Markt und Management

Allen & Overy ist mit der portugiesischen Kanzlei Vasconcelos F. Sá Carneiro Fontes & Associados eine Kooperation eingegangen und weitet damit ihre Präsenz auf der iberischen Halbinsel aus. 'Legal Week' zufolge ist die Kooperationsvereinbarung jedoch weder exklusiv noch gilt sie als Wegbereiter einer Fusion. Für eine eigene Präsenz sei Portugal als Markt zwar nicht groß genug, es mache aber durchaus Sinn, neben dem Allen & Overy-Büro in Spanien einige Verbindungen vor Ort zu haben.

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Wer geht, wer kommt, was bleibt? Aktuelle Personalien, die den Markt bewegen - im übersichtlichen Newsticker! Alle ansehen

Der M&A-Anwalt Eric Laplante (46) und der Kartellrechtler Jean-Patrice de la Laurencie (61) haben im April das Pariser Büro von Norton Rose in Richtung White & Case verlassen. Gleichzeitig konnte das Norton Rose-Büro an der Seine hingegen die Securitisation-Spezialistin Emanuelle Leroy (35) von Freshfields Bruckhaus Deringer als Neuzugang gewinnen.Laplante und de la Laurencie waren erst 2001 von Coudert Brothers zu Norton Rose gewechselt. Laplante bringt ein Team von vier und de la Laurencie fünf Associates mit zu White & Case. Die US-Kanzlei unterhält in Paris ein traditionsreiches Büro, das bereits seit den 1960er Jahren besteht und über 20 Partner und 50 Associates zählt.

Anders als geplant hat sich zum April die IP-Rechtlerin Dr. Andrea Nowak-Over nach ihrem Ausscheiden bei Heuking Kühn Lüer Wojtek in Köln der Freiburger Boutique Jehle Láng Meier-Rudolph angeschlossen. Nachdem die 44-Jährige zum Jahresende Heuking aus privaten Beweggründen in Richtung Freiburg verlassen hatte, wollte sie dort zunächst in eigener Kanzlei tätig werden (JUVE 02/04). Als er dies im Dezember bei JUVE gelesen hatte, habe er Nowak-Over sofort kontaktiert, sagte Dr. Thomas Jehle. Seine Kanzlei sei bereits seit einiger Zeit auf der Suche nach entsprechender Verstärkung im Gewerblichen Rechtschutz gewesen.

Nachdem EY Law erst vor wenigen Wochen ihren weltweiten Chef, Patrick Bignon, verloren hat (JUVE 04/04), ist es nun auch im französischen Teil des Kanzleiverbundes zu erheblichen Veränderungen gekommen: Der bisherige Managing Partner Hervé Labaude wurde vor kurzem durch ein vierköpfiges Executive Commitee, bestehend aus Lionel Benant, Eric Fourel, Philippe-Henri Duthel und Philippe Vailhen ersetzt.Berichten der englischen Presse zufolge handelte es sich bei diesem Vorgang um eine Art Palastrevolte: Die Rechtsanwälte und Steuerberater von EY Law Frankreich sollen sich dabei des von der wirtschaftsprüfenden Mutter favorisierten Labaude entledigt und für ein "demokratischeres Modell" entschieden haben.

Der bisherige Rechtsabteilungsleiter von Woolworth in Deutschland, Christoph Piotrowski, hat jetzt auch die Leitung der Personalabteilung übernommen. Der Jurist war nach Angaben des Unternehmens zuvor maßgeblich an der Entwicklung einer neuen Entgelt-Struktur beteiligt. Der 43-Jährige wird in Personalunion auch weiter die Rechtsabteilung, die aus insgesamt drei Juristen besteht, leiten. Er ist zudem seit mehreren Jahren Vorsitzender der Tarifkommission des Handelsverbands Hessen und ehrenamtlicher Richter am Arbeitsgericht.

Gleiss Lutz hat Anfang des Jahres mit der Budapester Sozietät Bán S. Szábo & Partners einen Kooperationsvertrag geschlossen. Gleiss wird künftig in Ungarn exklusiv mit Bán zusammenarbeiten. Hintergrund für die verstärkte, nun formelle Zusammenarbeit ist die anstehende EU-Osterweiterung. Bán S. Szábo & Partners legt den Schwerpunkt auf das M&A-Geschäft, insbesondere im Telekommunikationssektor. Martin Diller, Managing Partner von Gleiss, erklärte, seine Sozität habe schon seit Jahren mit Bán in vielen wichtigen Fällen zusammengearbeitet.

