Insolvenzen

Frankfurt

Der Restrukturierungsspezialist Dr. Ingo Scholz (45) hat Ashurst nach zehn Jahren verlassen und ist zum Januar als Partner im Frankfurter Büro von Weil Gotshal & Manges eingestiegen. Auch bei Ashust arbeitete er als Partner. Scholz war 2006 als Teil eines größeren Teams von der damaligen Sozietät Haarmann Hemmelrath & Partner zu der britischen Kanzlei gestoßen.

München

Der Restrukturierungs- und Transaktionsexperte Alexander Ballmann (45) schließt sich voraussichtlich Anfang des zweiten Quartals dem Münchner Büro von Ashurst als Partner an. Er wechselt von CMS Hasche Sigle, für die er seit 1999 tätig ist, seit 2006 als Equity-Partner. Bisher ist nicht bekannt, ob ihn weitere Anwälte bei dem Wechsel begleiten.

  Juve Plus Hammerschmiede

Die britische International Piping Products (IPP) erwirbt im Rahmen eines Asset-Deals die Essener Hammerschmiede Hans van Triel. Mit dem Zukauf steigen die Briten in den deutschen Markt ein und sichern knapp 60 Arbeitsplätze. Hans van Triel hatte im August Insolvenz angemeldet, nachdem der Ölpreisverfall mittelbar eine deutliche Absatzschwäche ausgelöst hatte. Die Hauptkunden der Hammerschmiede sind in der Ölindustrie tätig.

Imtech schlägt sie alle

Die größte Insolvenz des Jahres war erneut eine Regelinsolvenz. Nachdem im Vorjahr Weltbild die Schlagzeilen beherrschte, sorgte im August 2015 die Insolvenz der Imtech-Gruppe für Aufsehen – nicht nur, weil der Name mit dem Pannenflughafen BER verbunden wird. Das komplexe Insolvenzverfahren übertrug das Insolvenzgericht Hamburg auf Peter-Alexander Borchardt von der Kanzlei Reimer.

Heta

Die Debatte um die Frage, wie sich die Gläubiger der früheren Hypo Alpe-Adria schadlos halten können, gewinnt an Brisanz. In ihrem in den kommenden Tagen erscheinenden Buch 'Insolvenz eines Bundeslandes' gehen die Rechtsprofessoren Georg Kodek und Michael Potacs davon aus, dass es für jedes Bundesland eine Bestands- und Funktionsgarantie gebe. Dies reduziere die konkrete Vollstreckbarkeit in das Vermögen des Landes Kärnten auf ein Minimum. Kärnten haftet als Ausfallbürge für einen Großteil der Anleihen der früheren Kärntner Landesbank, die heute Heta heißt.

Quereinsteiger von Clifford

Der Wiederaufbau der Corporate-Praxis von Mayer Brown schreitet voran: Die US-Kanzlei hat den Frankfurter Clifford Chance-Partner Dr. André Schwanna (45) gewonnen, der zum April 2016 seine neue Tätigkeit aufnimmt. Schwanna wechselt mit zwei Senior-Associates von Clifford. Dr. Benjamin Büttner (38) steigt bei Mayer Brown als National Partner ein, Dr. Alexander Täumer (37) kommt als Counsel. Beide waren im Restrukturierungsbereich bei Clifford tätig.

Pickenpack-Gruppe

Die in Lüneburg ansässige Pickenpack-Gruppe, die mit rund 700 Mitarbeitern tiefgekühlte Fischprodukte herstellt, hat Insolvenz angemeldet. Zum vorläufigen Verwalter der vier betroffenen Gesellschaften ernannte das Amtsgericht Lüneburg Friedrich von Kaltenborn-Stachau (43) von BRL Boege Rohde Luebbehuesen. Von Kaltenborn betreut das Unternehmen mit einem zehnköpfigen Team und will den Geschäftsbetrieb in vollem Umfang fortführen.

Bio ohne Masse

Ende November hat die EEV BioEnergie GmbH & Co. KG einen Insolvenzantrag gestellt, um ihren Kraftwerksbetrieb zu sanieren. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Amtsgericht Meppen Dietmar Penzlin aus der Hamburger Kanzlei Schmidt-Jortzig Petersen Penzlin. Damit wurde die Kraftwerksgesellschaft von ihrer Muttergesellschaft, der EEV AG, abgetrennt. Die Konzernmutter hatte die Gesellschaft 2012 für rund 16,5 Millionen Euro gekauft.

Zielpunkt-Insolvenz

Der Wiener Anwalt Dr. Georg Freimüller ist heute zum Masseverwalter der insolventen Handelskette Zielpunkt bestellt worden. Der Namenspartner von Freimüller Obereder Pilz galt unter Wiener Insolvenzexperten als Favorit für das Amt, nachdem in der vergangenen Woche die bevorstehende Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens publik geworden war.

Großinsolvenz

Die oberösterreichische Lebensmittelkette Zielpunkt meldet in den kommenden Tagen Insolvenz an. Über 2.500 Mitarbeiter sind davon betroffen, zudem dürfte die Pleite auch Auswirkung auf den zugehörigen Logistikbetrieb der Zielpunkt-Mutter Pfeiffer sowie zahlreiche Zulieferer haben. Während sich die Insolvenzrechtsszene fragt, wer wohl zum Masseverwalter bestellt wird, stehen nach exklusiven JUVE-Informationen zwei Mandatierungen schon fest.

  Juve Plus Kettcar-Hersteller

Die Zweirad-Einkaufs-Gemeinschaft (ZEG) übernimmt die Fahrradsparte des insolventen Freizeitgeräte-Herstellers Kettler. Kettler, ein Familienunternehmen im Sauerland, hatte im Juni Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Größter Gläuber ist ein US-Investor.