Insolvenzen

Nach Air Berlin

Prof. Dr. Lucas Flöther übernimmt nach Air Berlin erneut das Insolvenzverfahren einer deutschen Fluggesellschaft. Das Amtsgericht Frankfurt genehmigte auf Antrag von Condor ein Schutzschirmverfahren und bestellte Flöther zum Sachwalter. Wie die Wirtschaftswoche berichtet, soll Detlef Specovius von Schultze & Braun als Generalbevollmächtigter in die Geschäftsführung der Condor einsteigen. Dies hat Condor jedoch bislang nicht bestätigt.

Krankenhausinsolvenz

Das Klinikum Burgenlandkreis hat beim Amtsgericht Halle Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. An den beiden Standorten Saale-Unstrut Klinikum Naumburg und Georgius-Agricola Klinikum Zeitz arbeiten rund 1.500 Mitarbeiter. Prof. Dr. Lucas Flöther ist vorläufiger Sachwalter. Dr. Rainer Eckert und Dr. Mark Boddenberg aus der Kanzlei Eckert beraten das Unternehmen als Verfahrensbevollmächtigte.

Bittere Reise

Der britische Reisekonzern Thomas Cook hat Insolvenz angemeldet und den Betrieb eingestellt. Zuvor waren die Bemühungen um eine Rettung des angeschlagenen Konzerns gescheitert. Der chinesische Mehrheitseigner Fosun zeigte sich enttäuscht. Die deutschen Tochterunternehmen haben den Verkauf von Reisen komplett gestoppt, darunter die Marken Neckermann Reisen, Bucher Last Minute, Öger Tours, Air Marin und Thomas Cook Signature.

  Juve Plus Insolvenzzwist

Das indische Unternehmen Global Wind Power hat vor dem Oberlandesgericht Köln eine Klage über ursprünglich 50 Millionen Euro rechtskräftig abgewehrt. Geklagt hatte der Insolvenzverwalter des Windkraftanlagenbauers Fuhrländer. Der seit mehreren Jahren schwelende Streit griff zwischenzeitlich auch auf eine beteiligte Kanzlei über.

Insolvenzrecht

SGP Schneider Geiwitz & Partner hat Mitte September Prof. Dr. Thomas Möllers von der Universität Augsburg als of Counsel gewonnen. Der 57-Jährige behält seinen Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Wirtschaftsrecht, Europarecht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung weiter bei.

Reißleine gezogen

Es ist nicht nur beim Tochterunternehmen geblieben: Nach der Insolvenz des Automobilzulieferes Gruber & Kaja in der vergangenen Woche hat nun auch der Mutterkonzern High Tech Industries AG (HTI) die Zahlungsunfähigkeit erklärt. Das Landesgericht Linz hat dem Antrag auf Insolvenz zugestimmt und Thomas Kurz von Haslinger Nagele zum Masseverwalter bestellt.

  Juve Plus Cum-Ex

Freshfields Bruckhaus Deringer zahlt 50 Millionen Euro nach einem Vergleich mit dem Insolvenzverwalter der Maple Bank. Ein Düsseldorfer Anwalt soll 15 Millionen Euro Schadensersatz leisten für die mutmaßliche Falschberatung einer früheren Mandantin. Die Fälle zeigen, dass das Thema Beraterhaftung zu Cum-Ex-Strukturierungen an Fahrt gewinnt. Auch wenn der Bundesfinanzhof zur Rechtmäßigkeit von Cum-Ex-Deals das letzte Wort noch nicht gesprochen hat.

Galapagos-Insolvenz

Juristisches Tauziehen bei der Galapagos Holding: Unter den Beteiligten ist ein Streit um die Hoheit für ein Insolvenzverfahren entbrannt. Der Investor Triton will in seinem kriselnden Luxemburger Private-Equity-Vehikel zwei ehemalige Unternehmen der Gea nach britischem Recht restrukturieren. Nun ernannte jedoch das Amtsgericht Düsseldorf Dr. Frank Kebekus von der Düsseldorfer Insolvenzrechtskanzlei Kebekus et Zimmermann zum vorläufigen Insolvenzverwalter.

  Juve Plus Vergleich

Freshfields Bruckhaus Deringer hat sich mit dem Insolvenzverwalter der ehemaligen Maple Bank, Dr. Michael Frege von CMS Hasche Sigle, auf einen Vergleich geeinigt. Freshfields wird rund 50 Millionen Euro in den Insolvenztopf einzahlen. Dies wurde auf der Gläubigerversammlung der Maple Bank heute in Frankfurt bekannt. Frege hatte Freshfields aufgrund ihrer Beratung zu Cum-Ex-Deals der Bank auf mindestens 95 Millionen Euro verklagt.

  Juve Plus Milliardenpaket

Mitte August wurde die finanzielle Restrukturierung der Steinhoff-Gruppe rechtswirksam. Zwei aneinander gekoppelte Company Voluntary Arrangements nach englischem Recht traten in Kraft. Diese Abkommen für die Steinhoff International Holdings und Steinhoff Europe waren bereits im November 2018 fertig ausgehandelt, konnten aber unter anderem wegen des Einspruchs einzelner Gläubiger zunächst nicht umgesetzt werden.