Cleary Gottlieb Steen & Hamilton verliert in London den langjährigen Partner Edward F. Greene (62) an seinen Mandanten Citigroup. Der Experte für Wertpapierrecht war seit 1983 Mitglied der Sozietät. Anfang Mai wird Greene bei der Citigroup die Position des Chefsyndikus der Global Corporate and Investment Banking Group antreten. Greene, der bereits 1981- 1982 als Chefsyndikus der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC tätig war, ist vor allem in US-rechtlichen Regulierungsfragen von Kapitalmärkten und Finanzinstituten spezialisiert. Peter Karasz, Managing Partner von Cleary, erklärte, Greene habe während seiner 21 Jahre in der Sozietät einen immensen Beitrag zur Entwicklung der Kapitalmarktpraxis geleistet. Er sei nicht nur ein außergewöhnlicher Anwalt, sondern auch ein geborener Lehrer, der seine Expertise mit zahllosen Anwälten bei Cleary geteilt habe.

Der Immobilienrechtler und New Yorker Senior-Partner von Shearman & Sterling, Kevin Hackett, ist als Chief Operating Officer (COO) zu seinem langjährigen Mandanten Rockefeller Group Development Corp. gewechselt.Das Unternehmen ist vor allem in den Bereichen Projektentwicklung und Immobilienmanagement tätig. Zu den Aufgaben Hacketts wird künftig neben der rechtlichen Begleitung des Tagesgeschäfts unter anderem auch das Management eines umfangreichen Immobilienbestandes in Manhatten und die Entwicklung von Großprojekten gehören.

Aufbauarbeit in Holland

Mitte Juni wird Pim Horsten, der Leiter der Praxisgruppe Equity Capital Markets von Allen & Overy, ins Amsterdamer Büro von Linklaters wechseln. Damit kann Linklaters nach über zweijähriger Suche endlich einen vielbeachteten Neuzugang für ihre bislang nur mit einem Partner besetzte Amsterdamer Praxis vorweisen. Der holländische Anwalt Horsten gilt als anerkannter Spezialist im Bereich Eurobonds, Anleihenemissionen und Kapitalerhöhungen. Bevor er im Mai 2000 zu Allen & Overy kam, war Horsten drei Jahre bei Loeff Claeys Verbeke tätig. Seine Anwaltskarriere hatte er jedoch beim ehemaligen Linklaters-Kooperationspartner De Brauw Blackstone Westbroek begonnen.

Rückzug aus Asien

Die ehemalige Heuking-Allianzkanzlei Denton Wilde Sapte will sich komplett aus Asien zurückziehen. Die vier Büros in Hongkong, Peking, Singapur und Tokio werden geschlossen. Hintergrund dieser Entscheidung ist dem englischen Branchenblatt 'The Lawyer' zufolge offenbar das Bestreben des Managements, die zuletzt stark gefallene Profitabilität der Kanzlei zu steigern. Der Rückzug aus Asien könnte den Gewinntopf der Denton-Partner um rund zwei Millionen Euro aufstocken, schätzten Insider in der englischen Presse. Der Schritt betrifft zwölf Partner sowie weitere 50 Anwälte und insgesamt rund 100 Mitarbeiter der vier Standorte. Dem Vernehmen nach laufen derzeit Verhandlungen über die Zukunft der Mitarbeiter, die möglicherweise in andere Denton-Büros umziehen können.

M&A-Rankings

Die europäischen M&A-Statistiken nach Dealwert wurden im ersten Quartal 2004 heftig durcheinander gewirbelt. Grund ist die großvolumige Übernahmeschlacht um Sanofi/Aventis mit ihrem Transaktionsvolumen von 53 Milliarden Euro in einem ansonsten weiterhin schwachen europäischen Markt. Nicht weniger als elf Kanzleien gelang dadurch jeweils der Sprung in die Top 20-Rankings der deutschen und europäischen Transaktionskanzleien des Datendienstleisters Mergermarket. Besonders deutlich verbessern konnte sich dabei die Allianz aus Herbert Smith, Gleiss Lutz und Stibbe - in Deutschland von Rang 8 auf 2, europaweit von 11 auf 1.

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