Markt und Management

Paukenschlag im Insolvenzrecht

Anfang September haben sich die beiden renommierten Insolvenzkanzleien Leonhardt & Partner aus Berlin sowie Dithmar Westhelle Assenmacher Zwingmann & Partner aus Kassel zusammengeschlossen. Der Name der neuen Kanzlei ist Leonhardt Westhelle & Partner.Mit 16 Insolvenzverwaltern und insgesamt 230 Mitarbeitern entsteht die nach Anzahl der Verfahren viertgrößte deutsche Insolvenzrechtssozietät. Alle 13 bestehenden Standorte der beiden Kanzleien bleiben erhalten.

Personalien

Personalien Icon
Wer geht, wer kommt, was bleibt? Aktuelle Personalien, die den Markt bewegen - im übersichtlichen Newsticker! Alle ansehen
Hochkarätige Verstärkung in Frankfurt

Latham & Watkins vermeldet einen weiteren Akquiseerfolg: Der Baker & McKenzie-Partner Dr. Dirk Oberbracht wechselt noch im Laufe dieses Jahres in das Frankfurter Büro der US-Kanzlei. Der 42-Jährige ist vor allem auf Private-Equity-Transaktionen spezialisiert."Ich wurde von Latham angesprochen und freue mich darauf, nach meiner langjährigen Tätigkeit bei Baker in einer anderen exzellenten US-Kanzlei tätig zu werden", sagte Oberbracht. Der Corporate-Anwalt hat in seiner Zeit bei Baker vor allem zu One Equity Partners gute Kontakte aufgebaut. Er beriet den Finanzinvestor unter anderem beim Erwerb der Hanauer Vacuumschmelze und beim Erwerb der Mamor S.p.A. Zudem ist er regelmäßig für Triton und Apax aktiv gewesen.

Linklaters

Linklaters hat Spekulationen aus dem Umfeld der Kanzlei zurückgewiesen, denen zufolge vor allem deutschen Corporate-Partnern durchgreifende Maßnahmen des Londoner Managements drohen.„Es gibt keine Pläne für eine umfassende Statusüberprüfung der deutschen Partner“, stellte David Barnes, Leiter der weltweiten Corporate-Praxis bei Linklaters, gegenüber JUVE klar. „Wir haben eine sehr starke Corporate-Praxis in Deutschland. Tatsächlich haben wir noch Arbeit vor uns, aber ich bin zuversichtlich: Gemeinsam werden wir unser Corporate-Geschäft in Deutschland erfolgreich an die Marktspitze führen.“

Nächster deutscher Partner

Dr. Michael Schütte, einer der angesehensten deutschen Beihilfe- und Außenhandelsrechtsspezialisten, verlässt Ende September das Brüsseler Büros von Freshfields Bruckhaus Deringer und wechselt zu Howrey. Der 54-Jährige ist bereits der vierte deutsche Partner-Quereinsteiger in diesem Jahr für den Brüsseler Standort der US-Kanzlei. Schütte war seit der Zusammenlegung der Brüsseler Büros von Freshfields Deringer und Bruckhaus vor sechs Jahren in der Position des Office Managing Partners und damit eng in die Managementstruktur der Gesamtkanzlei eingebunden. Über seine Bekanntschaft mit dem damaligen Brüsseler Deringer-Repräsentanten Dr. Frank Montag hatten sich 1999 die ersten Kontakte angebahnt, die schließlich in der Großfusion zu Freshfields Bruckhaus Deringer mündeten.

Neu in Frankfurt

Von Boetticher Hasse Lohmann hat ein drittes Büro in Frankfurt eröffnet. Bereits im Juli wechselte dazu Burkhard Rinne (36), der zuvor Associate bei Hengeler Mueller war, als Partner zu der Kanzlei. Bislang war von Boetticher nur in München und Berlin präsent.

