Insolvenzen

Manuel Sack von Brinkmann & Partner in Hannover ist seit Ende Februar Insolvenzverwalter der Heros Unternehmensgruppe. Das deutsche Geldtransportunternehmen besaß 2005 in der Branche einen Marktanteil von über 50 Prozent. Von der Insolvenz betroffen sind 27 Gesellschaften mit insgesamt rund 5.000 Mitarbeitern. Verantwortliche Heros-Mitarbeiter, an erster Stelle der Inhaber Karl-Heinz Weis, sollen bis zu 350 Millionen Euro an Kundengeldern veruntreut haben. Betroffen sind zahlreiche Handelsketten, darunter Presseberichten zufolge der Rewe-Konzern mit einem Schaden in dreistelliger Millionenhöhe.Nach Angaben Sacks wurde dieser Betrug möglich, weil Heros einen großen Teil der Kundenkonten nicht als Treuhandkonten geführt hat und sich bei den eingezahlten Geldern unbeaufsichtigt bedienen konnte. So wurde eine Liquidität des Unternehmens vorgetäuscht, die vermutlich schon seit längerer Zeit nicht gegeben war. Pressemeldungen zufolge gab es ein Geflecht aus Korruption, Erpressung und unterbliebener behördlicher Aufsicht, das die Unterschlagungen ermöglichte.

Shearman baut Londoner Büro aus

Der Londoner Standort von Shearman & Sterling hat einen wichtigen Schritt unternommen, um seine M&A-Praxis zu stärken. Mit Laurence Levy (45), der im März von Norton Rose wechselte, gewann Shearman einen erfahrenen Partner für Aktienplatzierungen, Jointventures und Restrukturierungen. Levy war seit 1986 bei Norton Rose, seit 1996 als Partner. Er betreute unter anderem bedeutende Transaktionen wie die 1,3 Milliarden Pfund schwere Restrukturierung der Drax Holding, deren Börsengang und ein anschließendes Refinanzierungsprogramm. Auch belgeitete er Corus bei deren Vereinbarung mit einem multinationalen Konsortium zur Stahlversorgung der Teesside Anlagen.

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Das chinesische Industriekonglomerat Shanghai Electric Corporation (SEC) hat die Wohlenberg Werkzeugmaschinen GmbH aus der Insolvenzmasse erworben. Der Kauf erfolgte in Form eines Asset-Deals. Wohlenberg hatte Anfang 2005 Insolvenz angemeldet. Seither wurden in einer Umstrukturierung technische Abteilungen zusammengelegt sowie rund ein Viertel der ehemals 50 Stellen abgebaut.

Kirkland wächst in München

Kirkland & Ellis hat zum Februar den Kölner Insolvenz- und Sanierungsrechtler Dr. Bernd Meyer-Löwy (39) von Linklaters Oppenhoff & Rädler als Partner gewonnen. Die Kanzlei kündigte zudem für April einen zweiten deutschen Restrukturierungs-Partner an, der bei seiner derzeitigen Kanzlei noch die Kündigungsfrist ableistet. Name und Kanzlei des weiteren Quereinsteigers gab Kirkland nicht bekannt. Das vor einem Jahr eröffnete Münchner Büro der US-Kanzlei wächst mit den Neuzugängen auf 15 Anwälte.

Mit einem dritten Standort in Frankfurt und einer Verstärkung des Münchner Büros ist die auf Insolvenz und Sanierung spezialisierte Kanzlei Grub Brugger & Partner ins neue Jahr gestartet.In der Mainmetropole gingen zum Januar beziehungsweise Februar 2006 drei Anwälte von Wellensiek Rechtsanwälte zu Grub und eröffneten für die ursprünglich aus Stuttgart stammende Sozietät einen Frankfurter Standort: Dr. Sebastian Gall (43) und Dr. Hans Konrad Schenk (33), die beide seit 2000 bei Wellensiek waren, steigen als Local Partner mit einer Zusage zur Equity-Partnerschaft ein. Der dritte Wechsler, Christoph Chardon (33), kam 2005 aus Heidelberg in das Frankfurter Wellensiek-Büro und wird Associate.

