preissteigerungen bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln verletze Selbstzahler in ihrem Recht auf körperliche Unversehrtheit.Beschwerdeführer ist der Busse-Partner Prof. Dr. Raimund Wimmer, der als Freiberufler selbst von der Gesetzesänderung betroffen ist. Seinen Erkenntnissen zufolge müsse in Einzelfällen bis zum Zwölffachen des bisherigen Arzneipreises gezahlt werden. Dies möge zwar im Hinblick auf das Gemeinwohl in Einzelfällen für Kassenpatienten hinnehmbar sein, das Gesetz nehme jedoch auf die Interessen von Selbstzahlern keine Rücksicht.

Die Kooperation Arbeitnehmer-Anwälte hat zum April die Kanzlei Michael Schubert aus Freiburg als Mitglied aufgenommen. Damit sind jetzt zehn Kanzleien in dem Netzwerk vertreten. Die Kooperation war vor fünf Jahren von sieben Arbeitnehmerkanzleien gegründet worden. Die 44 Anwälte vertreten nur Betriebsräte, leitende Angestellte und Organe. "Anlass für die Gründung und die Erweiterung in den vergangenen Jahren war und ist, dass wir einen Gegenpol zu den großen Kanzleien mit ihren überregionalen Standorten bilden wollen", sagte Reinhard Schütte aus der Wiesbadener Kanzlei Schütte Jancke Heer und Mitgründer der Kooperation. "Wir haben wegen bestimmter negativer Erfahrungen nicht den Weg einer überörtlichen Sozietät gewählt, sondern lediglich den Zusammenschluss als Kooperation." Zudem hätten viele Führungskräfte immer häufiger Probleme, in den großen Kanzleien Anwälte zu finden, weil irgendein Partner irgendwo in Deutschland die Arbeitgeberseite des eigenen Konzerns vertritt oder vertreten will.

Seitenwechsel

Zwei Monate nach seinem Abschied von der Bertelsmann Music Group (BMG) ist zum April Dr. Martin Schaefer als Partner bei der gemischten IP-Kanzlei Boehmert & Boehmert in Berlin/Potsdam eingestiegen. Der 44-Jährige, der bei BMG als Vice President, Legal Counsel Europe dem europäischen Führungsteam angehörte, gilt als einer der profiliertesten Juristen der Musikbranche. Der Spezialist für Urheber- und Leistungsschutzrechte für Musik war 2001 in die damals neu geschaffene Europa-Struktur der BMG gekommen. Nach deren Auflösung im Januar 2003 war Schaefer dem BMG-Europachaf Thomas M. Stein in dessen G/S/A-Team (Germany/Switzerland/Austria) gefolgt, um "eine Reihe wichtiger Projekte zum Abschluss zu bringen", so eine Pressemitteilung von BMG. Als BMG-Vertreter blieb er daneben weiterhin Mitglied internationaler Industriegremien. "Nach erfolgreicher Beendigung der Projekte hat er den Wunsch geäußert, seine Erfahrung und Expertise künftig anderweitig einsetzen zu können", so das Unternehmen weiter. Die Trennung erfolge einvernehmlich. Kurz zuvor hatte bereits Stein selbst das Unternehmen verlassen.

Mit neuem Büro an den Rhein

Schon seit längerem stand für FPS Fritze Paul Seelig ein Bürostandort in Düsseldorf weit oben auf der Agenda. Nun schließt die Kanzlei die letzte geografische Lücke auf ihrer Landkarte mit Anwälten der alteingesessenen Düsseldorfer Sozietät Woedtke, Reszel & Partner. Damit erweitert sich das Netzwerk von FPS ab Juli auf sechs Standorte.„Wir arbeiten bereits jetzt unter anderem von Frankfurt aus für Düsseldorfer Mandanten – besonders im Grünen Bereich und im Immobilienrecht“, erläuterte Dr. Robin Fritz die Motivation, eine eigene Präsenz am Rhein aufzubauen. „Gerade in diesen Rechtsbereichen sehen wir auch in Zukunft deutliche Wachstumschancen.“

Feldges plus drei

Der bisherige Münchner Clifford Chance-Standortleiter Dr. Joachim Feldges geht - anders als bisher bekannt - nicht alleine in seine seit Wochen angekündigte Selbstständigkeit. Der neuen Kanzlei Feldges Rechtsanwälte werden noch drei weitere Mitarbeiter angehören.Dem 45-jährigen Pharmaspezialisten und Patentlitigator folgen von Clifford die Associates Dr. Franz Michael Wagner und Jan Redel. Das neue Team komplettiert Dr. Klaus Brandenburg, bislang beim Papierhersteller Steinbeis Gessner GmbH für Patentrecht zuständig.

