Insolvenzen

Die Insolvenzkanzlei Kübler hat im November mit zwei jungen Nachwuchsverwaltern weitere Büros in Hamburg und Freiburg eröffnet. In Freiburg will Kübler mit der Quereinsteigerin Heike Simon einen weiteren Standort im Südwesten etablieren. Bislang ist man dort nur in Heilbronn durch die geschäftsführende Partnerin Bettina Breitenbücher vertreten. Die 41-jährige Simon stammt ursprünglich aus der vor über zwei Jahren mit Kübler fusionierten Kanzlei Breitenbüchers. Nach einer Zwischenstation im Insolvenzverwalterbüro Kaiser & Sozien in Freiburg kehrt sie jetzt in die größere Konstellation zurück.

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Anhaltende Verhandlungen bei Opel: Nach Protesten und Arbeitsniederlegungen in Bochum und Rüsselsheim laufen nun umfangreiche Verhandlungen über die konkreten Restrukturierungsmaßnahmen und die strategische Ausrichtung der Adam Opel AG.General Motors hatte vor einigen Wochen angekündigt, 12.000 der insgesamt 63.000 Arbeitsplätze in Europa abzubauen - davon bis zu 10.000 bei Opel in Deutschland - sowie die Kosten bis 2006 um jährlich rund eine halbe Milliarde Euro zu senken.

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Die sprachlichen Bilder schießen einem nur so durch den Kopf. Wenn der Kraftsportverein Germania Aalen, der dazu noch eines der traditionsreichen und erfolgreichsten deutschen Ringerteams stellt, Insolvenz anmeldet, ist man schon mal leicht dabei Dinge anzumerken wie: ‚Ringern geht die Kraft aus’, Sportverein ohne Kraft’ oder ‚Sie ringen mit der Pleite’. Doch ist das angesichts der Stellung, die diese Sportart in der baden-württembergischen Kleinstadt hat, natürlich nicht angemessen. Vielmehr ist wieder einmal festzustellen, wie viel mehr Öffentlichkeit die Insolvenz eines Sportvereins hervorbringt als die eines Betriebs vergleichbarer Größe. Der Verein, der in Schwierigkeiten geraten ist, weil er keine Steuern für seine ausländischen Spieler abgeführt hatte, sieht sich nun durch Nachforderungen des Fiskus in arger Bedrängnis. Die Vereinskonten sind eingefroren, Sponsoren- und Eintrittsgelder sind gepfändet. Vorläufiger Insolvenzverwalter in Aalen ist Michael Pluta (Pluta) aus Ulm.++++ Mit Pluta bleiben wir im Süden bzw. Südwesten der Republik. Denn neben der Kanzlei gibt es dort noch zwei andere sehr große Verwalterbüros, die zusammen den regionalen Markt beherrschen. Zum einen ist das Wellensiek Grub & Partner mit Stammsitz in Heidelberg. Seit Ende September befasst sich Wellensiek-Partner Tobis Wahl mit Hi-Fi, besser mit hochwertiger Lautsprechertechnik. Der Boxenhersteller MB Quart GmbH mit 130 Mitarbeitern musste beim Amtsgericht Mosbach Insolvenz anmelden. Zuvor hatte sich der Eigentümer, die amerikanische Rockwood-Gruppe, vom Investment in Deutschland verabschiedet und erklärt, kein Geld mehr geben zu wollen. Der vorläufiger Insolvenzverwalter Wahl will die Produktion in den kommenden Monaten trotzdem fortsetzen, berichtet die FAZ. ++++

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Der Automobilzulieferer Aalflex hat die insolvente Bräuhaus aus Bad Salzungen übernommen. Das kleinere Solinger Werk des Industrielackierers Bräuhaus, über den im August das Insolvenzverfahren eröffnet worden war, ist nicht Teil der Transaktion. Die Gläubigerversammlung hat dem Verkauf bereits zugestimmt. Berater Aalflex

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Die HypoVereinsbank hat im Rahmen der Integration der Vereins- und Westbank umfangreiche Personalreduzierungsmaßnahmen durchgeführt. Innerhalb von vier Monaten wurden rund 560 Stellen weitgehend sozialverträglich abgebaut. Außerdem wurden zahlreiche Versetzungen innerhalb der Bank vorgenommen. Berater HypoVereinsbank

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Die US-amerikanische Key Plastics, im Besitz des auf Restrukturierungen spezialisierten Finanzinvestors Ewing Management Group, hat den Automotive Plastics-Geschäftsbereich der niederländischen Kendrion-Gruppe erworben. Der Verkauf, der Gesellschaften in Deutschland, Spanien, Portugal und der Tschechischen Republik umfasste, ist Teil der Neuausrichtung bei Kendrion. Berater Ewing Management

Clifford

Wieder verlassen mehrere Partner das New Yorker Büro von Clifford Chance. Neben Jim Benedict, einem der Hochkaräter der US-Praxis, sind jüngst auch die Restrukturierungs- und Leasing-Spezialistin Barbara Goodstein und Corporate-Partner Bonnie Barsamian gegangen.Jim Benedict wechselte diese Woche in New York zu Milbank, Tweed, Hadley & McCloy. Begleitet wird er von Junior Partner Sean Murphy.