Nach nur kurzer Zeit

Vier Münchner Steuerpartner haben Ende August McDermott Will & Emery verlassen. Oliver Kächele (WP/StB, 40), Dr. Joachim Giehl (RA/StB, 39), Marcus Roth (StB, 38) und Claudia Sendlbeck-Schickor (RA/StB, 37) waren erst im Frühjahr 2005 von KPMG zu McDermott gekommen. Soweit bekannt wechseln Roth und Sendlbeck-Schickor zu Deloitte, die genauen Ziele von Kächele und Giehl sind nicht bekannt. Ebenfalls bei McDermott ausgeschieden sind die zwei Associates des Teams. Die Partner waren bis Redaktionsschluss für Stellungnahmen nicht zu erreichen.

Trennung in Düsseldorf

Die angesehene Düsseldorfer Strafrechtsboutique Wessing II Verjans steht vor einer Trennung: Ab Oktober machen die Namenspartner Dr. Jürgen Wessing und Renate Verjans mit jeweils einem Teil der Anwälte in eigener Kanzlei weiter.Wessing wird künftig unter Wessing Rechtsanwälte firmieren. Zweite Partnerin der Kanzlei wird seine Ehefrau Helga Wessing. Komplettiert wird das Team durch den unter anderem in internationalen Strafsachen anerkannten Dr. Heiko Ahlbrecht und drei weiteren Associates.

Latham Deutschland holt auf

Dr. Christina Ungeheuer wird bis Ende des Jahres von Milbank Tweed Hadley & McCloy in das Frankfurter Büro von Latham & Watkins wechseln. Die 41-jährige Partnerin gilt als eine der bekanntesten aufstrebenden Anwältinnen im Leveraged-Finance-Markt. Latham verstärkt durch den Zugang erheblich eines der Kerngebiete ihrer internationalen Finanzpraxis auch in Deutschland.

Goodbye Berlin

Lovells schließt ihr Berliner Büro zum Ende des laufenden Geschäftsjahres im April 2007. Dies hat das International Executive Committee der internationalen Großkanzlei gestern in London beschlossen. Die dafür ebenfalls nötige Zustimmung der Partnerversammlung gilt als sicher. „Wir wollen unsere Investments in Deutschland auf Standorte mit mehr Potenzial konzentrieren", sagte Dr. Harald Seisler, Regional Managing Partner für Kontinentaleuropa. Zudem sei man langfristig in Berlin zu schmal aufgestellt gewesen. Lovells habe den Berliner Partnern und Mitarbeitern Angebote gemacht, an andere deutsche Standorte zu wechseln, hieß es aus Kanzleikreisen. Wer davon Gebrauch macht, ist jedoch noch unklar. Die jetzige Entscheidung sei eine rein strategische, denn auch das Berliner Büro arbeite profitabel.

Kapitalmarktrecht

CMS Hasche Sigle hat ihre Kapitalmarkt-Praxis in Frankfurt mit einem erfahrenen Branchenexperten ausgebaut: Seit August verstärkt Volker Potthoff (52), ehemaliger Vorstand und zuletzt Managing Director der Deutsche Börse AG, das CMS-Team als of Counsel.Potthoff war zunächst bei White & Case in New York und danach als Syndikus bei der BHF-Bank tätig, bevor er 1994 Chefsyndikus bei der Deutschen Börse wurde. Im Jahr 2000 rückte er für den Bereich Kassamarkt in den Vorstand, vor drei Jahren übernahm er dann den neu geschaffenen Posten des Managing Director Banking & Custody. In dieser Funktion betreute Potthoff zuletzt das Dienstleistungsgeschäft, das die Deutsche Börse über ihre Tochtergesellschaft Clearstream International abwickelt.

Ausbau im Öffentlichen Recht

Buse Heberer Fromm gewinnt zum September mit Ulrich Cronauge einen neuen Salary Partner im Öffentlichen Wirtschaftsrecht. Der 58-Jährige war zuvor Geschäftsführer beim Verband der kommunalen Unternehmen (VKU) und unterstützt die noch junge öffentlich-rechtliche Praxis der Sozietät am Düsseldorfer Standort.Beim VKU hat sich Cronauge vor allem mit Fragen der Abwasserwirtschaft beschäftigt. Zuvor war er unter anderem Geschäftsführer der Vereinigung der kommunalen Entsorgungswirtschaft und Hauptreferent beim Deutschen Städte- und Gemeindebund.