Meinung

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Vor nicht allzu langer Zeit sagten diverse Studien den Vormarsch alternativer Rechtsdienstleister voraus. Diese hätten mit schlanken Strukturen und technischem Know-how das Zeug, Großkanzleien mit ihren Heerscharen von Associates arbeitslos zu machen, indem sie ihnen die Commodity-Arbeit wegnehmen. Dann kam Dieselgate, und was machte die VW-Kanzlei Freshfields? Stellte massenhaft Juristen ein, die Berge von Akten sichten und bewerten. Commodity-Arbeit.

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Der europäische Verbraucher soll seine Rechte besser durchsetzen können, deshalb bekommt er ein neues Schwert für den Kampf gegen hartleibige Konzerne: die Sammelklage. Damit aber niemand mit diesem Schwert wild um sich schlägt, macht es der Gesetzgeber vorsorglich stumpf – so stumpf, dass es auch dem Feind, für den es gedacht war, nichts mehr anhaben kann. Das ist so übertrieben vorsichtig, dass man es auch gleich ganz lassen könnte.

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Morgen beginnt eine neue Ära des Datenschutzes. Seit zwei Jahren läuft der Vorbereitungswahn auf die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), kaum ein Gesetz der vergangenen Jahre hatte so massive Auswirkungen für Unternehmen. Daneben zieht noch eine andere Gefahr am Horizont auf: die Musterfeststellungsklage. Daraus ergibt sich ein explosives Gemisch.

Kommentar zu Legal Tech

Ja, der Hype ist riesig. Seit gut zwei Jahren spricht die Juristenbranche von Legal Tech – und inzwischen haben die meisten Inhouse-Counsel erkannt, dass diese Entwicklung nicht an ihnen vorbeigehen wird. Und dass sie Legal-Tech-Tools einsetzen müssen. Aber wie und warum eigentlich? Das ist vielen Rechtsabteilungen völlig unklar, wie eine amerikanische Umfrage unter Unternehmensjuristen ergab.

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Als Ende Februar die US-Kanzlei Bryan Cave ihre Fusion mit der britischen Sozietät Berwin Leighton Paisner bekannt gab, erregte das hierzulande wenig Aufsehen. Selbst in London wurde das Vorhaben nur mit einem Achselzucken quittiert. Aber das wird dem Zusammenschluss nicht gerecht, denn er wirft ein Licht darauf, wie sich der strategische Ansatz von Kanzleien außerhalb des Marktführerkreises entwickelt.

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Chrocziel, Koffka, Wolfers, Posser, Spieth – Freshfields verliert in diesen Tagen erneut große Namen aus ihren Partnerreihen. Doch das Muster wiederholt sich schon seit rund drei Jahren: Geht es auf das Ende des Geschäftsjahres im April zu, mehren sich die Meldungen über Freshfields-Partner, die die Kanzlei verlassen.

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Linklaters eröffnet im Frühjahr ein Büro in Hamburg. Es wird der fünfte deutsche Standort für die Magic-Circle-Kanzlei, den sie zunächst mit zwei etablierten Linklaters-Partnern besetzt: mit dem Frankfurter Steuerpartner Prof. Dr. Jens Blumenberg und mit Corporate-Partner Wolfgang Sturm aus Düsseldorf. Im Markt herrscht noch Rätselraten darüber, was Linklaters in Hamburg vorhat.

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Inzwischen gibt es kaum noch einen Konzern, der nicht in einem aufwändigen Auswahlprozess Rechtsberater für einen längeren Zeitraum verpflichtet hat. Das Ziel solcher Panels: Kosten senken und langfristige, vertrauensvolle Beziehungen aufbauen. So weit, so sinnvoll. Sinnvoll ist es aber auch, eine Hintertür offen zu lassen, um Mandate außerhalb der Riege der Erwählten vergeben zu können.

Kommentar zu Compliance

Bilfinger hat viel Lehrgeld bezahlt. Rund 180 Millionen Euro hat das Unternehmen bislang in die Überarbeitung seiner Compliancestrukturen investiert. Es hat – nach vielem Hin und Her – seine Führungsriege ausgetauscht, die Konzernstruktur überarbeitet und Ex-FBI-Direktor Louis Freeh als Berater engagiert. Wenn der Compliance-Monitor Mark Livschitz Ende 2018 das Unternehmen verlässt, liegen fünf Jahre harter Arbeit hinter Bilfinger. Die haben sich gelohnt. Weil das Geschäftsmodell sich geändert hat. Weil das Compliancesystem nun zu den besten in Deutschland zählen dürfte. Und weil sich Bilfinger rein gewaschen hat. Das hätte der Konzern alles viel früher haben können.

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Erst Achim Herfs, dann Steffen Oppenländer – was ist da los auf der Insel der Seligen? Über Jahre hinweg war Hengeler Mueller zu recht stolz darauf, keine Abtrünnigen zu haben. Viel Wert legte Deutschlands profitabelste unabhängige Großkanzlei auf den Zusammenhalt ihrer Partnerschaft. Wer Hengeler verließ, hatte meist die besten Jahre hinter sich und noch einmal Lust auf was Neues. So wie Klaus-Dieter Stephan, der sich im Sommer 2015 selbstständig machte. Oder Birgit Spießhofer, die vor sieben Jahren als of Counsel zu Dentons ging. Nur einmal musste ein gestandener Partner gehen. Aber auch das ist Jahre her.

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Niemand hätte mit dem Ergebnis des Brexit-Referendums gerechnet. Niemand weiß, wie der europäische Rechtsmarkt im April 2019 aussehen wird. Und trotz all dieser Fragezeichen bleiben die Kanzleien optimistisch. Warum eigentlich?

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