Markt und Management

Die alteingesessene Dürener Kanzlei Dettmeier Rechtsanwälte, die einen ihrer Schwerpunkte im Versicherungsrecht hat, hat zum 1. April ein Büro in Köln eröffnet, das mit zwei jüngeren Anwältinnen besetzt ist. Sonia Dettmeier (LL.M) verfügt über die Zulassung als Maître en droit, während Ute Stockheim ein Jahr lang in New York bei der deutsch-amerikanischen Handelskammer tätig war. Im Netzwerk der DIRO organisiert, gehörte Dettmeier zu den ersten ISO-zertifizierten Kanzleien, wird aber mit dem neuen Standort nicht das an Landgerichtszugehörigkeit orientierte Netzwerksystem aufweichen. DIRO-Partner in Köln bleibt Dres. Sampels Theissen & Partner. Dr. Paul Dettmeier erklärt zu der Erweiterung: „Neben der besseren Betreuung unserer bisher schon aus Köln kommenden Mandanten ist geplant, insbesondere mittelständische Unternehmen im deutsch-französischen bzw. deutsch-amerikanischen Geschäftsverkehr zu begleiten.“

Personalien

Personalien Icon
Wer geht, wer kommt, was bleibt? Aktuelle Personalien, die den Markt bewegen - im übersichtlichen Newsticker! Alle ansehen

E-loan Europe, europäisches Tochterunternehmen der e-loan Inc., hat alle Geschäftsanteile an der Mediakreditbank erworben. BBLP Beiten Burkhardt Mittl & Wegener hat den europaweit ambitionierten Online-Finanz-Service bei der Transaktion beraten und vertreten. Bei der weiteren Ausdehnung des Unternehmens in Deutschland wird BBLP begleitend tätig sein. E-loan ist in den USA einer der größten Anbieter von Financial Services über das Internet und betreibt dort insbesondere die Vermittlung von Darlehen. Schon seit geraumer Zeit nimmt die Tätigkeit von Banken und anderen Finanzdienstleistern im Internet zu, was die steigende Tendenz im Vertriebsbereich E-commerce/ E-business bestätigt.

Dr. Christian Scholz, Rechtsanwalt, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer wird in Zukunft als Of Counsel für Lovells Boesebeck Droste tätig sein. Bis Ende 1999 war Scholz Namenspartner der Düsseldorfer und Berliner Sozietät Scholz, Probandt-v. Dassel, die danach unter Kraatz Probandt-v. Dassel firmierte und sich kürzlich (JUVE Rechtsmarkt 3/00) mit der überörtlichen Sozietät Buse Heberer Fromm zu Buse Heberer Fromm Kraatz Masling verbunden hat.

Bruckhaus Westrick Heller Löber wird voraussichtlich noch in diesem Monat über einen Zusammenschluss mit Freshfields Deringer abstimmen.Bei der nächsten regulären Partnerversammlung soll eine Probeabstimmung, ein sogenanntes ‚sounding‘ stattfinden. Danach will man festlegen, ob eine endgültige Entscheidung am 14./ 15. April erfolgen wird.

Am 23. und 24. März fand in Frankfurt/Main ein Seminar der IIR Deutschland GmbH zum Thema Stiftungen und Trusts statt. Durch das am Vortag verabschiedete Stiftungsgesetz zur Verteilung der 10 Mrd. Entschädigung für NS-Zwangsarbeiter und die anstehende Reform des Stiftungsrechts hatte die Veranstaltung einen besonders aktuellen Bezug.Die Vorträge zu dem Oberthema „Stiftungen – Gemeinnützigkeit und Steuerersparnis ?!“ fanden vor rund 50 Teilnehmern vor allem aus dem Bankbereich statt.

