Kanzleiumsätze

Vergütung

Die Partner von Freshfields Bruckhaus Deringer haben umfassende Änderungen in ihrem Lockstep-System beschlossen. Die Bandbreite des Punktesystems für die Gewinnentnahme wird nach oben und unten ausgeweitet, außerdem werden erstmals drei leistungsbasierte Hürden aufgestellt. Ausnahmeregeln werden damit genauso abgeschafft wie ein Neben-Lockstep für umsatzschwächere Partner. 95 Prozent der internationalen Partner stimmten für die Änderungen.

Überraschender Ausstieg

Es ist das überraschende Ende einer Ära und ein denkbar großer Einschnitt für eine der angesehensten deutschen Steuerkanzleien: Ende Juli 2018 verabschiedet sich Dr. Stefan Maunz aus der auf Umsatzsteuern spezialisierten Sozietät Küffner Maunz Langer Zugmaier (KMLZ).

Umsatz

Deloitte Legal ist der Umsatzaufsteiger in der JUVE-Top-100-Rangliste. Mit einem Plus von 38,5 Prozent machte die Gesellschaft den größten Sprung nach vorne. Auch bei den Umsatz-pro-Berufsträger-Zahlen (UBT) spielt mit EY Law eine Big-Four-Gesellschaft vorne mit. Insgesamt entwickelte sich der Rechtsmarkt zuletzt wieder sehr positiv. Doch während die Mittelstands- und Konzernberater ordentlich zulegten, zeigten die Transaktionsberater überraschenderweise die schwächste Performance.

Kanzleiumsätze

White & Case ist nach vier Jahren wieder in den Top 10, aus denen sich Heuking Kühn Lüer Wojtek in diesem Jahr verabschieden musste. Gleiss Lutz ist der Sprung unter die fünf umsatzstärksten Kanzleien gelungen, Clifford Chance rutscht zwei Plätze nach unten. Das Umsatzranking ist in Bewegung – und das hat auch mit den Diätplänen der Kanzleien zu tun.

Sie haben keine Wahl

Je höher der Umsatz pro Berufsträger (UBT) in einer Kanzlei ausfällt, desto höher liegt das Festgehalt der angestellten Anwälte. Mit anderen Worten: Die produktivsten Kanzleien zahlen auch das meiste Geld. Interessanterweise ist dieser Zusammenhang bereits in den ersten Berufsjahren erkennbar.

Angriffslustig

Die Big-Four-Gesellschaft Deloitte hat ihre deutsche Steuer- und Rechtsberatung im vergangenen Geschäftsjahr massiv ausgebaut und ihr rasantes Wachstum aus dem Vorjahr noch einmal deutlich übertroffen. Sie kommt mit einem Plus von 25 Prozent auf eine Gesamtleistung von 246 Millionen Euro. Tax & Legal ist die kleinste Deloitte-Sparte. Insgesamt steigerte die Gesellschaft ihren Umsatz auf 1,24 Milliarden Euro – ein Zuwachs von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

München

Der Umsatzsteuerspezialist Dr. Patrick Burghardt ist zum September als Partner bei der Münchner Kanzlei Peters Schönberger & Partner eingestiegen. Er kam von der Wettbewerberin AWB, für die er zuletzt die umsatzsteuerliche Beratung in deren Münchner Büro verantwortete. Bei AWB arbeitete Burghardt jedoch nur gut ein Jahr, zuvor war der Steuerberater vier Jahre lang als Senior Manager für die Big Four-Gesellschaft KPMG tätig.

Boehringer Ingelheim

Die neue Führungsmannnschaft für die Rechtsgeschäfte von Boehringer Ingelheim steht: Christian Schwerd (48), der bislang für Merial in den USA tätig war, verlagert seinen Arbeitsschwerpunkt nach Ingelheim. Am Rhein wird er rechtlich für die Tiermedizinsparte von Boehringer Ingelheim zuständig sein, die ihren Umsatz nach der Integration von Merial gut verdreifacht hat. Zudem gehört Schwerd zum neuen weltweiten Legal-Management-Team um Group General Counsel Dr. Martin Schwarz.

Abgehoben

Guter Rat ist teuer – vor allem für US-Unternehmen. Sie geben von jedem Umsatzdollar 0,4 Prozent für die in- und externe Rechtsberatung aus. Unternehmen aus anderen Ecken der Welt kommen auf einen Durchschnitt von 0,15 Prozent. Oder anders: Für US-Firmen liegen die Kosten um 166 Prozent höher. Und das bekommt auch jedes andere Unternehmen zu spüren, das in den Vereinigten Staaten Rechtsrat suchen muss.

Kommentar

Schon wieder ein Minus! Das vierte Jahr in Folge gehen bei Clifford Chance die Umsätze in den Keller. Konnte sie im überaus guten Geschäftsjahr 2013/14 noch 196 Millionen Euro verbuchen, waren es zuletzt noch schlappe 175,6 Millionen. Das sind rund zehn Prozent weniger innerhalb von vier Jahren. Dabei hatte Managing-Partner Peter Dieners Ende 2014 die Partnerschaft auf Diät gesetzt: Neun Partner mussten die Kanzlei verlassen. Clifford komme nicht mehr auf die Füße, unkten damals Beobachter der Kanzlei.