Kanzleiumsätze

Ein Jahr nach der KPMG-Trennung

Beiten Burkhardt hat in ihrem ersten kompletten Geschäftsjahr seit der Trennung von KPMG Umsatz und Gewinn steigern können: Rund 45 Partner und insgesamt 230 Berufsträger erzielten 2004 einen Umsatz von 70 Millionen Euro. Im Vergleich zu JUVE vorliegenden, hochgerechneten Zahlen für 2003 in Höhe von 64 Millionen Euro entspräche dies einer Steigerung von rund zehn Prozent. Die höchsten Umsatzzuwächse verbuchten die traditionell starken Fachbereiche Arbeitsrecht und Vergaberecht.

Mehr Geld für Rödl

Der Anteil der Rechtsberatung am Gesamtumsatz bei Rödl & Partner ist mit 16 Prozent überdurchschnittlich gewachsen. Dies teilte die multidisziplinäre Nürnberger Prüfungs- und Beratungsgesellschaft auf ihrer Jahrespressekonferenz Ende Februar mit.Während sich der Gesamtumsatz des weltweit tätigen Unternehmens im vergangenen Jahr um rund drei Prozent auf 151,4 Millionen Euro steigerte, legte das Rechtsberatungsgeschäft auf insgesamt 50 Millionen Euro zu. Dieses Segment machte mit mehr als 34 Millionen Euro nun rund ein Drittel des in Deutschland erzielten Umsatzes aus.

Amerikaner im Plus

Nachdem Ende Januar verschiedene US-Kanzleien ihre Geschäftszahlen für das Jahr 2004 vorgelegt haben, steht fest: White & Case zählt mit einer weltweiten Umsatzsteigerung von knapp 20 Prozent genauso zu den Gewinnern wie Latham & Watkins mit 17 Prozent.Bei White & Case liegen die weltweiten Zahlen jedoch noch nicht in endgültiger Form vor. Das britische Anwaltsblatt 'The Lawyer' sprach allerdings von einer Prognose, nach der 2004 eine 19,7-prozentige Umsatzsteigerung auf 970 Millionen Dollar erreicht werden konnte.

Elefantenhochzeit

Piper Rudnick und Gray Cary Ware & Freidenrich schließen sich zum Jahreswechsel zu einer der zehn größten US-Sozietäten mit über 1.300 Anwälten und einem Umsatz von rund 800 Millionen Dollar zusammen. Diesen Schritt vollzog Piper Rudnick parallel zu den laufenden Fusionsverhandlungen mit der expansiven britischen Kanzlei DLA, die derzeit ihre ersten deutschen Büros aufbaut.

Wirtschaftskanzleien 2003

Das ausgebliebene Wirtschaftswachstum und ein zunehmender Wettbewerb um lukrative Mandate haben deutsche Anwaltskanzleien im abgelaufenen Geschäftsjahr auf einen Konsolidierungskurs gezwungen. Dies ergibt sich aus den Umsatzzahlen der deutschen Top 30-Sozietäten, die JUVE zum dritten Mal recherchiert hat.Trotzdem war das Jahr 2003 kein Krisenjahr für die Kanzleien in der Marktspitze. Nur rund ein Viertel meldete tatsächlich Umsatzrückgänge, während ein gutes Drittel zwischen 5 und 50 Prozent (Weil, Gotshal & Manges) zulegen konnte. Gewinner unter den nicht fusionierten deutschen Spitzenkanzleien war Gleiss Lutz mit 91 Millionen Euro Umsatz (+7 Prozent).

Freiheit für Anwälte

Rechtsanwälte dürfen mit Umsatzzahlen werben. Das hat das OLG Nürnberg entschieden und damit die Berufsfreiheit von Anwälten gestärkt.

Partnergewinne

Im dritten Jahr in Folge gefallen ist der durchschnittliche Partnergewinn bei den meisten großen englischen Kanzleien. Auch die Umsätze stagnierten überwiegend oder gingen leicht zurück.Als Reaktion auf die Dauerflaute haben Kanzleien wie Linklaters, Lovells oder Denton Wilde Sapte bereits im letzten Jahr ihre Partnerschaften auf höhere Effizienz getrimmt. Derzeit realisieren unter anderem Ashurst und Simmons & Simmons Partnerherabstufungen und -abbau.

Baker & McKenzie

Die Steuerspezialistin Nicole Looks (36) wechselt im Juni von KPMG zu Baker & McKenzie. Looks wird bei Baker als achte Partnerin der Praxisgruppe in ihren Spezialgebieten Umsatzsteuer- und Zollrecht beraten. Diese Bereiche hatte bei Baker zuletzt Helga von Kolczynski betreut, die Ende vergangenen Jahres in den Ruhestand gegangen war.Looks war seit 1993 bei der heutigen WP-/StB-Gesellschaft KPMG tätig. Sie baute dort den Bereich Indirect Taxation auf, den sie zuletzt als Partnerin betreute. Begonnen hatte die Diplom-Finanzwirtin ihre Laufbahn als Betriebsprüferin bei der Oberfinanzdirektion Karlsruhe.

Harter Schlag für Allen & Overy in Italien

Der führende Corporate-Anwalt von Allen & Overy in Italien, Roberto Casati (55), ist zu Cleary Gottlieb gewechselt. Er versetzt der britischen Kanzlei damit einen herben Schlag: Casati allein soll für rund 60 Prozent des Umsatzes im Bereich Corporate in Italien gesorgt haben. Casatis Schritt folgt lang anhaltenden Spekulationen im Markt. Bereits im Januar war in der britischen Presse davon die Rede, Cleary wolle sich in Italien entscheidend verstärken und habe daher mit Casati Kontakt aufgenommen.

Mega-Fusion

Die US-Sozietäten Wilmer Cutler Pickering und Hale and Dorr schließen sich im Juni zusammen. Die neu entstehende Kanzlei wird mit rund 700 Millionen Dollar zu den zehn umsatzstärksten Praxen im US-Markt gehören. Die Fusion solle gleichberechtigt als Merger of Equals erfolgen, betonten die Kanzleien. Ein deutscher Insider bezeichnete dagegen Wilmer Cutler als den stärkeren Fusionsteil.In den USA weisen beide Kanzleien vergleichbare Strukturen und Kennzahlen auf. Wilmer Cutler mit ihrem Stammsitz Washington gilt ebenso wie die Bostoner Hale and Dorr als typische Ostküstenkanzlei. Ähnlich sind auch die Größe von jeweils etwa 450 Partnern sowie die Profitabilität beider Kanzleien: durchschnittlich 810.000 Dollar Gewinn pro Partner erzielte zuletzt Wilmer Cutler, 780.000 Dollar Hale and Dorr. Mit einem Umsatz von jeweils rund 300 Millionen Dollar lagen Wilmer Cutler und Hale zuletzt im Mittelfeld des 'American Lawyer'-Rankings der amerikanischen Top 100-Kanzleien.

Der Amsterdamer KSU-Verlag hat auch in diesem Jahr seine Analyse des niederländischen Rechtsmarktes "De Stand van de Advocatuur" vorgelegt. Das Werk legt dabei besonderen Wert auf die statistische Erfassung der Anwaltschaft unter unterschiedlichen Gesichtspunkten. JUVE stellt hier die wichtigsten Trends aus dem jährlich erscheinenden Report vor. Außerdem: Ein Blick auf die Umsätze und Profite der Kanzleien. Größenstatistik