Unter dem Titel „Das Problem: Der Anwalt. Schlummernde Erfolgsfaktoren in deutschen Anwaltskanzleien“ präsentiert Dieter Baumert, Seniorberater der Düsseldorfer Kienbaum Management Consultants, jetzt seine zweite Studie über aktuelle Trends im deutschen Anwaltsmarkt. Sein Fazit: „Die internen Aufgaben eines professionelles Managements werden von den meisten deutschen Sozietäten zwar als notwendig erkannt, es fehlt jedoch häufig an klaren Zuordnungen dieser Aufgaben und vor allem an Ressourcen zu ihrer Bewältigung.“Wie für seine erste Untersuchung „Herausforderungen in überörtlich tätigen Rechtsanwaltskanzleien“, die vor gut einem Jahr erschien, führte Baumert seine Erhebung per Fragebogen durch, diesmal bei 86 von bundesweit 186 überörtlich tätigen Sozietäten. Neben der Auswertung der gut 45% Rücklaufbögen veranlasste Baumert auch seine Erfahrungen aus praktischer Beratertätigkeit in der Zwischenzeit zu weiteren Thesen, einige davon unbequem für die Adressaten. So seien viele der bisherigen Kanzleizusammenschlüsse „eher ein Zeichen von Schwäche als ein Merkmal von Stärke“ und dienten häufig als Ausweg für unzureichende Profitabilität. Insbesondere bei den Mergers zwischen britischen und deutschen Lawfirms dürfte es sich vielfach um unfriendly take overs durch britische Kanzleien handeln.“ Als Grund nennt Baumert eine „unzureichende Profilierung des Dienstleistungsspektrums deutscher Anwaltskanzleien“ inmitten eines Marktes, den Baumert im Wandel zu einem Käufermarkt sieht.

Anfang März fand an der Universität Leipzig der erste Leipziger Insolvenzrechtstag statt. Veranstalter war das Institut für Anwaltsrecht (Prof. Dr. Christian Berger), unterstützt vom Leipziger Büro der schwerpunktmäßig auf Insolvenzrecht spezialisierten Kanzlei Hermann Bähr Michl Lenhard Fiedler. Laut Teilnehmerliste waren 231 Teilnehmer von Kanzleien, Universitäten, Gerichten, Finanzdienstleistern und anderen Institutionen angemeldet. Die Vorträge und anschliessenden Kurzdiskussionen fanden in einem Hörsaal der Universität statt. Berger beschrieb die Entstehungsgeschichte des Insolvenzrechtstages: „Drei Säulen tragen letztlich die heutige Veranstaltung: Der studentische Arbeitskreis zum Insolvenzrecht der Universität, das Leipziger Insolvenzrechtsforum und die Lehrstühle, die sich an der Universität mit Insolvenzrecht befassen. Der Insolvenzrechtstag sollte kein geschlossener Kreis sein, sondern insbesondere jungen Juristen die Möglichkeit der Teilnahme eröffnen.“

Dinslaken

Das OLG Düsseldorf hat eine einstweilige Verfügung, die eine Initiative von 37 Dinslakener Anwälten vor dem LG Duisburg gegen die örtliche Kanzlei Hülsemann Lührmann Blatt erwirkt hatte, weitgehend aufgehoben. Das Gericht entschied damit einen lang andauernden berufsrechtlichen Streit um Fragen der Anwaltswerbung, den beide Seiten in Form von Rundschreiben, Zeitungsartikeln und –inseraten auch öffentlich ausgetragen hatten (JUVE Rechtsmarkt 11/99).In seinem Urteil wies das OLG unter anderem den Antrag der Anwaltsgruppe zurück, Werbung der Kanzlei mit dem Kürzel „JurForm“ zu unterbinden. Mit dieser Wortschöpfung hatte Hülsemann ein eigenes Dienstleistungspaket im juristischen Forderungsmanagement präsentiert. Das Gericht nahm damit zum ersten Mal zu der Frage Stellung, ob Anwälte mit solchen Marken bzw. Kurzbezeichnungen Werbung machen dürfen. „Erfreulicherweise hat das OLG Düsseldorf insoweit festgestellt, dass sich die Form der Außendarstellung der rechtsberatenden Berufe weiterentwickelt habe und wir uns diesen Verhältnissen angepasst haben“, reagierte Namenspartner Dietrich Hülsemann befriedigt auf das Urteil, das er für wegweisend hält: „Unserer Auffassung nach dürfte diese Entscheidung über den konkreten Fall hinausgehende Bedeutung haben.“

