Markt und Management

Graf von Westphalen Bappert & Modest und die britische Kanzlei Wragge & Co. haben nach mehrmonatigen Verhandlungen den Start ihrer Kooperation zum 1. Januar 2003 verkündet.Etwas über ein Jahr nach der Auflösung der Kooperation mit Osborne Clarke hat die deutsche Sozietät damit wieder einen Partner jenseits des Ärmelkanals gefunden.

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Dr. Günther Isenbruck, Namenspartner der IP-Kanzlei Bardehle, Pagenberg, Dost, Altenburg, Geissler, Isenbruck, wird die Kanzlei mit einem Team von fünf weiteren Patentanwälten verlassen. Das bestätigte die Kanzlei am 4. Dezember 2002.Ein genauer Zeitpunkt für das Ausscheiden des Teams stehe allerdings noch nicht fest. Der Weggang des sechsköpfigen Teams ist für Bardehle gleichbedeutend mit dem Verlust des Mannheimer und des gerade neu eröffneten Heidelberger Büros. Über die weitere Zukunft der beiden Büros liegen JUVE derzeit keine Informationen vor.

Ende November hat der holländische Justizminister Piet-Hein Donner eine parlamentarische Anfrage zweier Abgeordneter der Arbeits-Partei PvdA beantwortet. Im Kern ging es um überhöhte Rechnungen von Anwälten. Die Anfrage stützte sich dabei auf das von New Yorker Associates verfasstes Memorandum über die Arbeitsbedingungen bei Clifford Chance. Für die internationalen Kanzleien vor Ort war eine Zeit der Nervosität vorausgegangen, wie diese Stellungnahme von höchster Stelle ausfallen werde. Denn die vorgelegten Fragen zielten zum Teil auch auf die grundsätzliche Stellung von internationalen Sozietäten in Holland ab: "Sind solche Probleme (wie sie in dem Memo angesprochen werden) die Folge von internationalen Fusionen?" oder "Was ist Ihr Standpunkt in Bezug auf internationale Fusionen oder die Übernahme von Anwaltskanzleien?"

Ralph Krüger, Fachanwalt für Verwaltungsrecht und Partner bei Baumann Krüger Eiding, ist aus der Würzburger Boutique für öffentliches Recht ausgeschieden.Krüger wechselte als Syndikus zu dem Mainzer Windkraftunternehmen Juwi, das mit rund 60 Mitarbeitern und 100 Millionen Euro Jahresumsatz vorher zu seinen großen Mandanten gehört hatte. Für Juwi wird er unter anderem künftig die umfangreichen Auslandsaktivitäten betreuen. Seinen Entschluss, sich zugunsten einer Laufbahn in der Rechtsabteilung aus dem Anwaltsgeschäft zurückzuziehen, begründete Krüger mit der neuen Herausforderung, die ihn reize: "Den Wechsel auf die andere Seite betrachte ich als weiteren Baustein in meiner beruflichen Karriere."

Stefan Rizor (41) ist am 27. November 2002 von den deutschen Partnern von Osborne Clarke einstimmig zum neuen Managing Partner gewählt worden.Der Kölner löste damit seinen bisherigen Frankfurter Kollegen Adrian Taylor ab. Taylor schied außerdem aus der Osborne-Partnerschaft aus. Der Brite war bereits seit einigen Jahren in Frankfurt tätig, zunächst als Verbindungspartner zwischen Osborne Clarke und dem damaligen Kooperationspartner Graf von Westphalen Fritze & Modest. Nach dem Aufbau der deutschen Büros in Köln und Frankfurt seit knapp eineinhalb Jahren wolle er nun im Bereich der Kanzleiberatung deutscher und britischer Sozietäten eine neue Herausforderung suchen, erklärte Taylor.

Dr. Werner Franke ist aus dem Vorstand der Senator Entertainment AG (Berlin) ausgeschieden. Fortan will er als wirtschaftsberatender Anwalt und Steuerberater selbständig arbeiten.Senator wird weiter zu seinen Mandanten zählen, da Franke das Unternehmen in "freundschaftlichem Einvernehmen" verlassen hat, wie er mitteilte. Zunächst eröffnete Franke seine Kanzlei unter eigenem Namen in Bürogemeinschaft mit Velten Franz Jakoby. Vor seiner Zeit als Verantwortlicher für Corporate Developement/Corporate Affairs, M&A und Recht bei Senator war Franke in mehren internationalen Kanzleien tätig, u. a. bei Coudert Brothers.

