Insolvenzen

Hannover

Seit Mitte Oktober ist der Insolvenzspezialist Friedemann Schade neuer Partner bei der aus Hamburg stammenden MDP-Kanzlei BRL Boege Rohde Luebbehuesen. Der 42-Jährige wechselte von Kübler, wo er seit 1999 arbeitete, seit 2006 als Partner. Für BRL eröffnete er zugleich ein Hannoveraner Büro.

Bayern

Die Insolvenzkanzlei Anchor Rechtsanwälte hat sich zum Oktober mit Dr. Robert Hänel (41) verstärkt. Hänel ist als Insolvenzverwalter in Peißenburg südlich von München niedergelassen und wird unter anderem am Amtsgericht Weilheim bestellt. Er war zuvor in eigener Kanzlei tätig. Mit dem neuen Standort verfügt Anchor jetzt über vier Büros in München, Mannheim, Ulm und eben Peißenburg. Die Sozietät war 2007 als Spin-off von Wellensiek Rechtsanwälte entstanden, 2008 stieß Prof. Dr. Martin Hörmann von Schneider Geiwitz & Partner hinzu. Die Kanzlei ist sowohl in der Sanierungs- und Restrukturierungsberatung als auch in der Insolvenzverwaltung tätig.

Insolvenzrecht

Die Insolvenzverwalter-Kanzlei Jaffé verstärkt ihre Präsenz in Bayern: Ein neues Büro in Landshut ergänzt die bisherigen bayrischen Standorte in München und Nürnberg. Letzterer wurde zum September mit vier Quereinsteigern ausgebaut.Das neue Landshuter Büro wird von Elke Ziemann geleitet, die in zahlreichen großen Verfahren von Dr. Michael Jaffé wie dem des Wohnwagenherstellers Knaus-Tabbert mitgearbeitet hat (JUVE 02/09). Sie ist mittlerweile auch selbst als Verwalterin tätig.

  Juve Plus

Die Rendsburger Yachtwerft Nobiskrug ist vorerst vor der drohenden Insolvenz gerettet.Der Investor Abu Dhabi Mar aus den Vereinigten Arabischen Emiraten erwarb über eine Kapitalerhöhung eine Mehrheitsbeteiligung an dem Unternehmen. Erst im Herbst vergangenen Jahres hatte ThyssenKrupp Technologies die seit Anfang 2007 kriselnde Rendsburger Werft an den auf Guernsey ansässigen Finanzinvestor Eagle River Capital verkauft. Nach dem Eigentümerwechsel geriet Nobiskrug wieder in finanzielle Schwierigkeiten.

Escada

Das Amtsgericht München hat Dr. Christian Gerloff (41) von der Kanzlei Ott & Kollegen zum Insolvenzverwalter des Luxusmode-Unternehmens Escada gekürt. Der Konzern hatte Mitte August Insolvenz angemeldet, nachdem ein umfangreiches Restrukturierungsvorhaben an der Zustimmung von Anleihegläubigern gescheitert war (Escada ist insolvent).

  Juve Plus Restrukturierung gescheitert

Trotz komplexer Finanzmanöver ist es dem Luxusmodekonzern Escada nicht gelungen, seine Insolvenz zu verhindern. Die ehemals größte Modemarke der Welt hat heute einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht München gestellt. Der Vorstand und die Gebrüder Herz, Großaktionäre des Unternehmens, hatten zuvor ein umfangreiches Rettungspaket vorgeschlagen. Escada hatte ihre Anleihegläubiger Ende Juni um einen 60-prozentigen Forderungsverzicht gebeten und dafür eine besicherte Anleihe offeriert. Als Banken agierten die HVB/Unicredit Group und JP Morgan.

Köln

Der Insolvenzrechtler Thomas Windhöfel verstärkt ab September als Assoziierter Partner das Kölner Görg-Büro. Der 44-Jährige kommt von Heuking Kühn Lüer Wojtek, wo er zuletzt Salary-Partner war. Windhöfel arbeitete seit 2005 bei Heuking. In dieser Zeit beriet er etwa eine Investorengruppe beim Erwerb des kriselnden Postdienstleisters Jurex. Zuvor war er ab 2003 bei Haarmann Hemmelrath (heute in Liquidation) in Köln, wo er im Juli 2004 Partner wurde. In seine Zeit dort fällt etwa die Beratung der Shanghai Electric Corporation beim Erwerb der Wohlenberg Werkzeugmaschinen aus der Insolvenzmasse.

  Juve Plus

Der Automobilzulieferer Neumayer Tekfor hat sich Ende Juni mit seinen Gesellschaftern und Hauptkreditgebern auf eine neue Kapitalstruktur geeinigt. Der Einigung war ein Moratorium vorausgegangen, ohne dass die Neumayer-Gruppe vermutlich Insolvenz hätte anmelden müssen. Der Kern der Restrukturierung besteht in einer Finanzspritze von 42 Millionen Euro an neuem Kapital durch den Hauptgesellschafter, Barclays Private Equity, sowie durch die kreditgebenden Banken. Außerdem verzichten auch weitere Private-Equity-Gesellschaften auf Darlehensforderungen: Die Minderheitsgesellschafter Gartmore, Nationwide und GIC Special Investments sowie Mezzanine-Darlehensgeber wie Axa Private Equity Mezzanine.

  Juve Plus

Der US-Aluminiumkonzern Alcoa hat im Rahmen einer Restrukturierung seine Kabel- und Elektroniksparte an die kalifornische Beteiligungsgesellschaft Platinum Equity verkauft.

  Juve Plus

Die baden-württembergische Oberflächenveredler Süddekor hat seine Fremdfinanzierung umstrukturiert. Süddekor gehört zur 2D-Holding, die wiederum ein Portfoliounternehmen des Investors Quadriga Capital ist. Die vorausgegangene Finanzierung bestand aus drei Teilen. Diese drei Kreditlinien hatten ursprünglich das Volumen eines mittleren dreistelligen Millionenbetrags. Das Senior-Darlehen hatte ein Konsortium um die inzwischen von der Commerzbank übernommene Dresdner Bank gestellt, darüber hinaus hatten MezzInvest und Oaktree je etwa zur Hälfte Darlehen in Form eines Second Liens und einer Mezzanine-Finanzierung gewährt.

Arcandor

Der Düsseldorfer Anwalt Horst Piepenburg hat gestern sein Mandat als Generalbevollmächtigter des Arcandor-Vorstands niedergelegt. Der Konzern teilte mit, dass der 55-jährige Namenspartner der Kanzlei Piepenburg - Gerling die Restrukturierung nur noch als Berater unterstützen wird.Der Rückzug des angesehenen Sanierungsprofis nährt Spekulationen, nach denen für das Arcandor-Insolvenzverfahren nicht mehr ein Insolvenzplan mit Eigenverwaltung angestrebt wird. Diese Lösung wäre die Methode der Wahl gewesen, wenn es um die Erhaltung des Konzerns als Ganzes ginge: Der Vorstandsvorsitzende von Arcandor, Dr. Karl Gerhard Eick wäre im Amt geblieben, möglicherweise mit einem Chief Restructuring Officer (CRO) in Person Piepenburgs an seiner Seite. Der bislang vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Klaus Hubert Görg wäre nur noch als Sachwalter aufgetreten, um die Erfüllung des Insolvenzplans zu überwachen.