Markt und Management

Schaeffler

Rolf Koerfer kann nun doch in den Aufsichtsrat von Continental einziehen. Das Landgericht Hannover wies eine Beschwerde gegen die Bestellung des Düsseldorfer Allen & Overy-Partners als Aufsichtsratsvorsitzenden zurück.Christian Strenger, Conti-Aktionär und Mitglied der Regierungskommission Corporate Governance, hatte Anfang März Beschwerde gegen Koerfers Bestellung eingelegt und Koerfer als rechtlichen Berater der Schaeffler-Gruppe einen Interessenkonflikt vorgeworfen (mehr...).

Personalien

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Wer geht, wer kommt, was bleibt? Aktuelle Personalien, die den Markt bewegen - im übersichtlichen Newsticker! Alle ansehen
Internationale Entlassungswelle

White Case plant, weltweit 200 Associates sowie 200 weitere Mitarbeiter aus dem Support-Bereich zu entlassen. Damit trifft es rund 10 Prozent der insgesamt 2.400 Anwälte der Sozietät sowie ebenfalls knapp 10 Prozent der weiteren Beschäftigten. Auch in der Partnerschaft wird es in Kürze erhebliche Einschnitte geben. Diese würden angepasst an die aktuellen und erwarteten Geschäftserfordernisse, so die Kanzlei. Noch sei nicht klar, wieviele dies seien, doch gehe White & Case davon aus, dass dies proportional zu dem Abbau bei Associates sei, so ein Kanzleisprecher gegenüber dem britischen Magazin 'The Lawyer'. Aufgrund dieser Zahlen geht das Magazin von etwa 25 bis 30 Partnern aus, die den Hut nehmen müssen. 400 Partner arbeiten derzeit weltweit für White & Case.

Credit Suisse

Der General Counsel und Chief Operating Officer (COO) der Credit Suisse, Urs Rohner, zieht in den Verwaltungsrat der Schweizer Großbank ein. Der 49-Jährige soll Vizepräsident des obersten Führungsgremiums der Bank werden. Die Generalversammlung muss seiner Ernennung noch zustimmen. Rohners Nachfolger als General Counsel wird Romeo Cerutti. Rohner kam 2004 zur Credit Suisse und wurde 2006 zum General Counsel und COO ernannt. Davor war er vier Jahre lang Vorstandsvorsitzender bei ProSieben, in diese Zeit fiel auch die Fusion mit Sat.1 zur ProSiebenSat.1 Media AG. Zwischen 1983 und 1999 arbeitete er als Anwalt bei Lenz & Staehelin in Zürich sowie bei Sullivan & Cromwell in New York. 1992 wurde er bei der anerkannten Zürcher Kanzlei zum Partner ernannt.

Umschichtung

Freshfields Bruckhaus Deringer stärkt ihren Münchner Standort durch interne Partnerwechsel: Fünf zum Teil äußerst renommierte Partner aus dem Frankfurter Büro wechseln zum nächsten Geschäftsjahr in das Büro an der Isar, dem kleinsten unter den deutschen Standorten. Mit Dr. Matthias-Gabriel Kremer und Rick van Aerssen verlegen zwei hoch angesehene Corporate-Partner ihren Schwerpunkt nach München. Beide waren in jüngerer Zeit sehr stark in Bankentransaktionen eingebunden. Ihre Schreibtische in Frankfurt behalten sie jedoch auch weiterhin. Mit Yorck Jetter verstärkt zudem der Leiter der deutschen Banking-Praxis die Münchner Gruppe, was vor allem mit Blick auf die Beratung von Kapital- und Restrukturierungsmaßnahmen geschieht.

Trennung

Die Kanzlei Aderhold Gassner trennt sich zum April von Namenspartner Prof. Dr. Otto Gaßner. In welcher Form der 57-jährige Gaßner künftig tätig sein wird, steht bislang nicht fest. Aderhold Gassner benennt sich im gleichen Zug in Aderhold Rechtsanwaltsgesellschaft um. Abgesehen von Gaßner werden in den nächsten Wochen sehr wahrscheinlich weitere Partner das Münchner Büro verlassen. Gaßner war erst im November 2007 mit einem Team von GSK Gassner Stockmann & Kollegen zu der damals als Aderhold v. Dalwigk Knüppel firmierenden Kanzlei ins Münchner Büro gewechselt. Gaßner war einer der Mitbegründer von GSK Gassner. Beide Seiten begründeten damals die Trennung damit, dass sich Gaßner mit strukturellen Veränderungen in der Partnerschaft nicht habe identifizieren können.

Seitenwechsel

Michael Järkel, bislang General Counsel bei Arques Industries, hat sich zum März selbstständig gemacht. Der 42-Jährige leitete vier Jahre lang die sechsköpfige Rechtsabteilung des auf Restrukturierungsfälle spezialisierten Starnberger Finanzinvestors. Davor war er zehn Jahre als Anwalt tätig, zuletzt als Partner bei Heussen. "In den vier Jahren bei Arques habe ich rund 65 Transaktionen betreut. Ich sehe mich mit dieser Erfahrung gut gerüstet, Themen wie M&A und Distressed Business als selbstständiger Rechtsanwalt zu betreuen", sagte Järkel. "Ich freue mich sehr auf die neue Phase, die nun beginnt, und bin hoch motiviert."

