Insolvenzen

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Der indische Graphithersteller Graphite India Limited (GIL) hat die Conradty-Unternehmensgruppe von Insolvenzverwalter Dr. Werner Pöhlmann erworben. Die Conradty-Gruppe aus Röthenbach/Peglitz bei Nürnberg stellt Grafit- und Kohlenstoffprodukte her und beschäftigte zuletzt 160 Mitarbeiter. Für GIL ist der Kauf die erste Unternehmensakquisition außerhalb Indiens. Im Zuge der Transaktion wurde außerdem ein Vertrag mit dem Freistaat Bayern geschlossen, der die Haftung von GIL im Fall von Altlasten auf dem Betriebsgrundstück limitiert.

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In der Bundeshauptstadt herrscht Premierenfieber: Die Berliner Symphoniker treten auf. Aber eigentlich sind es gar nicht mehr die Berliner Symphoniker. Denn der Trägerverein des ehemals hochsubventionierten Orchesters musste vor Monaten Insolvenz beantragen, nachdem der Senat Zuschüsse in Höhe von drei Millionen Euro gestrichen hatte. Nun hat sich Insolvenzverwalter Christian Köhler-Ma (Leonhardt & Partner) eine Alternative erdacht: Die Symphoniker machen weiter - als gemeinnützige GmbH. Und damit doch eine Premiere. Er habe die erste privatwirtschaftliche Kulturinstitution in Berlin geschaffen, sagt Köhler-Ma. "Wir ebnen damit den Weg jenseits der Subventionskultur", sagt er auch. Für die Musiker heißt die Lösung jedoch Kröten schlucken. Sie verlieren ihre feste Anstellung und werden nun je nach Bedarf beschäftigt.

Mit dem Wechsel des Gesellschaftsrechtlers Rupert Weber zu Maitland & Co. hat zum Dezember ein weiterer Corporate-Partner das Londoner Büro von Linklaters verlassen. Nachdem vor drei Monaten das englische Branchenblatt 'The Lawyer' erstmals über eine Restrukturierung der Londoner Corporate-Praxis berichtet hatte, ist dies bereits der dritte Partnerverlust für Linklaters. Hintergrund sei die anhaltende Überprüfung der Partner-Performance durch das Management (JUVE 11/04).Weber war seit 1988 bei Linklaters, seit 1998 als Partner. Innerhalb der letzten 16 Jahre arbeitete er insgesamt rund sechs Jahre in Deutschland. Dabei spielte er eine entscheidende Rolle beim Aufbau der deutschen Linklaters-Praxis und der nachfolgenden Fusion mit Oppenhoff & Rädler.

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Ende einer der größten Insolvenzfälle der deutschen Industriegeschichte: Zwei Jahre nach der Eröffnung des Verfahrens wurde nun der Autozulieferer Peguform von der US-amerikanischen Investmentgesellschaft Cerberus übernommen. Das Unternehmen aus Bötzingen bei Freiburg ist auf die Herstellung von Kunststoffteilen, wie sie in Cockpits oder Stoßfängern verwendet werden, spezialisiert. 2004 soll Peguform rund 1,4 Milliarden Euro Umsatz gemacht haben.

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Die Leasinggesellschaft der Sparkassen (LGS) haftet nicht für infolge des Flowtex-Skandals ausgefallene Leasingforderungen. Das hat der BGH zu Ungunsten von sechs Sparkassen (Hamburg, Dortmund, Gelsenkirchen, Düsseldorf, Wuppertal, Kreissparkasse Köln) entschieden, die durch die betrügerischen Machenschaften der Flowtex einen Schaden von insgesamt rund 177 Millionen Mark erlitten hatten.

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Der Frankfurter Investor Ignaz Blodinger hat das Münchner Hotel "Garden Plaza" erworben. Das Objekt in der Leopoldstraße stammte aus der Insolvenzmasse einer angesehenen Münchner Familie und wurde von der Achat Hotel- und Immobilienbetriebsgesellschaft geführt. Finanziert wurde die Transaktion von der Eurohypo, Forderungen bestehen noch von der Raiffeisenbank Bad Göcking. Nach Übernahme und Renovierung wird das Haus in "Flemming's" umbenannt. Blodinger besitzt und betreibt eine Reihe von Hotels, darunter das Steigenberger in Frankfurt und die Intercity Hotels in Frankfurt, München, Bremen und Wuppertal. Berater Ignaz Blodinger

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Kuraray hat über ihre deutsche Tochter Kuraray Specialities Europe den Geschäftsbereich Trosifol von der Rütgers AG übernommen. Der Schwerpunkt des Unternehmens liegt in der Herstellung von Spezialfolien für Sicherheitsglas, die unter anderem im Automobil- und im Hochbau Verwendung finden. Im vergangenen Jahr setzte Trosifol mit 240 Mitarbeitern etwa 84 Millionen Euro um. Der Kaufpreis soll nach Presseberichten bei 110 Millionen Euro liegen.

