Kanzleiumsätze

Bonn

Der Leiter der Umsatzsteuerpraxis bei Flick Gocke Schaumburg, Dr. Ulrich Grünwald, verlässt die Kanzlei. Mitte November schließt sich der 52-Jährige als Partner dem Berliner Büro der Big-Four-Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte an. Von dort wird er innerhalb der Abteilung für Umsatzsteuern, der Service Line VAT (Value Added Tax), die Region Nord/Ost innerhalb von Deloitte Deutschland repräsentieren.

UPC

Italien wird das 26. Mitglied des neuen europäischen Patentsytems (UPC). Mit dem Beitritt schließt sich eine wichtige Lücke im Geltungsbereich des Systems, denn Italien ist der viertgrößte europäische Markt für Patentvalidierungen. Gleichzeitig wächst der Druck auf Spanien: Das Land, das sich lange gemeinsam mit Italien gegen das neue System gesträubt hatte, steht nun isoliert da.

VW-Abgasskandal

In die rechtliche Aufarbeitung des Abgasskandals beim Autobauer Volkswagen kommt weitere Bewegung: Neben der US-Kanzlei Jones Day ist nach JUVE-Informationen auch Arqis vom VW-Aufsichtsrat beauftragt worden. Die Kanzlei soll, wie es heißt, vor allem hinsichtlich der Aufsichtsratspflichten bei Personalentscheidungen Hilfestellung geben. VW hat im Zuge des Abgasskandals bereits etwa ein Dutzend Mitarbeiter und Manager beurlaubt oder entlassen.

WP-Kanzleien

Der Aufstieg der Anwaltsarme der großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften Deutschlands scheint vorerst gestoppt. Von den fünf größten aus diesem Kreis, KPMG, PricewaterhouseCoopers, Ernst & Young, Deloitte und BDO, steigerte lediglich PwC Legal ihren Umsatz deutlich. Die anderen konnten ihre massiven Zuwächse nicht wiederholen. Tatsächlich pendelten sich die Umsätze auf dem Stand des Vorjahres ein beziehungsweise fielen sogar etwas ab.

Kanzleikennzahlen

10.800 Mitarbeiter, die gemeinsam 5,2 Milliarden Euro erwirtschaften. So lässt sich kurz und knapp das vergangene Geschäftsjahr der 100 umsatzstärksten Kanzleien in Deutschland zusammenfassen. Die JUVE Redaktion, die seit Jahren die Umsatzzahlen von Kanzleien recherchiert, legte nun erstmals die Zahlen der Top-100-Sozietäten offen.

Umsatzzahlen

Der stärkste prozentuale Umsatzgewinn im Geschäftsjahr 2014/15 der 100 wichtigsten deutschen Wirtschaftskanzleien gelang Sonntag & Partner. Auch das größte Plus beim Umsatz pro Berufsträger verzeichnete eine mittelständische Kanzlei, Esche Schümann Commichau.

Luft wird dünn

Die größten deutschen Wirtschaftskanzleien wachsen weit langsamer als noch vor einem Jahr. Das zeigt die Entwicklung der zehn umsatzstärksten Sozietäten hierzulande im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/15. Zusammengerechnet erwirtschafteten sie rund 1,95 Milliarden Euro, das ist ein Plus von 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Bird & Bird

Am Ende eines außergewöhnlich ereignisreichen Geschäftsjahres stehen bei Bird & Bird Umsatzzahlen, die einen Gegenpol dazu bilden: Die Produktivität ist fast unverändert, der Umsatz ging bei leicht verkleinerter Mannschaft etwas zurück. Konkret kam die deutsche Praxis auf 64 Millionen Euro Umsatz, ein Minus von 2,7 Prozent nach 65,8 Millionen Euro im Vorjahr. Diesen Umsatz erwirtschafteten 163 anstelle von 168 Vollzeit tätige Anwälte. Jeder Berufsträger kommt damit rechnerisch auf einen Umsatz von 393.000 Euro.

Clifford Chance

Die weitreichenden Umstrukturierungen, die sich Clifford Chance selbst verordnet hat, lassen sich auch am Umsatz des vergangenen Geschäftsjahres ablesen: Mit einem Ergebnis von 188 Millionen Euro erwirtschaftete sie 7,5 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Das entspricht einem Rückgang von 4,1 Prozent.

Kein Umsatzplus

Die deutschen Anwälte von Freshfields Bruckhaus Deringer haben in ihrem Ende April abgelaufenen Geschäftsjahr den Umsatz des Vorjahrs gehalten. Mit 355 Millionen Euro dürfte Freshfields damit erneut die umsatzstärkste Kanzlei in Deutschland sein. Allerdings fiel der Umsatz pro Berufsträger (UBT) leicht. Das internationale Umsatzergebnis der Kanzlei zeigt sich mit 1,245 Milliarden britischen Pfund ebenfalls stabil.