Legal Tech und Legal Operations

Kommentar

Wie gut eine Maschine arbeitet, sieht man erst bei Dauervolllast. Bestes Beispiel war zuletzt die KfW: Als Scharnier zwischen Antragstellern, Bund, Kreditgeberbanken und Kapitalmarkt spielt die Förderbank eine zentrale Rolle bei den staatlichen Corona-Finanzhilfen. Um das enorme Antragsvolumen bewältigen zu können, musste das Inhouse-Team seine Rolle über Nacht neu definieren und extrem effizient arbeiten.

Freshfields

Auf 453,5 Millionen Euro steigerten die deutschen Standorte von Freshfields Bruckhaus Deringer im vergangenen Geschäftsjahr ihren Umsatz. Nach kräftigen Zuwächsen in den beiden Vorjahren konnte die Kanzlei ihr Ergebnis zwischen Mai 2019 und April 2020 noch einmal um 2,6 Prozent steigern. Wegen aufwändiger Compliance-Mandate ist die Kanzlei dabei auch personell gewachsen und zählt hierzulande weit über 500 Anwälte. Dies geht allerdings zulasten des UBT. In Österreich erwirtschaftete die Kanzlei ein Umsatzplus von 4,1 Prozent.

Plötzliche Trennung

Die Gründer von Schnittker Möllmann Partners, Dr. Helder Schnittker und Dr. Peter Möllmann, gehen künftig getrennte Wege. Wie JUVE erfuhr, macht sich Möllmann ab August in Berlin mit einer neuen Einheit selbstständig. Diese wird voraussichtlich als ‚PXR Legal‘ firmieren. Friedlich verlief die Trennung nicht: Möllmann und die SMP-Partner setzen sich seit einiger Zeit sogar in einem zivilrechtlichen Verfahren auseinander.

Wiederwahl

Die deutschen und österreichischen Partner von Baker & McKenzie haben ihren bisherigen Managing-Partner bestätigt: Ab Juli leitet der Frankfurter IT-Partner Dr. Matthias Scholz die Kanzlei für weitere drei Jahre. Gleichzeitig besetzte Baker fünf europäische Führungspositionen erstmals mit deutschen Partnern.

Legal Tech

Das Rechtssoftwareunternehmen Bryter hat nun eine eigene Rechtsabteilung: Neuer Leiter Recht und Senior Legal Counsel ist Konstantin Heilmann, der zuvor als Associate in der Private-Equity-Beratung von Clifford Chance tätig war.

On the record

In kaum einer anderen Branche verläuft die Trennlinie zwischen Berufsträgern und anderen Mitarbeitern so deutlich wie in der Rechtsberatung – bisher. Mit dem Legal-Operations-Trend entstehen nun vielerorts Funktionen, die quer zu dieser Grenze angelegt sind und mal von Juristen ausgefüllt werden, mal nicht. Aber was ist besser? Sollte für Legal Operations im Unternehmen ein Jurist verantwortlich sein, oder gerade nicht?

  Juve Plus Zuckerkartell

Seit Jahren rollt eine Welle von Schadensersatzklagen gegen das Zuckerkartell. Der Kölner Konzern Pfeifer & Langen und Nordzucker konnten nun eine Klage über 15 Millionen Euro abwehren. Der Fall ist weit über das Zuckerkartell hinaus bedeutsam: Klägerin Kaufland scheiterte, weil das Landgericht Hannover Forderungsabtretungen einzelner Vertriebsgesellschaften an die Kaufland Stiftung als Verstoß gegen das Rechtsdienstleistungsgesetz wertete.

Inhouse

Der Lebensmittel- und Getränkekonzern Kraft Heinz hat die Leitung seine Rechtsabteilung neu verteilt: Zum April übernahm Thomas Loest, bislang als General Counsel für Europa zuständig, die neu geschaffene Position des General Counsel International. Loest war erst 2019 von Kimberly-Clark zu Kraft Heinz gewechselt.

Rechtsmarkt der Zukunft

Wer arbeitet in der Kanzlei der Zukunft? Wie verändern sich Kanzleistrukturen, und wie werden Berater künftig mit Mandanten zusammenarbeiten? Wir haben mit deutschen Kanzleimanagern diese Frage diskutiert. Lesen Sie in Folge 4: Dr. Stefan Schuppert, Managing-Partner Deutschland von Hogan Lovells.

Change-Management

Irgendjemand muss den Wandel vorantreiben. Doch wer soll das sein? Partner von oben? Oder Associates von unten? Kanzleien stehen vor der Herausforderung, ihren Umbau so zu gestalten, dass alle Gruppen beteiligt werden. Und dass alle am gleichen Strang ziehen. Ein Essay von Markus Lembeck.