Insolvenzen

Top-Ten-Insolvenzen 2017

Die Insolvenzen in Österreich erreichten im vergangenen Jahr den tiefsten Stand seit 20 Jahren. Die Statistik des Gläubigerverbands KSV1870 weist einen Rückgang der Unternehmensinsolvenzen um nur 2,8 Prozent gegenüber 2016, die Passiva brachen allerdings um satte 35 Prozent ein. Dementsprechend kleinteilig war das Geschäft der Verwalter.

  Juve Plus Chaos bei Niki-Insolvenz

Das österreichische Landesgericht Korneuburg hat ein Konkursverfahren über die Fluggesellschaft Niki eröffnet. Überraschend handelt es sich dabei jedoch nicht um ein sogenanntes Sekundärverfahren, sondern um ein weiteres Hauptverfahren. Nach der europäischen Insolvenzverordnung dürfte es das aber gar nicht geben. In Österreich wurde die bekannte Wiener Insolvenzrechtlerin Ulla Reisch von Urbanek Lind Schmied Reisch zur Insolvenzverwalterin bestellt. Sie ist damit gleichgestellt mit dem deutschen Niki-Insolvenzverwalter Prof. Dr. Lucas Flöther – auch das ist eigentlich nicht erlaubt.

Insolvenzverwalter

Auch im neuen Jahr gehen die Veränderungen auf dem deutschen Insolvenzverwaltermarkt munter weiter. So haben mehrere bekannte Verwalter die Kanzlei Henningsmeier zum Jahreswechsel verlassen und die Kanzlei BRRS gegründet: Joachim Büttner, Ulrich Rosenkranz, Jutta Rüdlin und Dr. Stephan Schlegel sind nunmehr unter eigener Adresse tätig.

  Juve Plus Niki österreichischer als gedacht

Das Insolvenzverfahren um die österreichische Fluggesellschaft Niki schlägt weitere Kapriolen. Wie das Landgericht Berlin nun entschied, muss das Konkursverfahren von Österreich aus geführt werden und nicht wie bisher vom Amtsgericht Berlin-Charlottenburg. Gegen das deutsche Insolvenzverfahren war das Fluggastrechte-Portal Fairplane vorgegangen. Nun muss der Bundesgerichtshof klären, wie 'österreichisch' Niki eigentlich ist.

  Juve Plus Neue Turbulenzen

Kurz vor Jahreswechsel verkündete der Insolvenzverwalter von Air Berlin und Niki, Prof. Dr. Lucas Flöther, den Notverkauf der österreichischen Airline an den britischen Luftfahrtkonzern IAG. Doch es gibt schon wieder Streit, denn das auf Fluggastrechte spezialisierte Portal Fairplane hat Beschwerde gegen die Zuständigkeit des Amtsgerichts Charlottenburg für das Niki-Insolvenzverfahren eingereicht – und gleichzeitig einen Konkursantrag gegen Niki in Österreich gestellt. Nun muss die übergeordnete Instanz in Berlin über die Beschwerde entscheiden.

  Juve Plus Mode, Möbel und Metall

2017 waren die bekannten Krisenbranchen erneut Schauplatz der großen Insolvenzfälle: Mode, Möbel und Metall. Nimmt man die regelmäßigen Pleiten von Bäckereiketten, die weniger beim Umsatz als bei der Mitarbeiterzahl relevant sind, sowie das Gesundheitswesen hinzu, dann ist ein bedeutender Teil des Krisenjahres schon beschrieben.

Insolvenz

Die Paracelsus-Kliniken haben Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Als vorläufigen Sachwalter bestellte das Amtsgericht Osnabrück Dr. Rainer Eckert, dem nun die Aufgabe zukommt, die Sanierung des defizitären Osnabrücker Klinikverbunds kontrollieren. Beraten wird die Geschäftsführung von einem dreiköpfigen Dentons-Team.

Erotikhändler in der Krise

Die Holding des Erotikhändlers Beate Uhse hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Das Amtsgericht Flensburg bestellte Dr. Sven-Holger Undritz von White & Case zum Sachwalter, als Generalbevollmächtigte des Unternehmens in der Sanierung fungieren Dr. Georg Bernsau und Justus von Buchwaldt, beide Partner bei BBL Bernsau Brockdorff & Partner. Die operativen Konzerngesellschaften sind von der Insolvenz nicht betroffen.

  Juve Plus Niki-Insolvenz

Der Verkauf der Air Berlin-Tochter Niki an die Lufthansa ist geplatzt. Die europäische Kartellbehörde hat den Deal nicht genehmigt, deshalb musste Niki Insolvenz anmelden. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist Prof. Dr. Lucas Flöther, der bereits Air Berlin-Sachwalter ist. Niki musste sofort den Betrieb einstellen. Damit werden fast eine Million Tickets ungültig, und viele tausend Passagiere sitzen fest.

Restrukturierung

Die Insolvenz- und Sanierungsexperten von Thierhoff Müller & Partner schließen sich zum Jahreswechsel mit Andersen zusammen. Mit den Namensgebern Michael Thierhoff und Renate Müller wechseln fünf Berufsträger und das gesamte Mitarbeiterteam in Leipzig und Frankfurt am Main.

Nach Noerr und CBH

Im Januar wird Beiten Burkhardt an der Elbe ihr fünftes deutsches Büro eröffnen. Dafür konnte die Kanzlei den Arbeitsrechtler Dr. Thomas Lambrich (47) von der Hamburger Einheit Prinz Neidhardt Engelschall und Torsten Cülter (38) von der Insolvenzkanzlei Schultze & Braun gewinnen. Zudem werden neun Beiten-Anwälte ganz oder teilweise an den neuen Standort wechseln.