Markt und Management

In Belgien, wo die Regelungen für multidisziplinäre Praxen besonders streng gefaßt sind, hat sich erstmals eine Kanzlei entschlossen, sich mit einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zusammenzutun.Die aus fünf Partnern bestehende Kanzlei Caestecker & Partner hat sich bei der belgischen Anwaltskammer darum beworben, sich Andersen Legal angliedern zu dürfen, nachdem die Kammer ihre berufsrechtlichen Regeln leicht gelockert hatte. WP-Gesellschaften und Kanzleien dürfen jetzt sowohl offiziell Arbeit untereinander vergeben als auch bis zu einem gewissen Grad ihre Kosten teilen.

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Wer geht, wer kommt, was bleibt? Aktuelle Personalien, die den Markt bewegen - im übersichtlichen Newsticker! Alle ansehen

Landwell, das Kanzleiennetzwerk von PwC hat mitgeteilt, dass es seine Präsenz in Südost-Asien weiter verstärken will.Um die Standorte in Vietnam und Kambodscha aufzubauen, hat Landwell den Managing Anwalt der US-amerikanischen Kanzlei Deacons Graham & James, Damian Clowes, abgeworben. Zunächst wird man in Saigon eröffnen, Hanoi soll dann zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

PricewaterhouseCoopers' britische Kanzlei, Arnheim Tite & Lewis, hat ein Anwaltsteam an Ernst & Young verloren. Mit diesen Kollegen wird E&Y eine Kanzleitochter aufbauen.Managing Partner Christopher Tite und der weitere Namenspartner Mark Lewis, der das IT- und Telekomdepartment geleitet hatte, werden schon bald zu Ernst & Young wechseln. Eine größere Zahl weiterer Anwälte von PwC – es ist von bis zu 20 die Rede – werden ihnen folgen.

Seit dem 1.Februar 2000 kooperiert Lovells Boesebeck Droste mit Dr. Squarra & Partners in Budapest. Schwerpunkte des Büros unter der Leitung von Dr. Thomas Squarra sind Wirtschafts- und Gesellschaftsrecht. Eine weitere Zusammenarbeit vereinbarte Lovells jetzt mit der juristischen Fakultät der Central European University (CEU) in Budapest, deren Ziel es ist, hochqualifizierten europäischen Jung- Anwälten die Chance einer professionellen Aus- und Weiterbildung im internationalen Wirtschaftsrecht zu geben.

Dem Büro in der spanischen Landeshauptstadt gehören Juan Tena als geschäftsführender Partner, Luis Munoz als Partner und acht andere Of-Counsel und Associates an, die vorher Teil der auf M&A, Securitisierungen, Bankrecht und structured finance, Handelsprozess und Schiedsvefahren spezialisierten spanischen Kanzlei Tena, Munoz y Associados waren. Einer der Gründe, in Spanien ein Büro zu eröffnen, war der wirtschaftlich sehr stabile und starke Markt in Spanien.

Vier Partner sind zum Februar zu Clifford Chance gewechselt. Marcus Billam und Frederic Peltier wechseln von Darrois Villey Maillot & Brochier, einer der führenden M&A-Kanzleien Frankreichs, in das Pariser Büro von Clifford Chance. Billam und Peltier verfügen über gute Kontakte zu französischen Unternehmen und Investmentbanken. Damit sind in Paris nunmehr 25 Anwälte für Clifford Chance tätig.

Zum 1. Februar hat Oppenhoff & Rädler Linklaters & Alliance für ihr Münchner Büro den Wirtschaftsstrafrechtler Dr. Kai Hart-Hönig gewinnen können. Hart-Hönig, der vom Clifford Chance Pünder-Büro am Ort kam, war zuvor sechs Jahre als Staatsanwalt im Frankfurter Sonderdezernat Großverfahren tätig gewesenÜber besondere Erfahrung verfügt Hart-Hönig in den Bereichen Unternehmens-, Insolvenz-, Bilanz- und Steuerstrafrecht sowie Korruption. Bereits im vergangenen Jahr hatte Oppenhoff Bernhard Swienty als Associate geholt, der zuvor zweieinhalb Jahre Staatsanwalt in München und dort auf Großverfahren bei Produktpiraterie, Betrug und Untreue spezialisiert war.

