Markt und Management

Allen & Overy war im zweiten Halbjahr 2001 bei zwei großvolumigen Transaktionen beteiligt.Zum einen beriet sie das niederländische Telekommunikationsunternehmen Koninklijke KPN (u. a. Muttergesellschaft von e-plus) bei einer internationalen Plazierung neuer Aktien mit einem Volumen von € 5 Mrd. In Deutschland war Partner Dr. Hartmut Krause federführend tätig. Weitere A&O-Anwälte aus London, Amsterdam und USA waren ebenso beteiligt.

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Die EU-Kommission hat eine Klage beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) eingereicht, in der sie unter anderem der Bundesrepublik Deutschland die Beschränkung der Dienstleistungsfreiheit für Patentanwälte nach Artikel 49 des EG-Vertrags vorwirft.Diese Meldung hatte im November 2001 in den Medien zu der Vermutung geführt, dass das Monopol deutscher Patentanwälte für Patentsachen in Deutschland aufgebrochen wird, weil nun zukünftig Patentanwälte aus anderen EU-Staaten in Deutschland praktizieren könnten, ohne wie bisher einen deutschen Kollegen einschalten zu müssen. Deutschland ist traditionell ein starker Standort für Patentsachen und mit München zudem Heimat des Deutschen und des Europäischen Patentamtes.

Kritische Studien aus Deutschland und den USAEine vom US-Magazin für Inhouse-Anwälte Corporate Legal Times in Kooperation mit Andersen und Andersen Legal im US-amerikanischen Markt durchgeführte Studie zeigte auf, dass Kanzleien oft Rechtsabteilungen und die von ihnen geleistete Arbeit falsch einschätzen. Dabei, so die Studie, neigen die Sozietäten oft zur Selbstüberschätzung der eigenen Bedeutung und würdigen die Arbeit der Rechtsabteilungen nur unzureichend.

Das europäische Anwaltsnetzwerk DIRO EWIV diskutierte auf seiner Herbsttagung Anfang November 2001 in Wien eine Standortneubestimmung.Vier neue Kanzleien wurden aufgenommen: Bufete Marin (Madrid), Edwards Geldard (Cardiff) sowie aus dem LG-Bezirk Aurich Remmers Rechtsanwälte (Papenburg). Als weiteres Neumitglied wird die bisher assoziierte Braunschweiger Kanzlei Eulerich & Kollegen beim nächsten DIRO-Treffen im Frühjahr in Köln formell bestätigt.

Mit drei Partnern aus dem Berliner Büro der überörtlichen Kanzlei Danckert Böx Meier hat sich zum Beginn des neuen Jahres Zenk Rechtsanwälte verstärkt.Mit dem Wechsel der drei Fachanwälte für Arbeitsrecht, Jessica Hansen, Dr. Markus Kelber und Dr. Rolf Zeißig in die Berliner Praxis von Zenk werde dem „wachsenden Bedarf der Mandanten an arbeitsrechtlicher Vertretung und Beratung Rechnung getragen“, heißt es in einer Mitteilung der Sozietät. Gleichzeitig stellen sie einen Zugewinn für den Berliner Standort insgesamt dar, der mit vier Berufsträgern im Vergleich zu Hamburg und Köln zahlenmäßig bisher unterrepräsentiert war.

Zunächst Konzentration auf den ImmobiliensektorStefan Sihler, Berliner Partner der Ende Juli mit Menold & Aulinger fusionierten Baurechtsboutique Eggers Rechtsanwälte, verstärkt seit Jahresbeginn das Münchner Menold-Büro, um dort federführend den Bereich Immobilienwirtschaftsrecht und Projektentwicklung auszubauen. Auch bei Privatisierungen, IP und Insolvenzberatung will man forciert expandieren.

München

Die Sozietät Schlawien Naab hat an ihrem Münchner Standort vier Anwälte der US-Sozietät Nelson Mullins Riley & Scarborough gewonnen.Michael Schneider, Ulrich Fraulob, Arne Trautmann und Brad Galloway wechselten zum Jahresbeginn innerhalb desselben Gebäudes von Nelson zu Schlawien.

Frankfurt

Die britische Kanzlei Simmons & Simmons Kaiser, bereits in Düsseldorf vertreten, expandiert nun nach Frankfurt, um dort stärker im Bank- und Finanzrecht tätig zu werden.Mark Norris, einer der beiden britischen Partner in Deutschland, der mit dem Aufbau der Frankfurter Praxis betreut wurde, zieht zunächst in die ehemaligen Räume von Skadden, Arps, Slate, Meagher & Flom im Messeturm. Mittelfristig soll Frankfurt auf fünf Anwälte ausgebaut werden. Hierzu steht die Kanzlei in Verhandlungen mit Associates aus zwei renommierten Großkanzleien.

Alpers & Stenger

Der Partner und Steuerberater Lothar Wegener, RA Dr. Marcus Bechtel und Steuerberater Claus-Peter Gosselke verließen die Hamburger MDP-Kanzlei Alpers & Stenger und gründeten zum 3.12.2001 eine eigene Kanzlei unter dem Namen Wegener Bechtel Gosselke."Schon in unserer bisherigen Sozietät haben wir drei als Team eng zusammengearbeitet. Daher war die Gründung einer eigenen Kanzlei, in der wir nun unsere ganz persönlichen Vorstellungen über einen erfolgreichen Kanzleibetrieb konsequent umsetzen wollen, der nächste logische Schritt", erläutert Wegener seine Beweggründe. "Unsere Strategie zielt auf die rechtliche und steuerliche Beratung im Transaktionsgeschäft, dabei verfolgen wir ein ganz klares Boutiquenkonzept."

Die Kanzlei Unverzagt, Dr. Broszehl, Feldmann, von Have, Reich trennt sich zur Jahreswende von ihrem Berliner Büro um Steven Reich.Im Gegenzug baut die Hamburger Kanzlei, die nun unter dem Namen Unverzagt von Have Rechtsanwälte firmiert, eine neue Hauptstadtvertretung um Dr. Frank Brauner, vormals Justiziar der Senator Film Produktion, auf.