BGH-Entscheidungen

  Juve Plus Werbestreit

Die aktuelle Runde im Dauerstreit zwischen den Telekommunikationsriesen ging an 1&1: Das Unternehmen hatte in einer Werbekampagne aus dem Jahr 2015 seine Bonner Konkurrentin Deutsche Telekom nicht unzulässig herabgesetzt. Zudem durfte 1&1 ihren Testsieg im Fachmagazin Connect verknappt als „Das beste Netz“ bewerben. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden. Die schriftlichen Gründe für das Urteil liegen aber noch nicht vor.

  Juve Plus Streit um „Widerrufs-Joker“

Vor dem Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart hat das erste Verfahren nach Einführung der Musterfeststellungsklage für Verbraucher begonnen. In dem Verfahren geht es um Autokreditverträge der Mercedes-Benz Bank. Der Klage der Schutzgemeinschaft für Bankkunden haben sich laut dem Bundesamt für Justiz rund 680 Fahrzeugbesitzer angeschlossen.

  Juve Plus Bußen falsch berechnet

Die Berechnung der Kartellbußen gegen eine Reihe von Unternehmen aus dem Flüssiggasgeschäft war fehlerhaft. Darum hat der Bundesgerichtshof ein Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf nun aufgehoben. Das OLG hatte 2013 nach der größten Beweisaufnahme in der Geschichte des Kartellrechts die Einsprüche von Unternehmen wie Friedrich Scharr, Salzgitter Gas und anderen nicht nur zurückgewiesen. Es hatte die Bußgelder sogar erhöht. Doch die Berechnungsmethode weist Fehler auf, so der BGH.

  Juve Plus Markenstreit um Felsquellwasser

Die Krombacher-Brauerei darf die Bezeichnung „Felsquellwasser“ weiterhin exklusiv nutzen. Ein privater Bierbrauer aus Neuss hatte gegen die Brauerei aus dem Siegerland geklagt, seine Begründung: Krombacher benutze die Marke nicht, habe deshalb auch keinen Anspruch auf deren Schutz. Der Begriff werde zwar milliardenfach benutzt, aber nur als Zutatenangabe im Rahmen eines Werbeslogans und damit sei er nicht markenmäßig. Während der Bierbrauer vor dem Landgericht damit noch Erfolg hatte, wies das Oberlandesgericht die Klage nun ab.

  Juve Plus Streit um Gemeindebürgschaft

Die Gemeinde Waldbronn haftet für eine Millionenforderung gegen die insolvente Kurklinik des Ortes – allerdings nur zum Teil. Dies hat das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe entschieden. Der Kommunale Versorgungsverband Baden-Württemberg (KVBW) hat 34 Millionen Euro für ausstehende Altersversorgungsbeiträge geltend gemacht. Das OLG beschränkte die Haftung nun auf Waldbronn, einen von drei Klinikstandorten. Welche Summe die Gemeinde nun noch zahlen muss, steht noch nicht fest.

  Juve Plus Presserechtler im Clinch

Sogenannte Presserechtliche Infomationsschreiben sind grundsätzlich zulässig, müssen aber bestimmte Kriterien erfüllen. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden. Er gab damit einerseits der ‚Franfurter Allgemeinen Zeitung‘ (FAZ) Recht, die sich von den Schreiben einer Presserechtskanzlei belästigt fühlte und dagegen klagte. Andererseits bestätigte der Gerichtshof aber grundsätzlich die Rechtmäßigkeit solcher Briefe. So ist es kein Wunder, dass beide Lager sich als Sieger des Verfahrens sehen.

  Juve Plus Kein Schadensersatz für P2 Value

Anleger des offenen Immobilienfonds P2 Value, die gegen den Prospekt des Fonds geklagt hatten, gehen leer aus. Der Bundesgerichtshof lehnte die Rechtsbeschwerde eines Musterklägers weitgehend ab. In dem Ausgangsverfahren vor dem Oberlandesgericht Frankfurt hatten rund 400 Anleger in dem zum Kapitalanlegermusterprozess umgewandelten Verfahren geklagt.

  Juve Plus Verfahren, Gesetze, Überraschungen

Selten haben Politik und Gerichte die Litigation-Abteilungen so auf Trab gehalten. 2018 war das Jahr des bahnbrechenden Karlsruher Jones Day-Urteils zu internen Untersuchungen; das Jahr, in dem die albtraumhaften Toll Collect-Schiedsverfahren endeten und zig Milliarden Euro Kartellschadensersatz an einer einzigen Ja-oder-nein-Frage vorm BGH hingen. Und es war das Jahr, in dem der Europäische Gerichtshof den Investitionsschutz erschütterte und der deutsche Gesetzgeber Konzerne mit der ‚Sammelklage extra light‘ verschreckte.

  Juve Plus Milliardenstreit um Kabelmiete

Die Auseinandersetzung tobt seit Jahren, und mit einem Gesamtstreitwert von mehr als einer Milliarde Euro zählt sie zu den größten Rechtsstreitigkeiten vor deutschen Gerichten: Nun gibt es ein neues Urteil im Streit um sogenannte Kabelschachtmieten. Das Oberlandesgericht Frankfurt wies eine Berufung des Kabelnetzbetreibers Vodafone zurück – und das zum zweiten Mal. Nun steuert alles auf einen erneuten Showdown vor dem Bundesgerichtshof zu – dort würde der Streit vermutlich von drei der prominentesten BGH-Anwälte ausgefochten werden.

  Juve Plus Beitragserhöhungen

Der Bundesgerichtshof hat privat Krankenversicherten den kurzen Weg versperrt, Beitragserhöhungen abzuwehren. Im Treuhänderstreit entschied das Gericht, dass Versicherungsnehmer zu diesem Zweck nicht die strittige Unabhängigkeit dieser Spezialisten als Hebel benutzen können. Für die Branche ist das Urteil grundlegend, weil die Frage an ihr wirtschaftliches Fundament rührte. Den Versicherern drohten sehr hohe Rückzahlungen aus Prämienanpassungen mehrerer Jahre.

  Juve Plus LG München

Der von Linde eingeschlagene Weg zur Fusion mit Praxair war rechtens. Der Konzern musste seine Aktionäre nicht bei einer Hauptversammlung zur Fusion befragen. Zu dieser Auffassung kam das Landgericht München I, das sich mit einer Feststellungsklage von sieben Aktionären befasste. Diese meinen, die Fusion hätte im Rahmen einer Hauptversammlung diskutiert und befürwortet werden müssen. Marktbeobachter gehen davon aus, dass diese Grundsatzfrage von den Beteiligten bis zum Bundesgerichtshof gezogen wird.