IPO

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Der Bioethanol-Hersteller CropEnergies ist am Parkett der Frankfurter Börse gestartet. Das Unternehmen platzierte im Prime Standard 25 Millionen Aktien, das Emissionsvolumen lag bei rund 200 Millionen Euro. Eine Mehrzuteilungsoption, die dem Mutterkonzern Südzucker zugeflossen wäre, wurde nicht ausgeübt. Der Mannheimer Zuckerproduzent Südzucker bleibt mit rund 71 Prozent der Anteile weiter Mehrheitsaktionär. CropEnergies stellt aus Getreide und künftig auch Zuckerrüben Bioethanol für den Einsatz als Kraftstoff in Fahrzeugen her und erzielte im ersten Halbjahr ihres Geschäftsjahres einen Umsatz von 65 Millionen Euro. Konsortialführer war die Deutsche Bank. (René Bender)

  Juve Plus Zweitgrößter Börsengang des Jahres

Die Immobilienholding Gagfah ist Mitte Oktober an der Frankfurter Börse gestartet. Der US-Finanzinvestor Fortress hatte den IPO seiner Immobiliengruppe aufgrund des starken Investoreninteresses um ein paar Tage vorgezogen. Mit einem Emissionsvolumen von 853 Millionen Euro ist es nach Wacker Chemie der zweitgrößte IPO des Jahres.

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Der Halbleiterkonzern Infineon hat seine Speicherchiptochter Qimonda in New York an die Börse gebracht. Das Emmissionsvolumen belief sich auf 546 Millionen US-Dollar, Konsortialführer des IPOs waren Credit Suisse, Citigroup und JP Morgan. Ein Börsengang in Deutschland ist nach Unternehmensangaben derzeit nicht geplant. Qimonda ist ein Hersteller von Speicherprodukten und wurde Anfang Mai dieses Jahres von der Infineon-Technologie AG ausgegliedert. Qimonda beschäftigt rund 10.500 Mitarbeiter weltweit, davon 4.300 in Deutschland, und erzielte 2005 einen Umsatz von rund 2,8 Milliarden Euro.

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Der private Briefdienstleister PIN Group hat die Wettbewerber Citipost und West Mail übernommen. Citipost agiert mit rund 1500 Zustellern und 200.000 Sendungen täglich in großen Teilen Niedersachsens und den ostdeutschen Bundesländern, während sich das Zustellangebot von West Mail mit 420 Zustellern und täglich 100.000 Sendungen auf das gesamte Rheinland, den Niederrhein und das Bergische Land erstreckt. Die Verlagsgruppe Madsack als bisheriger Citipost-Gesellschafter und die West Mail-Gesellschafter DuMont Schauberg, Rheinisch-Bergische Verlagsgesellschaft und W. Girardet erhielten für den Verkauf ihrer Anteile im Gegenzug Aktien an der PIN Group.

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Der Börsenjournalist Egbert Prior ist mit der neu gegründeten Prior Capital AG selbst an die Börse gegangen. Die VEM begleitete den IPO im Freiverkehr der Frankfurter Börse. Ungewöhnlich an dem Börsengang ist, dass Prior mit dem Erlös aus dem Emissionsvolumen von rund 5,2 Millionen Euro erst eine Beteiligungsgesellschaft nach dem Vorbild eines Hedgefonds aufbauen will. Bislang existiert noch keine nennenswerte Unternehmenstätigkeit. Prior wurde als Herausgeber der "Prior-Börse während des Aktienbooms zum Ende der 1990er Jahre mit Anlegeempfehlungen bekannt, die zu massiven Kursbewegungen führten. Die Staatsanwaltschaft hatte daraufhin wegen angeblicher Insidergeschäfter mehrfach Ermittlungsverfahren eingeleitet, konnte Prior dies aber nicht nachweisen.