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Ein seltsames, weil seltenes Vergnügen bescherte uns in den vergangenen Wochen das Bundesverfassungsgericht. Offensichtlich haben es die Karlsruher Richter geschafft, die gesamte Insolvenzverwalter-Szene mit ihrer Entscheidung zur Vorauswahl von Verwaltern glücklich zu machen (siehe Verfahrensnachricht in diesem Heft). Zuvorderst gilt das natürlich für die beiden erfolgreichen Beschwerdeführer Dr. Fritz Binz (Alzey) und Rüdiger Horn (Lübeck). Doch auch der einflussreiche Arbeitskreis der Insolvenzverwalter Deutschland e.V. erklärte die Entscheidung noch Anfang September - einen Monat nach dem Karlsruher Richterspruch - für wegweisend.

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Mit Carl Zeiss und Schott sind seit Juli zwei deutsche Traditionsnamen aus Stiftungsunternehmen in Aktiengesellschaften umgewandelt. Damit ist nach drei Jahren die Restrukturierung der Carl-Zeiss-Stiftung abgeschlossen, die dabei auch ein neues Statut erhalten hat. Der Umwandlung vorausgegangen war im Rahmen langwieriger Verhandlungen auch ein Rechtsstreit um die Zulässigkeit der Stiftungsreform. Dieser Prozess war erst Anfang des Jahres vom BGH zugunsten der Carl-Zeiss-Stiftung entschieden worden. Bis zu ihrer Umwandlung war die 1896 gegründete Stiftung als einzige noch unmittelbar unternehmenstragend. Die beiden Stiftungsunternehmen Carl Zeiss und Schott - bisher Schott Glas - haben mit Hinblick auf ihre wirtschaftliche Größe und weltweite Aktivität zum ersten Mal eigenständige Rechtsformen erhalten. Der bisherige Stiftungskommissar Tilman Todenhöfer ist Aufsichtsratsvorsitzender der Schott AG und der Carl Zeiss AG. Berater Carl-Zeiss-Stiftung

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Die Vereinigte Postversicherung VVaG hat sich eine neue gesellschaftsrechtliche Struktur gegeben. Durch eine Bestandsübertragung ging das operative Lebensversicherungsgeschäft mit einem Volumen von 7,5 Milliarden Euro auf die VPV Lebensversicherungs AG über. An dieser ist der VVaG nunmehr mit 40 Prozent beteiligt. Die übrigen 60 Prozent hält die als Zwischenholding eingerichtete VPV Holding AG. Der Versicherungsverein selbst bleibt Konzernobergesellschaft, was dadurch ermöglicht wird, dass er weiterhin in geringem Umfang das Lebensversicherungsgeschäft mit zeichnet. Berater VPV Versicherungen

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Diesen Monat richten wir das Augenmerk der Insolvenznachrichten unter anderem auf das Fuhrgewerbe. Natürlich ist es purer Zufall, wenn zeitgleich zwei regional bedeutsame Betriebe in die Klemme geraten. Andererseits zeigt es einmal mehr, wo die Arbeitsplätze in Deutschland derzeit wirklich in Gefahr geraten und wegfallen: Nämlich vor allem im personalintensiveren, klassischen Mittelstand und nicht in den Hightech- und Biotechnologiebetrieben. Letztere sind sicherlich attraktiver und bieten Raum für Spekulationen - wie etwa der Beitrag des ,Spiegel' vom 9. August zeigt, der sich mit den "dubiosen Umständen" der Ubernahme des insolventen bayrischen Unternehmens Munich Biotech (Verwalter: Dr. Joseph Füchsl) befasst. Hier sind laut dem Nachrichtenmagazin "60 hoch qualifizierte Arbeitnehmer" betroffen. Die Probleme für Taxi- und Busfahrer, eine neue Arbeit zu finden, sind allerdings bestimmt nicht kleiner als für Biochemiker.++++ So sind immerhin insgesamt 400 Arbeitsplätze durch die Schwierigkeiten der beiden Taxiunternehmen Top 40 Handels GmbH und Elan Handels GmbH gefährdet. Die Betriebe mit 106 Fahrzeugen im Raum München existieren bereits seit den 1970er Jahren und mussten bei Amtsgericht in der bayrischen Landeshauptstadt Anfang August Insolvenzantrag stellen. Dem vorausgegangen waren Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, die zu erheblichen Steuernachforderungen führten, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Bruno Kübler mit. Der bundesweit tätige Seniorpartner der Sozetät Kübler indes ist in München nicht von akuter Arbeitslosigkeit bedroht. Nachdem er erst seit 2003 regelmäßig an der Isar bestellt wird, ist er in der kurzen Zeit (auch hier) zu einem der meist beschäftigten Verwalter geworden. Lässt man allein die Zahlen sprechen, ist Kübler mit zehn eröffneten Verfahren bis Ende Juli direkt auf dem Rang hinter drei Insolvenzverwaltern zu finden, die es bis zu dem Zeitpunkt je auf ein Verfahren mehr brachten. ++++