Markt und Management

München

Prof. Dr. Jürgen Becker (64), bisheriger Vorstand der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema), wechselt zum August als of Counsel in das Münchner Luther-Büro. Becker kommt nach Beendigung seiner Tätigkeit als Gema-Vorstand zu Luther. Er verstärkt die IP/IT-Service Line, die von dem Kölner Partner Dr. Markus Sengpiel geleitet wird. Mit Becker zählt die Gruppe 26 Anwälte.

Personalien

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Wer geht, wer kommt, was bleibt? Aktuelle Personalien, die den Markt bewegen - im übersichtlichen Newsticker! Alle ansehen
Allen & Overy

Die deutschen Büros von Allen & Overy haben in ihrem Ende April abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 102 Millionen Euro erwirtschaftet. Das entspricht einer Steigerung von 17,5 Prozent. Gründe dafür sind unter anderem die Büroeröffnung in München und die damit verbundene höhere Zahl an Berufsträgern sowie die Eurostärke. Jedoch verzeichnete die deutsche Allen & Overy-Praxis auch einen Anstieg des Umsatzes pro Berufsträger. Damit liegt der deutsche Anteil erstmals bei rund zehn Prozent am weltweiten Umsatz, der rund 1,09 Milliarden Pfund beträgt. Kanzleiweit steigerte Allen & Overy ihren Umsatz um sieben Prozent. Zu dem positiven Ergebnis habe auch die Schwäche des britischen Pfunds beigetragen, so die Kanzlei in einer Pressekonferenz. Der Gewinn vor Steuern hingegen fiel um vier Prozent auf 431 Millionen Pfund. Die Kosten der personellen Restrukturierung, die alle im abgeschlossenen Geschäftsjahr aufgefangen wurden, beliefen sich auf 46 Millionen Pfund.

Arcandor

Der Düsseldorfer Anwalt Horst Piepenburg hat gestern sein Mandat als Generalbevollmächtigter des Arcandor-Vorstands niedergelegt. Der Konzern teilte mit, dass der 55-jährige Namenspartner der Kanzlei Piepenburg - Gerling die Restrukturierung nur noch als Berater unterstützen wird.Der Rückzug des angesehenen Sanierungsprofis nährt Spekulationen, nach denen für das Arcandor-Insolvenzverfahren nicht mehr ein Insolvenzplan mit Eigenverwaltung angestrebt wird. Diese Lösung wäre die Methode der Wahl gewesen, wenn es um die Erhaltung des Konzerns als Ganzes ginge: Der Vorstandsvorsitzende von Arcandor, Dr. Karl Gerhard Eick wäre im Amt geblieben, möglicherweise mit einem Chief Restructuring Officer (CRO) in Person Piepenburgs an seiner Seite. Der bislang vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Klaus Hubert Görg wäre nur noch als Sachwalter aufgetreten, um die Erfüllung des Insolvenzplans zu überwachen.

Japan

Arqis hat ihr Büro in der japanischen Hauptstadt Tokio Mitte Juni mit dem Partner Katsuaki Matsutome verstärkt. Der 53-Jährige wechselte von der Kanzlei Abe & Matsutome, die sich nach seinem Abgang in Abe Wada & Watanabe umbenannt hat. Matsutome war dort seit 1998 Namenspartner. Schon seit 2003 gab es eine feste Zusammenarbeit zwischen Abe & Matsutome und Arqis beziehungsweise ihrer Vorgängerkanzlei in Tokio, Haarmann Hemmelrath. Nach Matsutomes Wechsel ist die Kooperation eigentlich beendet, sie läuft allerdings auf freundschaftlicher Basis informell weiter.

Energierecht

Jörg Rodehorst ist neuer Leiter des Bereichs Recht und Grundstückswirtschaft der Stadtwerke Wuppertal (WSW). Der 40-Jährige war zuvor kaufmännischer Geschäftsführer der Tochtergesellschaft WSW Netz, die das Strom- und Gasnetz in Wuppertal betreibt. Rodehorsts Vorgänger Dr. Dietmar Hempel ist seit Anfang Juli als selbstständiger Rechtsanwalt in Dortmund tätig. Er kooperiert dort mit der Energierechtskanzlei Höch & Partner. Sein Schwerpunkt liegt bei Energieversorgungsunternehmen, die er vor allem im Energievertragsrecht berät und vertritt.

Spanien

Kaum eine andere europäische Volkswirtschaft leidet derzeit so stark unter den Folgen der Immobilien- und Finanzkrise wie Spanien. Doch für das abgelaufene Geschäftsjahr zeigten sich die Umsätze der iberischen Wirtschaftskanzleien davon noch unbeeindruckt. Im Durchschnitt elf Prozent Umsatzplus erzielten die Kanzleien, wie aus aktuellen Zahlen hervorgeht, die das Wirtschaftsmagazin 'Expansion' Anfang Juli veröffentlichte.Die Rangfolge der umsatzstärksten Kanzleien blieb in 2008 nahezu unverändert. Weiterhin führt ein Triumvirat aus Garrigues (296,8 Millionen Euro; plus 15 Prozent), Cuatrecasas Gonsalves Pereira (240,6 Millionen Euro; plus 7 Prozent) und Uria & Menendez (174,8 Millionen Euro; plus 8 Prozent) den iberischen Markt an. Auch auf den Plätzen vier bis sechs gab es keine Veränderungen. An vierter Stelle der umsatzstärksten spanischen Kanzleien rangiert die WP-Kanzlei Landwell mit einem Erlös von 115,8 Millionen Euro. Clifford Chance erwirtschaftete 74,7 Millionen und sicherte sich trotz eines mageren Umsatzplus von 1 Prozent Platz 5, gefolgt von KPMG Abogados mit 67,2 Millionen Euro.

