Insolvenzen

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Die Tele München-Gruppe (TMG) wurde im Rahmen einer komplexen Refinanzierung der Cinemaxx AG neuer Hauptaktionär der finanziell angeschlagenen, börsennotierten Kinokette. Über die Concorde Beteiligungs GmbH hält TMG knapp unter 50 Prozent der Cinemaxx-Anteile. Die bereits Ende Oktober beschlossenen Kapitalmaßnahmen mit einem Volumen von 47 Millionen Euro wurden Mitte Januar trotz vier anhängiger Anfechtungsklagen ins Hamburger Handelsregister eingetragen. TMG hatte dazu von der Dresdner Bank ein Portfolio von Kredit- und Aval-Forderungen gegen Cinemaxx übernommen und nach einem Kapitalschnitt als Sachkapitalerhöhung in die Kinokette eingebracht. Cinemaxx ist durch diese Maßnahme und parallele Forderungsverzichte fast vollständig entschuldet. TMG-Chef Dr. Herbert Kloiber wurde im Zuge der Refinanzierung zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. (CT)

Ende der Clifford-Restrukturierungspraxis in New York

Die gesamte New Yorker Insolvenzrechtsabteilung von Clifford Chance hat die Kanzlei verlassen und schließt sich der US-Kanzlei Kaye Scholer an. Dies wurde Mitte Februar bekannt. Angeführt wird das Team von der örtlichen Leiterin der Praxisgruppe, Margot Schonholtz. Die 49-Jährige wird von den vier Partnern Mark Liscio, Jill Kurtzman, Madlyn Primoff und Scott Talmadge sowie 15 Associates begleitet. Laut Presseberichten gehörten Schonholtz und Liscio zu den umsatzstärksten Anwälten im New Yorker Clifford-Büro. Beide sollen so genannte Super-Pointer gewesen sein, also über der obersten Stufe der kanzleiweiten Lockstep-Vergütung gelegen haben.

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"Verwalter sind Individualisten", sagt Ulrich Brugger. Das ist sicherlich richtig. Und man wünscht sich, sie wären auch Strategen. Denn durch besonders geschickte strategische Schachzüge zeichnet sich die Zunft der Insolvenzverwalter bislang nicht gerade aus. Oder wie sonst ist es zu erklären, dass die Hochzeiten von Verwalterkanzleien in den vergangenen Jahren immer mit Scheidungen endeten?

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Der Schweizer Eisenbahnwagon-Hersteller Stadler Rail AG hat den Produktionsstandort Weiden der PFA Partner für Fahrzeugausstattung übernommen. Die PFA befindet sich seit Anfang 2001 in der Insolvenz. Für Stadler ist dies nach der Übernahme des ehemaligen Adtranz Werkes in Berlin die zweite Investition in Deutschland. Die Stadler-Gruppe beschäftigt in Deutschland und der Schweiz über 1.100 Mitarbeiter, der Umsatz lag im vergangenen Geschäftsjahr bei rund 400 Millionen Schweizer Franken. Berater Stadler Rail

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Die Reinhard Müller GmbH hat von dem Osnabrücker Drogeriemarktfilialisten Ihr Platz dessen Schweizer Tochtergesellschaft Estorel AG erworben. Daneben wurden sämtliche Forderungen der die Estorel finanzierenden Commerzbank von dem Einzelhandelsunternehmen Müller Ltd. & Co. KG übernommen. Estorel ist mit 33 Filialen eine der größten Drogerieketten in der Schweiz. Die familiengeführte Müller-Gruppe erzielte im vergangenen Geschäftsjahr mit rund 400 Filialen im In- und Ausland einen Umsatz von rund 1,74 Mrd. Euro. An dem Kauf war keine finanzierende Bank beteiligt - die Müller-Gruppe hat die Finanzierung selbst gestemmt.

