Meinung

Kommentar

Eigentlich sollte sie geschädigte Verbrauchern helfen, leichter an ihr Geld zu kommen. Vor dem Stuttgarter Landgericht zeigt sich: In der Praxis wird es die Musterfeststellungsklage schwer haben. In einem „kleinen“ Dieselgate-Verfahren versuchen Kunden der Mercedes-Benz-Bank über den „Widerrufsjoker“ ihrer Krediterträge ungeliebte Fahrzeuge los zu werden. Doch der holprige Start des Stuttgarter Verfahrens bestätigt viele Befürchtungen.

Kommentar

Die meisten Londoner Anwälte befürworten den Brexit nicht. Mehr noch: Sie sind zunehmend verzweifelt. Machtlos, beinahe ohnmächtig schauen sie zu, wie ihr Land in die größte Verfassungskrise seit dem Zweiten Weltkrieg schlittert, der bedeutendste internationale Gesichtsverlust inklusive. Dabei sind die unmittelbaren Auswirkungen des Brexits auf den Londoner Rechtsmarkt überschaubar. Schließlich wird das Chaos den Kanzleien kurzfristig sehr viel Arbeit liefern. Das eigentliche Problem ist: Die Investitionen in Großbritannien werden sinken – und damit die Rolle der Londoner Anwälte nachhaltig verändern.

Kommentar

Viele Rechtsabteilungen ächzen: Risikomanagement, Digitalisierung, Internationalisierung – all diese Trends erhöhen die Aufgabenlast der Unternehmensjuristen. Doch die Teams wachsen nicht in gleichem Maße wie die zusätzliche Arbeit. Weil das passende Personal auf dem engen Arbeitsmarkt schwer zu finden ist. Weil die Kanzleien mit ihren hohen Gehältern den Rechtsabteilungen das Wasser abgraben. Aber auch, weil sich die allermeisten General Counsel scheuen, innovative Wege zu gehen.

Kommentar

Die Hoffnung, die sich mit Legal Tech und ihren Tools verbindet, ist riesig, auch in den Rechtsabteilungen. Alles wird effizienter, einfacher, schneller. Endlich hat man Zeit, sich um die wirklich wichtigen Dinge zu kümmern. Deshalb haben vor allem die größeren Inhouseabteilungen damit angefangen, Software auszutesten und die Digitalisierung voranzutreiben. Doch das hilft alles nichts, wenn die digitale Aufrüstung ein isoliertes Phänomen bleibt.

Kommentar

Bei der Recherche zu den JUVE 40 unter 40 hat sich die Redaktion viel mit den Themen Talentmanagement und Talentförderung in Kanzleien beschäftigt. Wer sind heute diejenigen, die morgen die Zukunft einer Kanzlei sichern? Sind es die Alphatiere, die losziehen und die großen Mandate jagen? Oder sind es die, die große Teams anführen können und immer den richtigen Riecher für profitable Geschäftsfelder haben?

Kommentar zu Legal Tech

In Österreich haben sich sieben Kanzleien zu einer Legal-Tech-Offensive zusammengeschlossen. Sie wollen gemeinsam investieren und gemeinsam digitalisieren. Ein Vorbild für deutsche Kanzleien, die beim Thema Legal Tech ebenfalls öfter an einem Strang ziehen sollten.

Kommentar

Nach langem Hin und Her kommt ab morgen die Musterfeststellungsklage. Ob das ein Erfolg ist, hängt ganz vom Maßstab ab. Einerseits: Bundesjustizministerin Katarina Barley hat nach ihrem Amtsantritt im März das Gesetz im Rekordtempo durchgepeitscht. Das ist eine beachtliche Leistung, denn bisher hatten es Wirtschaftsvertreter noch immer geschafft, solche Projekte zu verhindern. Andererseits: Dass die Musterfeststellungsklage überhaupt kommt, ist auch schon das Beste, was man über sie sagen kann.

Kommentar zur DSGVO

Seit fünf Monaten gilt die Datenschutzgrundverordnung. Wer sie ignoriert, setzt die Existenz seines Unternehmens aufs Spiel. Die angedrohte Strafe ist schmerzvoll: Bis zu zehn Millionen Euro oder zwei Prozent des Jahresumsatzes können fällig werden. Wer sich bis heute immer noch nicht darauf eingestellt hat, ist selbst schuld.

Kommentar zur UBT-Steigerung

So produktiv war bislang noch keine – jedenfalls keine der Big-Four-Kanzleien. Mit einem aktuellen Umsatz pro Berufsträger (UBT) von 389.000 Euro konnte Deloitte ihre Produktivität um satte 28 Prozent steigern. Damit bewegt sich die Kanzlei nicht nur schnurstracks auf die magische 400.000-Euro-Marke zu. Sie lässt auch die bislang produktivste Big-Four-Kanzlei hinter sich: PwC Legal kam zuletzt auf einen UBT von 373.000 Euro.

Kommentar zur Vergütung

Lange Jahre in derselben Kanzlei verbringen und geduldig darauf warten, jedes Jahr ein bisschen mehr zu verdienen – das kommt vor allem bei jungen, leistungsstarken Partnern nicht mehr so gut an wie früher. Immer mehr Kanzleimanager passen sich dieser Kultur an und verabschieden sich vom reinen Lockstep. Oft modifizieren sie aber das System bis zur Unkenntlichkeit – und verlieren damit aus dem Blick, worum es eigentlich geht.

Kommentar zu VW

In Wolfsburg ist man stolz auf VW. Daran hat der Dieselskandal nichts geändert. Der Käfer war das Symbol des Wirtschaftswunders, der Golf hat sogar einer ganzen Generation ihren Namen gegeben. Hartnäckig kämpfte der Konzern dafür, der größte Autohersteller der Welt zu werden. Das Ziel ist erreicht. Strenge Hierarchien und ein Krebsgeschwür namens Abgasmanipulation sind der Preis dafür. Das Vertrauen der Öffentlichkeit ist verspielt. Es wird Zeit, dass sich was dreht.

Anzeige

Stellenmarkt zur Übersicht