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Das Regensburger Biotechnologieunternehmen Geneart ist an den Entry Standard der Frankfurter Börse gegangen. Das Emissionsvolumen belief sich auf rund 23,2 Millionen Euro, Konsortialführer des IPOs war die West LB. Geneart produziert künstliche Gene für die Pharmaindustrie und steigerte im vergangenen Jahr seinen Umsatz in dem noch jungen Markt von 2,5 auf 4,5 Millionen Euro. Die bisherigen Investoren, Equinet Partners und S-Refit, stiegen aus dem Unternehmen aus. (René Bender)

  Juve Plus IPO von Standard Life

Der schottische Versicherer Standard Life ist in der vergangenen Woche an die Londoner Börse gegangen. Mit einer Kapitalaufnahme von 1,1 Milliarden Pfund und einem Börsenwert von 4,7 Milliarden Pfund war dies der größte IPO in England seit sechs Jahren.Die Investmentbanken Merrill Lynch und UBS begleiteten die Transaktion als Konsortialführer. Der fünftgrößte britische Versicherer hat weltweit rund sieben Millionen Kunden und verwaltet ein Vermögen von rund 170 Milliarden Euro. Nach Kosteneinsparungen und Umstrukturierungen war Standard Life 2005 in die Gewinnzone zurückgekehrt.

  Juve Plus Flug in neue Sphären

Fast sieht es so aus, als hätte Freshfields Bruckhaus Deringer derzeit ein Abonnement auf IPOs. Bei einer ganzen Reihe von Börsenstarts hat sich die Kanzlei in den vergangenen Monaten beweisen können. Erst vor kurzem betreute ein Frankfurter Team die Münchner Wacker Chemie beim bisher größten IPO dieses Jahres (JUVE 06/06). Wenig überraschend also, dass die Wahl der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Air Berlin bei der Suche nach einer verlässlichen Pilotin für ihren medienwirksam angekündigten IPO auf Freshfields fiel. Beide verbindet zudem schon länger eine Mandatsbeziehung: Seit Jahren begleitet der Frankfurter Partner Dirk Schmalenbach die Luftlinie regelmäßig zu Flugzeugfinanzierungen. Doch die Mandatierung auf Emittentenseite war fast das Einzige, was an dieser Transaktion in gewohnten Bahnen ablief.

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Die Dresdner Factoring AG ist seit Ende April am geregelten Markt an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Der Emissionspreis betrug 11,61 Euro. Das Emissionsvolumen belief sich somit 18,24 Millionen Euro. Das Angebot von insgesamt bis zu 1.586.053 Aktien umfasste ein öffentliches Angebot mit Börsenzulassung in Deutschland sowie eine Privatplatzierung in anderen europäischen Jurisdiktionen. Als Globaler Koordinator und Sole Bookrunner agierte die Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG. Der überwiegende Teil der angebotenen Aktien stammte aus einer Kapitalerhöhung der Gesellschaft. Rund 20 Prozent der angebotenen Aktien kamen aus dem Besitz der Altaktionäre Oklahoma Vermögensverwaltungs GmbH und Sparkassenbeteiligungsgesellschaft Sachsen-Anhalt und Hessen-Thüringen.

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Die Zumtobel AG ist im Mai an die Wiener Börse gegangen. Mit einem Emissionsvolumen von rund 525 Millionen Euro (exklusive einer Mehrzuteilungsoption mit einem Volumen von weiteren rund 79 Millionen Euro) war die Transaktion der größte jemals in Österreich durchgeführte Börsengang eines privaten Industrieunternehmens. Die Zumtobel Aktien wurden in Österreich öffentlich angeboten sowie weltweit bei institutionellen Anlegern platziert. Zusätzlich wurden die Aktien den Mitarbeitern der Zumtobel Gruppe in Deutschland, Frankreich, Schweden, der Schweiz und Großbritanien angeboten. Im Zuge des Börsengangs verkaufte der Private-Equity-Investor Kohlberg Kravis Roberts & Co. den größten Teil seines Anteils an Zumtobel. Die Gründerfamilie Zumtobel reduzierte ihren Anteil am Unternehmen ebenfalls, bleibt aber weiterhin der größte Einzelaktionär. Durch eine Kapitalerhöhung floss der Zumtobel Gruppe zusätzliches Kapital zu.

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Die Berliner Beteiligungsgesellschaft MBB Industries AG ist seit Anfang Mai im Entry Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Die WestLB begleitete als Konsortialbank den Börsengang. Der Platzierungspreis betrug 9,90 Euro. Durch den Börsengang flossen dem 1995 gegründeten Unternehmen vor IPO-Kosten von 15,2 Millionen Euro zu. Nachdem Anfang Juni die WestLB ihre Mehrzuteilungsoption vollständig ausgeübt hat, wurden insgesamt 1,84 Millionen Aktien angeboten.