Der Gesellschaftsrechtler Walther von Wietzlow (60) ist zu Jahresbeginn zu der Anlegerkanzlei Nieding + Barth gewechselt. Er kam vom Frankfurter Büro von Jones Day, wo er als of Counsel wesentlich am Aufbau der Praxisbereiche Gesellschaftsrecht/Restrukturierungen und Aktienrecht beteiligt war. Über viele Jahre leitete er das deutsche Private-Equity-Team der US-Sozietät.Von Wietzlow kommt ursprünglich von der Inhouse-Seite: Bevor er 1999 zu Jones Day stieß, war er über zehn Jahre Chefsyndikus der Didier Werke AG und ab 1992 Vorstand der AG für Anlagen und Beteiligungen. 1995 wechselte er wieder zurück zu Didier, wo er als Vorstandssprecher die gesamte Restrukturierung des Unternehmens leitete.

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Die Leipziger Kinowelt GmbH hat die Epsilon Motion Pictures GmbH aus der Insolvenzmasse der Kirchmedia gekauft. Der Insolvenzverwalter Dr. Michael Jaffé veräußerte mit dem Münchner Film-Finanzierer und Rechtehändler Epsilon auch das letzte noch operativ tätige Unternehmen der Kirchmedia. Epsilon besitzt die Rechte an erfolgreichen Filmen wie "Million Dolllar Baby" sowie "Mr. und Mrs. Smith" und unterhält langfristige Liefervereinbarungen mit unabhängigen US-Filmstudios wie Regency und Hydepark. (René Bender)

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Die dbi I Allianz Dresdner Global hat ein Gruppen-Contractual Trust Arrangement (CTA) aufgelegt. Ein solches Gruppen-CTA dient einer Vielzahl von Unternehmen, die ihre Wertguthaben aus Arbeitszeitkonten nicht selbst verwalten wollen, überbetrieblich zur Insolvenzsicherung und bilanziellen Auslagerung der Wertguthaben. Hintergrund: Externe Bilanzleser beurteilen den bilanziellen Ausweis von Pensionsverpflichtungen in der internationalen Handelsbilanz zunehmend kritisch. Berater dbi

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Die Volkswagen AG muss 915.000 Euro an den Insolvenzverwalter der Gesellschaft für Fahrzeugtechnik mbH (GfF) zahlen. Der Autokonzern hatte die GfF bei der Vergabe von Aufträgen für Dauertests von Fahrzeugen nicht berücksichtigt und verstieß damit gegen das kartellrechtliche Diskriminierungsverbot. Dies entschied das Landgericht Hannover Ende September. Die GfF hatte für den Autohersteller seit 1996 die so genannten Kundenbeurteilungsfahrten durchgeführt und erhielt ab 2001 keine Aufträge mehr. Daraufhin musste die GfF 2002 Insolvenz anmelden, denn die Dauertests waren ihr wesentliches Geschäftsfeld. Aufgrund eines mit VW bestehenden Rahmenvertrages war es dem Unternehmen zudem untersagt, für andere Automobilhersteller tätig zu werden. Für die zwischen Kfz-Herstellern und ihren Zulieferern sowie Dienstleistern üblichen Rahmenverträge besitzt das Urteil eine grundsätzliche Bedeutung. VW hat Berufung eingelegt. Vertreter Insolvenzverwalter der GfF

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Es war ein Mandat, das die Community bewegte. Monatelang blickten Finanzanwälte und Insolvenzexperten nach Mainz, Frankfurt und London. Was haben diese Städte gemeinsam? Alle hatten jeweils ein Gericht, das sich mit der Finanzierungsstruktur des Mainzer Kabelnetzbetreibers Primacom AG beschäftigte - und das exakt zum selben Zeitpunkt.

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Der Car Audio-Spezialist Maxxsonics USA Inc. aus Chicago hat den Geschäftsbetrieb der insolventen MB Quart GmbH erworben. MB Quart, über die im Dezember 2004 das Insolvenzverfahren eröffnet worden war, ist ein Hersteller von mobilen und Heimaudio-Geräten mit Sitz in Obrigheim. Die knapp 100 Arbeitsplätze sollen wie es heißt, erhalten bleiben. Maxxsonics-Produkte werden weltweit unter den Marken "autotek", "Hifonics" und "Crunch" vertrieben. Vertreter Maxxonics