Kartellrecht

  Juve Plus Schadensersatz

Die Bahn kann auch überpünktlich, wenn sie will: Heute reicht der Logistikverband Elvis in Stuttgart mit großem Brimborium eine Klage gegen das Lkw-Kartell ein. Der Termin ist seit längerem bekannt, und weil man das auch bei der Bahn in Berlin spitzgekriegt hatte, reichte der Konzern seine eigene Klage gegen das Lkw-Kartell medienwirksam bereits gestern ein. Die Episode zeigt mindestens zweierlei: Es geht neben Kartellschäden verstärkt auch um Litigation PR und die Frage, wer wem die Schau stiehlt. Und zum Jahresende häufen sich die Lkw-Klagen. Aber der dickste Brocken kommt wohl erst noch.

Coup für Cleary

Cleary Gottlieb Steen & Hamilton verstärkt ihr Kölner Büro mit einem der renommiertesten deutschen Kartellrechtler: Von Linklaters wechselt Dr. Wolfgang Deselaers (56) voraussichtlich Mitte November zu der US-Konkurrentin. Linklaters verliert damit ihren erfahrensten deutschen Kartellrechtler. Zuletzt hatte er maßgeblich die Verbindung zur Litigation-Gruppe vorangetrieben und ein Spezialistenteam für Kartellschadensersatz aufgebaut. Im Kölner Cleary-Büro trifft Deselaers auf alte Bekannte: Mit den dortigen Kartellrechtlern hatte er bereits im früheren Kölner Linklaters-Büro zusammengearbeitet.

Interview

Vier Büros hat die US-Prozesskanzlei Quinn Emanuel Urquhart & Sullivan inzwischen in Deutschland, erst kürzlich eröffnete sie in Stuttgart. In Brüssel stieß ein Team renommierter Kartellrechtler hinzu. Wie sich das alles in die Strategie der Kanzlei einfügt und was Quinn als nächstes vorhat – darüber sprach JUVE mit der Hamburger Partnerin Dr. Nadine Herrmann, Leiterin der deutschen und europäischen Kartellrechtspraxis.

  Juve Plus Luftfrachtkartell

Die Deutsche Bahn hat sich mit Singapore Airlines und der australischen Qantas auf einen Vergleich im Luftfrachtkartell geeinigt. Zu dem Komplex gehört der mit 3 Milliarden Euro Streitwert bisher größte deutsche Kartellschadensersatzprozess. Das Kölner Verfahren kommt seit Jahren nicht recht in die Gänge und gilt als Monstrum. Die Vergleichsbereitschaft dürfte erhöht haben, dass auch in vielen anderen Ländern Verfahren anhängig sind.

Frankfurt

Unter dem Namen Mathern Münch Pönicke arbeiten seit Ende August die Anwälte und Notare Dr. Friedrich Mathern (65), Albrecht Münch (51) und Dr. Astrid Pönicke (45) zusammen. Außerdem hat sich Gerd Becht (65), ehemaliger Rechtsvorstand der Deutschen Bahn, der Frankfurter Bürogemeinschaft angeschlossen. Geplant ist in Kürze die Gründung der Partnerschaftsgesellschaft Mathern Münch Pönicke, der sich Becht als of Counsel anschließen wird.

Hamburg

Neugründungen im Schiedswesen liegen weiter im Trend: In Hamburg eröffnet zum Oktober Manner Spangenberg. Gründungspartner der Boutique sind Dr. Jan Spangenberg (38), bisher Senior Associate bei Latham & Watkins, und Dr. Simon Manner (41), der aus der Rechtsabteilung des Windradbauers Nordex kommt. Für Lathams Prozessteam in Hamburg ist es der zweite Abgang eines erfahrenen Associates innerhalb kurzer Zeit.

Stuttgart

Die US-Kanzlei Quinn Emanuel Urquhart & Sullivan eröffnet zum September in Stuttgart ihr viertes deutsches Büro. Der Kern des Gründungsteams besteht aus Prof. Dr. Rüdiger Lahme (38) und Dr. Jesko Preuß (36). Kartellrechtler Lahme kommt aus dem Hamburger Büro der US-Wettbewerberin Latham & Watkins, Patentrechtler Preuß aus dem Mannheimer Büro von Quinn Emanuel.

  Juve Plus Handel

Die Rewe Group und Rewe Dortmund haben ein Gemeinschaftsunternehmen auf den Weg gebracht. Über die neu gegründete Rewe Dortmund SE rücken die beiden Händler noch näher aneinander. Die Rewe-Genossen und auch das Kartellamt haben das neue Unternehmen genehmigt. An der Rewe Dortmund SE hält Rewe Dortmund 80 Prozent, die Rewe Group 20.

Berlin

Taylor Wessing hat Mitte Mai ihr Berliner Büro mit einem Quereinsteigerduo von Squire Patton Boggs ausgebaut. Als Equity-Partner kam der Litigation-Experte Dr. Tim Wünnemann gemeinsam mit Salary-Partner Volker Herrmann, der bei Squire Patton bislang Senior Associate war. Beide stoßen zur Praxisgruppe Disputes & Investigations bei Taylor Wessing.

  Juve Plus Lottostreit

Mehr als acht Jahre stritten staatliche Lottogesellschaften und der private Wettanbieter Mybet um Schadensersatz – nun haben sich die Parteien auf einen Vergleich geeinigt. Die Lottogesellschaften zahlen knapp 12 Millionen Euro an die Mybet-Tochter SWS. Im vergangenen Jahr hatte der Bundesgerichtshof (BGH) sich mit dem Fall beschäftigt und ihn an das Oberlandesgericht Düsseldorf zurückverwiesen.

Stuttgart

BRP Renaud & Partner hat die Kartellrechtsberatung mit einem weiteren Equity-Partner ausgebaut. Dr. Johannes Scherzinger, zuletzt assoziierter Partner bei Gleiss Lutz, kam zum Mai in das Stuttgarter Büro von BRP. Scherzinger ist unter anderem auf Kartellschadenersatzverfahren spezialisiert.