Meinung

Kommentar

Nach langem Hin und Her kommt ab morgen die Musterfeststellungsklage. Ob das ein Erfolg ist, hängt ganz vom Maßstab ab. Einerseits: Bundesjustizministerin Katarina Barley hat nach ihrem Amtsantritt im März das Gesetz im Rekordtempo durchgepeitscht. Das ist eine beachtliche Leistung, denn bisher hatten es Wirtschaftsvertreter noch immer geschafft, solche Projekte zu verhindern. Andererseits: Dass die Musterfeststellungsklage überhaupt kommt, ist auch schon das Beste, was man über sie sagen kann.

Kommentar zur DSGVO

Seit fünf Monaten gilt die Datenschutzgrundverordnung. Wer sie ignoriert, setzt die Existenz seines Unternehmens aufs Spiel. Die angedrohte Strafe ist schmerzvoll: Bis zu zehn Millionen Euro oder zwei Prozent des Jahresumsatzes können fällig werden. Wer sich bis heute immer noch nicht darauf eingestellt hat, ist selbst schuld.

Kommentar zur UBT-Steigerung

So produktiv war bislang noch keine – jedenfalls keine der Big-Four-Kanzleien. Mit einem aktuellen Umsatz pro Berufsträger (UBT) von 389.000 Euro konnte Deloitte ihre Produktivität um satte 28 Prozent steigern. Damit bewegt sich die Kanzlei nicht nur schnurstracks auf die magische 400.000-Euro-Marke zu. Sie lässt auch die bislang produktivste Big-Four-Kanzlei hinter sich: PwC Legal kam zuletzt auf einen UBT von 373.000 Euro.

Kommentar zur Vergütung

Lange Jahre in derselben Kanzlei verbringen und geduldig darauf warten, jedes Jahr ein bisschen mehr zu verdienen – das kommt vor allem bei jungen, leistungsstarken Partnern nicht mehr so gut an wie früher. Immer mehr Kanzleimanager passen sich dieser Kultur an und verabschieden sich vom reinen Lockstep. Oft modifizieren sie aber das System bis zur Unkenntlichkeit – und verlieren damit aus dem Blick, worum es eigentlich geht.

Kommentar zu VW

In Wolfsburg ist man stolz auf VW. Daran hat der Dieselskandal nichts geändert. Der Käfer war das Symbol des Wirtschaftswunders, der Golf hat sogar einer ganzen Generation ihren Namen gegeben. Hartnäckig kämpfte der Konzern dafür, der größte Autohersteller der Welt zu werden. Das Ziel ist erreicht. Strenge Hierarchien und ein Krebsgeschwür namens Abgasmanipulation sind der Preis dafür. Das Vertrauen der Öffentlichkeit ist verspielt. Es wird Zeit, dass sich was dreht.

Kommentar

Vor nicht allzu langer Zeit sagten diverse Studien den Vormarsch alternativer Rechtsdienstleister voraus. Diese hätten mit schlanken Strukturen und technischem Know-how das Zeug, Großkanzleien mit ihren Heerscharen von Associates arbeitslos zu machen, indem sie ihnen die Commodity-Arbeit wegnehmen. Dann kam Dieselgate, und was machte die VW-Kanzlei Freshfields? Stellte massenhaft Juristen ein, die Berge von Akten sichten und bewerten. Commodity-Arbeit.

Kommentar

Der europäische Verbraucher soll seine Rechte besser durchsetzen können, deshalb bekommt er ein neues Schwert für den Kampf gegen hartleibige Konzerne: die Sammelklage. Damit aber niemand mit diesem Schwert wild um sich schlägt, macht es der Gesetzgeber vorsorglich stumpf – so stumpf, dass es auch dem Feind, für den es gedacht war, nichts mehr anhaben kann. Das ist so übertrieben vorsichtig, dass man es auch gleich ganz lassen könnte.

Kommentar

Morgen beginnt eine neue Ära des Datenschutzes. Seit zwei Jahren läuft der Vorbereitungswahn auf die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), kaum ein Gesetz der vergangenen Jahre hatte so massive Auswirkungen für Unternehmen. Daneben zieht noch eine andere Gefahr am Horizont auf: die Musterfeststellungsklage. Daraus ergibt sich ein explosives Gemisch.

Kommentar zu Legal Tech

Ja, der Hype ist riesig. Seit gut zwei Jahren spricht die Juristenbranche von Legal Tech – und inzwischen haben die meisten Inhouse-Counsel erkannt, dass diese Entwicklung nicht an ihnen vorbeigehen wird. Und dass sie Legal-Tech-Tools einsetzen müssen. Aber wie und warum eigentlich? Das ist vielen Rechtsabteilungen völlig unklar, wie eine amerikanische Umfrage unter Unternehmensjuristen ergab.

Kommentar

Als Ende Februar die US-Kanzlei Bryan Cave ihre Fusion mit der britischen Sozietät Berwin Leighton Paisner bekannt gab, erregte das hierzulande wenig Aufsehen. Selbst in London wurde das Vorhaben nur mit einem Achselzucken quittiert. Aber das wird dem Zusammenschluss nicht gerecht, denn er wirft ein Licht darauf, wie sich der strategische Ansatz von Kanzleien außerhalb des Marktführerkreises entwickelt.

Kommentar

Chrocziel, Koffka, Wolfers, Posser, Spieth – Freshfields verliert in diesen Tagen erneut große Namen aus ihren Partnerreihen. Doch das Muster wiederholt sich schon seit rund drei Jahren: Geht es auf das Ende des Geschäftsjahres im April zu, mehren sich die Meldungen über Freshfields-Partner, die die Kanzlei verlassen.