In Warschau ist Anfang November Lech Gilicinski von Weil, Gotshal & Manges als Partner zu White & Case gewechselt. Bei Weil Gotshal war der 36-Jährige verantwortlich für die Restrukturierungs- und Finance-Praxis des Standortes. Begleitet wird er von Adrian Pawelec (28), einem ehemaligen Associate von Weil Gotshal.Gilicinski bringt Erfahrung in der Betreuung von polnischen und internationalen Mandanten im Finance-Geschäft sowie auch im Corporate, IP und Private Equity mit. Zu seinen Mandanten gehören unter anderem Lehman Brothers, TDA Capital Partners, Shoreview Capital Partners und Unisys Corporation.

Linklaters

Drei weitere deutsche Equity-Partner scheiden bei Linklaters Oppenhoff & Rädler aus. Damit haben seit den Beschlüssen zu einer Restrukturierung der Partnerschaft im Juni (JUVE berichtete) fünf Vollpartner die Kanzlei verlassen. Insgesamt sind in diesem Jahr sogar sieben Linklaters-Partner ausgeschieden. Die Hintergründe der jüngsten Abgänge kommentierte die Kanzlei auf Nachfrage nicht.

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Die erste, einer breiten Öffentlichkeit zugängliche Amtshandlung scheint gleich ein Erfolg geworden zu sein. In praktisch allen deutschen Zeitungen war Mitte November zu lesen, dass die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in diesem Jahr wieder leicht rückläufig ist. Dies, so heißt es überall, teilten der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen und der Verband der Insolvenzverwalter mit. Bitte welcher Verband? Ja, ein neuer Akteur ist am Himmel der Lobbyisten Deutschlands aufgegangen: Der Verband der Insolvenzverwalter Deutschland e.V. , vormals Arbeitskreis der Insolvenzverwalter Deutschland e.V. (AID), wurde am 29. Oktober in Leipzig gegründet. Und der VID weist einen gewichtigen Unterschied zum AID auf: Auch Nichtanwälte, die mindestens fünf Jahre Erfahrung als Insolvenzverwalter von Unternehmen haben, können in den – bislang sehr exklusiven und dafür in der Vergangenheit öfter kritisierten – Club aufgenommen werden. Damit soll unterstrichen werden, dass der Beruf des Insolvenzverwalters ein eigenständiger ist. Doch rechtfertigt dies die Gründung eines Verbandes? Nein, sagt der alte und neue Vorsitzende des VID, Dr. Siegfried Beck aus der Nürnberger Kanzlei Dr. Beck & Partner. Vielmehr habe man auch schon als AID an diversen Gesetzgebungsverfahren mitgewirkt und sich auch sonst für die Belange der Verwalter in Deutschland eingesetzt. Doch sei es bislang nicht satzungsmäßig verankert gewesen, dass man sich explizit als Interessenvertretung für den Beruf versteht. Dies sei durch den VID nachgeholt worden.++++ Ein ganz anderer Verband hat sich ebenfalls zu Wort gemeldet. Der Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Dieter Brucklacher, nutzte in der ‚FAZ’ die Insolvenz der Werkzeugmaschinenfabrik Kelch GmbH & Co. KG, um die aktuelle politische Diskussion um die unternehmerische und betriebliche Mitbestimmung anzuheizen. Bei Kelch hätten IG Metall und Betriebsrat das von der Geschäftsführung vorgeschlagene Sanierungskonzept einfach abgelehnt und so die Firma in die Pleite getrieben. Wäre es dagegen möglich gewesen, ein „Betriebliches Bündnis für Arbeit“ nur mit der Belegschaft zu schließen – die zu 80 Prozent für die Sanierungspläne gestimmt habe – hätte das Schlimmste verhindert werden können. Ob es genauso war, und ob eine Sanierung ohne Insolvenz besser gewesen wäre, hat den vom Amtsgericht Stuttgart eingesetzten vorläufigen Insolvenzverwalter Dr. Tibor Braun nun nicht mehr zu interessieren, sagt der. Der 43-jährige Namenspartner der Stuttgarter Drei-Mann-Kanzlei Illig, Braun, Kirschnek blickt nach vorne, auch im Sinne der 280 Kelch-Mitarbeiter. Der im Südwesten bekannte Anwalt hat die Schwächen der Firma analysiert und sich sofort auf die Suche nach potenziellen Erwerbern gemacht. Und eins sagt er dann doch zu den vorherigen Sanierungsplänen: Die unter Leitung von Ulrich Brugger (Wellensiek Grub & Partner, Stuttgart) ausgearbeiteten Konzepte, die vor allem von den Mitarbeitern Einschnitte gefordert hatten, wären sicherlich nicht schlecht für das Unternehmen gewesen. ++++

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Das Management der Yorkshire Group hat gemeinsam mit GMAC Financial Services auf dem Wege eines Management-Buy-Outs (MBO) die europaweite Handels- und Vertriebsorganisation von Yorkshire Chemicals erworben. Veräußerer ist die Yorkshire Group mit Sitz in Leeds, über die im Oktober ein Insolvenzverfahren eröffnet worden war. Yorkshire Chemicals produziert und vertreibt weltweit Farbstoffe und chemische Hilfsmittel für die Textilindustrie. Berater Management