Meinung

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Der Zeitpunkt war gut gewählt. Wenige Tage nachdem der Europäische Gerichtshof grünes Licht für das EU-Patent und das neue Europäische Patentgericht (UPC) gegeben hat, verkünden Reimann Osterrieth Köhler Haft (ROKH) und Hoyng Monegier überraschend ihre Fusion. Immerhin handelt es sich bei beiden um maßgebliche europäische Prozesskanzleien im IP. Vor allem die deutschen Patentboutiquen stehen nun gehörig unter Druck.

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Was ist bloß mit der Jugend von heute los? Lauthals echauffiert sich mancher altgediente Anwalt über den fehlenden Ehrgeiz vieler junger Kollegen, die „nur Geld wollen und Fortbildungen von morgens bis abends, statt dass sie etwas aufbauen und sich für die Kanzlei einsetzen, wie das für uns damals selbstverständlich war“. Tja, damals. Als ein junger Top-Jurist noch damit rechnen konnte, in einer Wirtschaftskanzlei nach ein paar Jahren Partner zu werden.

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Die Klage von Stefan Mappus gegen Gleiss Lutz ist unbegründet. Bei solchen Nachrichten sollten in Stuttgart doch eigentlich die Champagnerkorken knallen? In der Retrospektive des einst gefeierten EnBW-Deals kommt bei Gleiss aber schon lange keine Euphorie mehr auf. Weil Mappus sie vor dem Oberlandesgericht wohl weiter attackieren wird. Weil der Vorwurf der Falschberatung weiter im Raum stehen bleibt. Und weil der Richterspruch in erster Instanz ein Freispruch zweiter Klasse ist.

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Die Einheit der Anwaltschaft ist eine Illusion. Die Diskussionen nach den Rentenurteilen des BSG haben den Graben, der sich durch die BRAK zieht, für jedermann sichtbar gemacht: München, Brandenburg, die Frankfurter Kammerversammlung und der Vorstand der Kölner Kammer haben sich für eine berufsrechtliche Lösung zugunsten der Syndizi ausgesprochen. Rechnet man die Syndikusanwälte und ihre Unterstützer in anderen Kammern hinzu, dürfte eine Mehrheit locker zusammenkommen.

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Da wer? Dacheng. So heißt die Kanzlei, die zusammen mit ihrem neuen Partner Dentons jetzt die größte Kanzlei der Welt ist. Über 6.500 Berufsträger in mehr als 50 Ländern. Das sind eineinhalb Mal so viele wie bei Baker & McKenzie. Ein Riesenaufschrei im Markt blieb aber aus. Wohl auch weil der Zusammenschluss trotz gut 2.000 Anwälten mehr rund 35 Prozent weniger Umsatz als Baker macht. Und noch immer etwas weniger umsetzt als Jones Day auf Platz 10 des Umsatz-Rankings. Mit 4.000 Anwälten weniger wohlgemerkt.

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Fusionen unter Insolvenzkanzleien haben bis dato eine niedrige Erfolgsquote. Zu oft sind Verwalter damit gescheitert, ihre Kanzleien zusammenzuführen. Synergieeffekte existierten nur auf dem Papier, und meistens standen auch die Egos der Führungsspitzen im Weg. Doch den Egotrip kann sich die Insolvenzbranche nicht mehr leisten. Das beweist die Fusion von hww und Hermann.

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Alle Jahre wieder keimt die Diskussion auf. Ist die Lockstep-Vergütung die Ursache für die Schwäche englischer Top-Kanzleien auf dem amerikanischen Anwaltsmarkt?

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Mit dem Abgang von Alexander Schröder-Frerkes als deutschem Managing-Partner geht bei Bird & Bird eine kleine Ära zu Ende – seit 2007 hat der 53-Jährige die Geschicke der Kanzlei mitgeprägt. Nun wird er durch ein Dreier-Gremium ersetzt.

Kommentar 11/14

Stuttgart ist das Dornröschen unter den regionalen Anwaltsmärkten: sehr attraktiv, aber ziemlich verschlafen. Im Ländle blüht eine beratungshungrige Unternehmerschaft wie sonst nirgends, aber bisher hat das noch keine internationale Großsozietät an den Neckar gelockt. Stattdessen haben sich neben den Platzhirschen Gleiss und CMS eine Reihe alteingesessener Regionalkanzleien mit teils jahrzehntealten Mandatsbeziehungen im Status quo eingerichtet. Lange galt: Im Südwesten nichts Neues.

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Keine andere Top-Kanzlei sorgte in den vergangenen Jahren für so viele positive Schlagzeilen durch Personalien wie Allen & Overy. Der Gewinn des Arbeitsrechtlers Thomas Ubber und des Gesellschaftsrechtlers Hans Diekmann waren nur zwei in einer Reihe von cleveren Schachzügen, für die das Management zurecht viel Lob einheimste. In der wichtigen Kapitalmarktpraxis aber liefert sie schon länger keine strategische Glanzleistung ab. Dies verdeutlicht nun auch der Weggang des aufstrebenden Partners Gernot Wagner.

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Kann es gut gehen, eine Kanzlei von einem Full-Service-Anbieter zu einer ‚Deal-Firm‘ umzumodeln? Zerreißt es eine Partnerschaft, wenn man ihr die historischen Wurzeln abschneidet? Erträgt sie einen Quereinsteiger, der mehr verdient als jeder andere Partner der Sozietät?