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Veolia Water hat sich im Bieterverfahren um den TXU-Anteil an den Braunschweiger Stadtwerken (BVAG) durchgesetzt. Die Tochter des französischen Versorgungsriesen Veolia Environnement zahlte der TXU Stadtwerke Holding für die 74,9-prozentige Beteiligung 370 Millionen Euro. Die Holding ist ein Unternehmen der Texas Utilities (TXU), deren Europa-Tochter Insolvenz hatte anmelden müssen. Im Mai 2002 hatte TXU der Stadt Braunschweig für die Anteile noch 425 Millionen Euro gezahlt. Jetzt erhält sie – ohne direkt an dem Geschäft zwischen dem Londoner Insolvenzverwalter und Veolia beteiligt zu sein – für ihre Zustimmung von TXU noch einmal 28 Millionen Euro. Die Bieter Macquarie Corporate Finance und ein Konsortium der HSH Nordbank und der Helaba gingen leer aus. Berater Veolia

Insolvenzriese gespalten

Die Insolvenzgroßkanzlei Wellensiek Grub & Partner ist nach vier Jahren in ihre Ursprungsteile zerfallen. Künftig machen die elf Partner von Wellensiek - mit Stammsitz in Heidelberg - und die sieben Grub-Partner in Stuttgart wieder alleine weiter.Die Trennung der Einheiten um Dr. Jobst Wellensiek (72) und Dr. Volker Grub (67), zwei der namhaftestesten Insolvenzverwalter Deutschlands, kommt überraschend. Beobachter haben jedoch bereits seit langem auf eine stockende Zusammenarbeit der beiden Kanzleiteile hingewiesen. Auf der einen Seite standen die von Wellensiek-Partnern dominierten Büros in Heidelberg, Frankfurt, Düsseldorf, Berlin, Dresden, Erfurt, Leipzig und Hildesheim, auf der anderen Seite das Grub-Büro in Stuttgart. Nur in dem noch recht jungen Münchner Standort scheint eine Zusammenarbeit stattgefunden zu haben.

  Juve Plus Nörr und Görg mit Sanierungsplan am Ende

Trotz wochenlanger Verhandlungen über eine Sanierung von Walter Bau hat der Augsburger Baukonzern vor zwei Tagen Insolvenz beantragt. Das Unternehmen und die 27 Gläubigerbanken konnten sich nicht über eine Fortführung des Geschäfts einigen. Am Ende scheiterte die Sanierung des Betriebs mit insgesamt rund 9000 Beschäftigten dem Vernehmen nach an der ABN Amro Bank, die eine Vielzahl neuer Bedingungen nachgeschoben hatte. (Jörn Poppelbaum)

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Neulich in der Redaktion fragte jemand: "Wie, Jürgen Möllemann im Insolvenzticker? Der ist doch tot." Ja, aber nur im richtigen Leben. Nicht im Leben des Fiskus und nicht im Leben von Nachlass- und Insolvenzverwaltern.Und so kam es, dass Anfang des Jahres der Münsteraner Rechtsanwalt und Nachlassverwalter Möllemanns, Michael Mönig (Mönig Krollzig Ries Richter Schnieder Goez), beim örtlichen Amtsgericht Insolvenzantrag stellte. Folge: Der Staat könnte auf mehreren Milllionen Euro Steuerschulden sitzen bleiben. Mit der Sache weiter auseinander setzen wird sich nun der vorläufige Insolvenzverwalter, Alpmann Fröhlich-Partner Norbert Kruse.

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Der US-Investor Apollo Real Estate Advisors hat 49 Prozent der Aktien der 3C Development AG erworben. Verkäufer war die Adler Real Estate AG, eine Tochter der Agiv, die Mitte Dezember Insolvenzantrag gestellt hatte. 3C engagiert sich in der Entwicklung von Fachmärkten und Einkaufszentren. Vereinbart wurde, dass sich Adler mit bis zu einem Fünftel als Finanzinvestor an künftigen Projekten von 3C beteiligen kann. Im Zuge der Transaktion erwarb Apollo zudem die restlichen 50 Prozent an einem Fachmarkt-Projekt in Baden-Baden.

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Ihr Realismus ist fast erschütternd. Wenn zwei Top-Partner von Hengeler Mueller und Allen & Overy unabhängig voneinander betonen, dass man um jedes Mandat kämpfen muss, scheinen die Zeiten wirklich hart zu sein. Insbesondere, wenn die Anwälte von langjährigen Mandanten beauftragt werden - also eigentlich kein Grund zur Sorge bestehen sollte.Trotzdem geben sich die beteiligten Rechtsberater der Restrukturierung von KarststadtQuelle AG sehr zurückhaltend. Zum Beispiel Hengeler-Rainmaker Prof. Dr. Michael Hoffmann-Becking: Obwohl der 61-Jährige für seine Kanzlei den Großauftrag einer umfassenden Refinanzierung für KarstadtQuelle rausgeholt hat, bleibt Hoffmann-Becking auf dem Boden.