Am 24. Februar fand der zweite Hamburger Absolventenkongress für Juristinnen und Juristen in Räumlichkeiten der Handelskammer Hamburg statt. 23 Aussteller, davon 19 Kanzleien der Top-30, aber auch kleinere Hamburger Sozietäten sowie vier Kreditinstitute (Deutsche, Dresdner, Commerzbank und Hamburger Sparkasse), hatten die Gelegenheit, Bewerber für Praktika, Referendarstagen oder Anstellungen kennenzulernen. 120 Bewerber nahmen ihre Bewerbungsgespräche wahr. Im Vorfeld hatten sich die potentiellen Arbeitgeber den jungen Juristen—überwiegend Referendare und Assessoren—in einer Bewerberinformation kurz vorgestellt. Daraufhin konnten die Bewerber ihre Profile und Unterlagen samt ihrer Gesprächswünsche dem Förderkreis übersenden, der sie an Kanzleien und Banken weiterleitete. Etwa 800 dieser Bewerberprofile haben die Veranstalter insgesamt erreicht. Die Bewerberauswahl trafen dann die Kanzleien selbst. Gespräche fanden am Kongresstag im Halbstundentakt statt, so dass die Aussteller 14 bis 15 Kandidaten im Einzelgespräch kennenlernen konnten. Die Veranstaltung wurde vom 1994 aus einer Studenteninitiative gegründeten Förderkreis des Fachbereichs Rechtswissenschaft der Universität Hamburg e.V. im vergangenen Jahr ins Leben gerufen. Der Förderkreis mit zur Zeit etwa 500 Mitgliedern hat sich zum Ziel gesetzt, den Fachbereich Jura in Hamburg durch Ausstattungsverbesserungen, Vorträge und spezielle Projekte wie ein monatliches Alumni-Treffen oder die Veranstaltungsreihe Advo-Connecta, in denen sich Kanzleien Studenten informell bei sogenannten „Freitisch“-Abenden vorstellen, zu unterstützen.

Der Heidelberger Baurechts-Spezialist Thomas Gatzka wurde Ende März wegen Untreue und Parteiverrats zu drei Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Gatzka hatte den Bauunternehmer Roland Ernst, einen der größten Bauträger Europas, rechtlich beraten. Einen Tag nach dem Urteil gegen Gatzka wurde Ernst in Untersuchungshaft genommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ernst im Zusammenhang mit dem DM 290 Mio. teuren Verkauf des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) in Bonn an die Bayerische Beamtenversicherung (BBV), Deutsche Pfandbriefanstalt und VEBA Immobilien AG. Beim Verkauf des von Ernst und dem Bonner Bauträger Berthold Kaaf errichteten Bürogebäudes sind Schwarzgelder in Höhe von rund DM sechs Mio. geflossen. Gatzka hatte den Kaufvertrag mit einer Klausel formuliert, die den beteiligten Makler unberechtigt bereicherte und nun zu seiner eigenen Verurteilung führte. Bisher war er Namens-Partner der Kanzlei Gatzka, v. Rosenthal & Partner, welche jetzt ohne ihn unter dem Namen Bornheim, v. Rosenthal und Kollegen firmiert. „Für Herrn Gatzka ist dies natürlich ein herber persönlicher Schlag, aber von unseren Mandanten haben wir deutliche Vertrauensbeweise erhalten, uns ist kein Mandat verloren gegangen,“ äußerte sich Dr. Helmerich Bornheim zu der Verurteilung seines ehemaligen Partners.

Neue MDP in Köln

Die in Köln ansässige Kanzlei Strauch Pohl Kersten Lieser ist mit einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft fusioniert. Gemeinsam firmiert man nun als Strauch Schuster & Partner.Die Kölner Kanzlei, die zehn Anwälte in ihren Reihen zählt, hat ihre wirtschaftsrechtliche Ausrichtung durch Fusion mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Schuster & Partner unterstrichen. Mit nunmehr elf Partnern verschiedener Ausrichtung will man sich noch stärker als bisher der Beratung im internationalen Rechtsverkehr, insbesondere dem Akquisitionsgeschäft widmen. Hier betreut man unter anderem einen ausländischen Konzern der Abfallwirtschaft bei Akquisitionen in verschiedenen europäischen Ländern. Traditionell sind auch die Kontakte der Kanzlei nach Frankreich besonders intensiv.

Anzeige

Stellenmarkt zur Übersicht

Volljurist:in/Referent:in für die Abteilung Prozessführung/Litigation

Volljurist:in / Referent:in (m/w/d) für die Abteilung Prozessführung / Litigation, Wiesbaden

Volljurist Energierecht / Vollzeit / Köln

rhenag Rheinische Energie AG, 50968 Köln