Harter Schlag für Allen & Overy in Italien

Der führende Corporate-Anwalt von Allen & Overy in Italien, Roberto Casati (55), ist zu Cleary Gottlieb gewechselt. Er versetzt der britischen Kanzlei damit einen herben Schlag: Casati allein soll für rund 60 Prozent des Umsatzes im Bereich Corporate in Italien gesorgt haben. Casatis Schritt folgt lang anhaltenden Spekulationen im Markt. Bereits im Januar war in der britischen Presse davon die Rede, Cleary wolle sich in Italien entscheidend verstärken und habe daher mit Casati Kontakt aufgenommen.

Ahaus-Transporte

Der bekannte Verwaltungsrechtler Dr. Dieter Sellner ist im aktuellen Streit um sächsische Atomtransporte nach Nordrhein-Westfalen ins Visier von Anti-Atomkraft-Aktivisten geraten. Diese stoßen sich an der Mandatierung Sellners durch die rot-grüne Landesregierung von NRW. Der Namenspartner der auf Verwaltungsrecht spezialisierten Bonner Kanzlei Redeker Sellner Dahs & Widmaier, wurde beauftagt zu prüfen, ob und wie ein bevorstehender Transport von Castor-Behältern ins Zwischenlager im nordrhein-westfälischen Ahaus auf dem Gerichtswege gestoppt werden kann.

Neues von der Förde

Die Kieler Kanzlei Koch, Staats, Kickler & Partner hat ein neues Baurechtsdezernat. Im März und April wechselten der Baurechtler Dr. Hans-Peter Donoth (41) und seine Mitarbeiterin Dr. Inken Fuhrmann (37) von der ebenfalls in der Förde-Stadt ansässigen Kanzlei Dres. Ruge Purrucker Makowski. Donoth wird seine weiteren Tätigkeitsbereiche, Insolvenz- und Arzthaftungsrecht, in der neuen Kanzlei nicht weiter fortführen. Er und Fuhrmann wollen sich ausschließlich auf privates und öffentliches Baurecht, einschließlich vergaberechtlicher Aspekte, spezialisieren. Bislang wurde dieser Bereich bei Koch Staats Kickler von Partner Andreas Kühnelt mitbetreut, gehörte allerdings nicht zu den Schwerpunkten der Kanzlei. Die liegen im Anwaltsnotariat sowie im Arbeits-, Arzt- und Krankenhausrecht.

Mega-Fusion

Die US-Sozietäten Wilmer Cutler Pickering und Hale and Dorr schließen sich im Juni zusammen. Die neu entstehende Kanzlei wird mit rund 700 Millionen Dollar zu den zehn umsatzstärksten Praxen im US-Markt gehören. Die Fusion solle gleichberechtigt als Merger of Equals erfolgen, betonten die Kanzleien. Ein deutscher Insider bezeichnete dagegen Wilmer Cutler als den stärkeren Fusionsteil.In den USA weisen beide Kanzleien vergleichbare Strukturen und Kennzahlen auf. Wilmer Cutler mit ihrem Stammsitz Washington gilt ebenso wie die Bostoner Hale and Dorr als typische Ostküstenkanzlei. Ähnlich sind auch die Größe von jeweils etwa 450 Partnern sowie die Profitabilität beider Kanzleien: durchschnittlich 810.000 Dollar Gewinn pro Partner erzielte zuletzt Wilmer Cutler, 780.000 Dollar Hale and Dorr. Mit einem Umsatz von jeweils rund 300 Millionen Dollar lagen Wilmer Cutler und Hale zuletzt im Mittelfeld des 'American Lawyer'-Rankings der amerikanischen Top 100-Kanzleien.

Dies ist nun dem bisherigen Chef-Justiziar von Babcock Borsig, Dr. Georg Peter Cornelius Kränzlin, widerfahren. Der 49-jährige ehemalige Anwalt der Bremer Kanzlei Ahlers & Vogel war bereits im März 2003 in den Vorstand des insolventen Oberhausener Anlagenbauers berufen worden. Dort war er zuständig für die Bereiche Personal, Recht und Mergers & Acquisitions. Seit dem 1. April fungiert er als Alleinvorstand und wird sich der Abwicklung der schon abgeschlossenen Unternehmenskaufverträge, der Überprüfung der angemeldeten Gläubigerforderungen und der unternehmerischen Begleitung der nicht-insolventen Unternehmen bis zu einem späteren Verkauf widmen, teilte Kränzlin mit. Kränzlin folgt dem Düsseldorfer Insolvenzverwalter Horst Piepenburg (Piepenburg – Gerling), der Babcock Borsig als Vorstandsvorsitzender und so genannter Eigenverwalter bis Anfang des Jahres geführt hatte. Zudem vereinbarungsgemäß den Vorstand verlassen hat der seit Juli 2002 für Finanzen verantwortliche Görg-Partner Dr. Helmut Balthasar. Der Sanierungsspezialist nimmt seine Tätigkeit in der Kanzlei nun wieder in vollem Umfang wahr.

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