Harter Schlag für Clifford

Kolja von Bismarck (50) wechselt von Clifford Chance zu Linklaters. Damit verliert Clifford die Leitfigur ihrer Restrukturierungs- und Insolvenzpraxis. Der genaue Zeitpunkt des Wechsels steht noch nicht fest.Von Bismarck ist einer der profiliertesten deutschen Restrukturierungsanwälte. Er ist seit zwölf Jahren Partner bei Clifford beziehungsweise der Vorgängerkanzlei Pünder Volhard Weber & Axster. Die Liste seiner Restrukturierungsmandate ist lang: Zuletzt beriet von Bismarck GM Europe bei den Rettungsaktionen für Opel, ein Bankenkomitee bei der Restrukturierung des Dachziegelherstellers Monier sowie dem Vernehmen nach Metro bei ihrer Kaufofferte für die Karstadt-Warenhäuser. Er engagiert sich außerdem für Reformen des Insolvenzrechts, etwa über die Turnaround Management Association. Zusammen mit Dr. Lars Westpfahl von Freshfields Bruckhaus Deringer präsentierte er Anfang des Jahres vor verschiedenen politischen Gremien in Berlin Vorschläge zu einer schnellen Anpassung des Insolvenzrechts an die Krisenlage.

Essen

Die Essener Sozietät Sondermann hat sich zum Juli Heinemann & Partner angeschlossen. Der bisherige Namensgeber der Sozietät, Dr. Wolf Dieter Sondermann (69), und Birgit Hejma (35) stiegen beide als Counsel ein. Heinemann & Partner, die auch nach dem Zugang des Duos weiter unter ihrem alten Namen firmiert, gewinnt durch die beiden Quereinsteiger vor allem Erfahrung im Öffentlichen Recht hinzu.

Inhouse

Die Investmentbank Rothschild schafft in Deutschland eine eigene Rechts- und Complianceabteilung und holt dafür in Frankfurt Dr. Axel Stafflage vom Wettbewerber UBS. Der 40-Jährige arbeitet ab Oktober als zunächst einziger Jurist der expandierenden Bank, die ihre rechtlichen Angelegenheiten bislang primär aus London heraus abwickelte.Bei der UBS verantwortete Stafflage seit 2007 den zusammengefassten Bereich Eigenkapitalmarktrecht und M&A, in dem 2 Juristen der insgesamt knapp 20 Berufsträger zählenden Rechtsabteilung tätig sind. Stafflage war im Februar 2004 zur UBS gekommen, zuvor arbeitete er rund zwei Jahre als Associate bei Allen & Overy. Begonnen hatte er seine Karriere bei der Citigroup.

München

Der Münchner Vergaberechtler Dr. Wolfgang Renner ist zum Juli von Beiten Burkhardt zu Heuking Kühn Lüer Wojtek gewechselt. Der 40-Jährige stieg als Equity-Partner ein und soll am Münchner Standort den Aufbau der Vergaberechtspraxis verantworten. Renner arbeitete seit dem Jahr 2000 bei Beiten, seit 2006 als Senior-Salary-Partner. Heuking bestätigte auf Nachfrage den Zugang. Dr. Armin Freiherr von Grießenbeck, Mitglied des Management-Ausschusses der Kanzlei, sagte: "Wir freuen uns, mit der ausgewiesenen Expertise und Erfahrung von Wolfgang Renner unsere deutschlandweit renommierte Vergaberechts- und ÖPP-Praxis auch am Münchner Standort zu verstärken." Renner gehörte zu dem Team, das für den Bund die Ausschreibungen des milliardenschweren IT-Projekts Herkules begleitete, er beriet zuletzt aber unter anderem öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten im Grundsatzstreit um deren Beurteilung als öffentliche Auftraggeber.

Am 9. Juli ist Prof. Dr. Werner Hoppe nach einem Unfall verstorben. Der bekannte Öffentlich-Rechtler, der zuletzt als of Counsel bei Gleiss Lutz arbeitete, wurde 79 Jahre alt. Seine berufliche Laufbahn begann Hoppe 1959 als Anwalt in Münster. 1972 übernahm er nach seiner Habilitation den von ihm gegründeten Lehrstuhl für Raumplanung und Öffentliches Recht der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Er war unter anderem Geschäftsführender Direktor des Zentralinstituts für Raumplanung sowie Mitglied des Sachverständigenrats für Umweltfragen und des Beirats für Raumordnung bei der Bundesregierung. Nach seiner Emeritierung im Jahr 1995 war er bis zu seinem Tod of Counsel bei Gleiss Lutz.