Das Kölner Institut für Anwaltsrecht veranstaltete am 9. Februar in den Räumen des Gerling Konzerns eine Tagung zum Thema Rechtsschutzversicherung und Prozeßfinanzierung. Unter anderem referierte Prof. Dr. Barbara Grunewald zur Zulässigkeit des Prozessfinanzierungsmodells der FORIS AG. Neben Richter am BGH Wolfgang Römer, Vertretern der führenden Rechtsschutzversicherer, Kölner Anwälten und Vertretern von DAV und Anwaltskammern war auch Dr. Lothar Müller-Güldemeister, Vorstand der FORIS AG, gekommen, um aktuelle Fragen der Prozessfinanzierung durch Rechtsschutzversicherer und neuere Modelle zu diskutieren. Grunewald legte dar, dass aus ihrer Sicht die Prozessfinanzierung durch FORIS – wie auch das Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen bereits festgestellt hat – keine Versicherung darstelle, sondern dass vielmehr zwischen dem Inhaber einer Forderung und FORIS ein Gesellschaftsvertrag entstehe: beide haben das gemeinsame Interesse, den Prozess zu gewinnen und den Erlös in Form einer erstrittenen Forderung zu teilen. Die Gesellschaft, die nach außen nicht in Erscheinung trete, entstehe als Innengesellschaft. „Der Prozessfinanzierungsvertrag als solcher verstößt nicht gegen das Rechtsberatungsgesetz oder die BRAO und ist nicht nichtig“, fasste Grunewald zusammen, „wenn auch einzelne Klauseln einer Beurteilung durch das AGBG vermutlich nicht standhalten.“ Römer sah aber auch die Frage der Versicherereigenschaft noch nicht als abgeschlossen an.

Osborne Westphalen

Die Partner der EWIV mit Graf von Westphalen Fritze & Modest als deutschem Mitglied wollen ab dem nächsten Jahr gemeinsames Wirtschaften erproben. Osborne Westphalen Alliance, die sich jüngst von Osborne Westphalen International umbenannt hat, möchte nun knapp zwei Jahre nach ihrer Gründung eine engere, auch wirtschaftliche Verflechtung ihrer Mitgliedskanzleien einläuten. Ab dem Jahr 2001 soll, zunächst auf ein Jahr beschränkt, ein erstes Gewinnverteilungsmodell getestet werden: ein einstelliger Prozentsatz des Umsatzes soll in eine gemeinsame Kasse fließen und nach bestimmten Kriterien an einzelne Partner verteilt werden. Über die Verteilung im einzelnen wird ein Komitee von Vertretern aus den verschiedenen angeschlossenen Kanzleien entscheiden. Dr. Klaus Landry, Hamburger Partner von Graf von Westphalen und derzeit deutsches Mitglied im Executive Committee von OWA, ist nach der neuen Regelung für die Position eines Managing Partners für den Verbund in Deutschland vorgesehen.

Die Kanzleien Kraatz Probandt-v. Dassel sowie Karbowski Masling Heger haben sich mit der überörtlichen Sozietät Buse Heberer Fromm verbunden. Der neue Kanzleiname ist Buse Heberer Fromm Kraatz Masling. Standorte werden in Hamburg, Frankfurt, Berlin, Düsseldorf, Essen, Leipzig, London, Mailand und Zürich unterhalten und es werden insgesamt etwa 80 bis 90 Anwälte tätig sein. Schwerpunkte der Kanzlei liegen in Hamburg im Medienrecht, in Frankfurt im Bau-, Immobilien-, Bank- und Lebensmittelrecht, in Düsseldorf im Steuerrecht, Schiedsverfahren und Auslandsmandaten sowie in Essen mit Jürgen Masling im kollektiven Arbeitsrecht. Masling verfügt über gute Kontakte zur Ruhrindustrie. Dr. Henning Stahl aus dem Düsseldorfer Büro meint zur Fusion: „Wir erwarten uns Synergien von den neugewonnenen Standorten. Strategisch haben wir noch einen Standort in München angepeilt.“

Anfang des Jahres hat sich eine neue Kanzlei in Hamburg niedergelassen, die vorwiegend aus ehemaligen Junior-Partnern des Feddersen Laule-Büros der Hansestadt besteht. Glauber Steinberg Stenger Hannemann ist insbesonders im Versicherungsrecht spezialisiert – drei der Gründungsmitglieder sind in diesem Bereich tätig.Jan Volker Glauber begründet seinen Weggang mit dem Wunsch, die Betonung auf mandantennahem Kontakt fortzusetzen. „Wir legen besonders viel Wert auf die persönliche Beratung des Unternehmers durch die Partner der Sozietät. Der Mittelstand ist unser Stammklientel.“ Glauber ist vorwiegend als Versicherungsrechtler bekannt, aber auch im Gesellschaftsrecht und M&A tätig. Dr. Wolf Steinberg, ehemaliger Namenspartner von Dr. Steinberg und Behr betreut auch, wie seine neue Partnerin Dr. Britta Hannemann, versicherungsrechtliche Mandate. Schließlich ist Dr. Carola Stenger Mitglied der Sozietät, die vorwiegend mit dem Bereich Gesellschaftsrecht und Bank- und Finanzdiensleistungsrecht beschäftigt ist.

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