Neu am Rhein

Streitbörger Speckmann hat am 2. Dezember ein Büro in Düsseldorf eröffnet. Leiter des neuen Standortes wird Dr. Thorsten Schäckel (33), der zuletzt die prozessrechtliche Abteilung von Menold & Aulinger (jetzt Luther Menold) am Düsseldorfer Standort führte.Die Büroeröffnung in der Landeshauptstadt entspreche, wie die Kanzlei mitteilte, dem Wunsch der bankrechtlich tätigen Kollegen in Hamm und Bielefeld, in einer der wichtigen Finanzmetropolen Deutschlands präsent zu sein. So wird der neue Standort insbesondere in der Anfangszeit von diesen Kollegen getragen und unterstützt. Innerhalb der nächsten zwei Jahre soll das Büro allerdings auf vier Berufsträger ausgebaut werden. Über Nordrhein-Westfalen hinaus ist Streitbörger Speckmann auch in Berlin, Potsdam und München präsent.

Bei KPMG Beiten Burkhardt wird offenbar darüber nachgedacht, das Kürzel "KPMG" bereits zum Jahresbeginn 2003 aus dem Namen zu streichen. Das hat das englische Anwaltsblatt "Legal Week" in der letzten Novemberwoche gemeldet. Ohne das Kürzel des assoziierten Big-Four-Wirtschaftsprüfungsunternehmens will man künftig als "Beiten Burkhardt Goerdeler" firmieren. Eine Entscheidung darüber stehe Mitte Dezember bevor, erfuhr JUVE aus Partnerkreisen der Kanzlei. Das Beiten-Management wollte sich dazu nicht äußern.

Dr. Henning-Harte-Bavendamm wechselt aus dem Hamburger Büro von Lovells zu Allen & Overy am Ort. Das hat A&O am 4. Dezember 2002 bekannt gegeben. Der genaue Zeitpunkt seines Wechsels stehe allerdings noch nicht fest, da Harte-Barvendamm diesen Punkt derzeit mit Lovells verhandle.Bislang hatte Harte-Bavendamm der deutschen (und als Co-Head der internationalen) IP-Praxisgruppe von Lovells vorgestanden. Er gilt nicht nur im Markenrecht und UWG als einer der führenden deutschen IP-Rechtler. Nach JUVE-Recherchen zählt er in beiden Rechtsbereichen zu den zwanzig am häufigsten empfohlenen Anwälten in der Bundesrepublik. Ebenso wird er für seine Tätigkeit im Zusammenhang mit Vertriebssystemen und Informationstechnologie empfohlen.

Wird das Berufsrecht nach den Bilanzskandalen des vergangenen Jahres verschärft? Anwälte mehrerer Big-Four-Unternehmen prüfen derzeit intensiv mögliche Konsequenzen. So haben in einem Strategietreffen Ende November 2002 über vierzig Partner von PricewaterhouseCoopers Veltins mögliche Zukunftsszenarien diskutiert."Wir beobachten intensiv das regulatorische Umfeld", sagte der Düsseldorfer Partner Thomas Kerkhoff, einer von vier neuen Geschäftsführern der PwC-Anwalts-GmbH und neben Prof. Dr. Michael Veltins weiteres deutsches Mitglied des zehnköpfigen Executive Board des internationalen PwC-Rechtsnetzes Landwell. "Wenn es aus regulatorischen oder auch wirtschaftlichen Gründen notwendig werden sollte, beraten wir gemeinsam mit PwC die weiteren Schritte."

Der Frankfurter Anwalt Hubert Hesse ist auch nach seinem erzwungenen Ausscheiden aus der Kanzlei Coudert Schürmann Mitte 2002 weiter im skandalträchtigen Umfeld des Neuer-Markt-Unternehmens Adori AG aktiv. Diesmal geht es um die handstreichartige Übernahme der liquidationsreifen GAP AG durch die Adori-Führung.Das Adori-Management hatte erst vor einigen Monaten unter merkwürdigen Umständen die Kontrolle über das Millionenvermögen des nicht mehr operativ tätigen Internet-Dienstleisters übernommen, die verbliebenen Kleinaktionäre dann aber doch noch per Pflichtangebotsverfahren abgefunden. "Dort war die Rechnung der Einsteiger offenbar nicht recht aufgegangen", schrieb jetzt die "Börsen-Zeitung" in einem neuen, mit "Räuberpistolen vom Neuen Markt" betitelten Bericht.

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