Frankfurt

Görg hat die gesellschaftsrechtliche Praxis in ihrem Frankfurter Büro erweitert: Mit Dr. Wilhelm Niemeier kam Anfang März ein erfahrener of Counsel hinzu. Der 59-Jährige kam von KPMG Legal und bringt aus einer Reihe Inhouse-Tätigkeiten gesellschafts- und kartellrechtliche Erfahrung mit. So war Niemeier unter anderem in der Konzernrechtsabteilung des Baustoffhändlers Raab Karcher tätig.

Wiedersehen bei E&Y Law

Die Rechtsanwaltsgesellschaft des Big-Four-Wirtschaftprüfungsunternehmens Ernst & Young, E&Y Law, hat binnen weniger Wochen drei Quereinsteiger von Luther geholt. Wie jetzt im Markt bekannt wurde, wechselten Mitte Februar in Eschborn der Corporate-Anwalt Dr. Ansgar Becker (38) und der Immobilienrechtler Raphael Slowik (39), wenige Tage darauf kam in München der Arbeitsrechtler Dr. Karsten Umnuß (46) als neuer Partner hinzu. Alle Neuzugänge waren zuvor Salary-Partner bei Luther.Mit Umnuß geht der einzige Arbeitsrechtspartner im Münchner Luther-Büro von Bord. Er gehörte der Sozietät und deren Vorgesellschaften seit 1998 an und leitete zuletzt das Mitarbeiterbeteiligungsteam der Kanzlei. Die Planung und Konzeption von Beteiligungsprogrammen einschließlich deren gesellschaftsrechtlicher Umsetzung ist einer seiner Schwerpunkte. Nach dem Weggang von Umnuß besteht die Arbeitsrechtspraxis vor Ort noch aus drei Associates.

Inhouse

Dr. Jens Lütcke, Gründungspartner der Münchner Kanzlei MLT Tatabochia & Lütcke, ist in den Vorstand von Payment Network aufgerückt. Der 37-Jährige ist seit Februar Chief Financial Officer (CFO) des Unternehmens und in dieser Funktion auch für Recht und internationale Entwicklung zuständig. Lütcke war zuvor bereits seit Dezember 2005 Aufsichtsratsmitglied bei Payment Network und beriet den Anbieter von Online-Verifizierungssystemen als Anwalt auch juristisch.

Frankfurt

Die Frankfurter Sozietät Schiedermair hat ihre IT-Praxis mit einem Equity-Partner ausgebaut: Zum März kam Dr. Christopher Breith von Haarmann, wo er seit gut einem Jahr als Senior Associate tätig war. Zuvor hatte der 36-jährige IT-Rechtler fünf Jahre lang für Graf von Westphalen in Köln gearbeitet. Breith berät insbesondere bei Projekt- und Vertriebsverträgen im Rahmen von Outsourcings sowie bei Verträgen auf dem Gebiet der Hard- und Softwarebeschaffung. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist die Begleitung von Unternehmen der Gesundheitsbranche in vertragsrechtlichen und regulatorischen Fragen.

Beihilferecht

Der von der EU-Kommission Ende Februar erlassene „Leitfaden für den Umgang mit Risikoaktiva im EU-Bankensektor“ dürfte dem Bemühen europäischer Regierungen, so genannte Bad Banks für wertgeminderte Finanztitel zu gründen, weiteren Auftrieb verleihen. Zugleich verkompliziert das EU-Papier die Rechtslage, denn die Kommission hat die Unterscheidung des Bankensektors in grundsätzlich gesunde Institute und solche mit strukturell bedingten Solvenzproblemen im Falle von Bad Banks aufgegeben. Diese Abgrenzung war seit Oktober 2008 für die Kommission ein wesentliches Kriterium, um in der Finanzkrise Banken-Rettungsmaßnahmen und deren Folgen beihilferechtlich zu beurteilen.Dadurch, so der EU-Rechtsexperte Dr. Thomas Jestaedt, waren die Konsequenzen für Banken bislang sehr unterschiedlich. „Ein grundsätzlich gesundes Haus ist nach der bisherigen Lesart nur aufgrund der momentan außergewöhnlichen Umstände in Bedrängnis geraten. Akute Beihilfezahlungen musste die Bank daher nur relativ niedrig vergüten, eine Reorganisation oder Rationalisierung ihrer Tätigkeiten war nicht erforderlich.“ Anders sei dies bei einer Bank mit so genannten endogenen Existenzproblemen gewesen. Die Vergütung für Beihilfen habe über dem Marktzins gelegen, sechs Monate nach Erhalt der jeweiligen Beihilfe forderte die EU-Kommission eine Umstrukturierung der Bank, etwa durch drastische Reduzierung ihrer Bilanzsumme.