Insolvenzen

Auch Thielert-AG insolvent

Jetzt ist auch die Thielert AG insolvent: In seiner ersten Amtshandlung reichte Marcel Kleiß, der neue Alleinvorstand des Flugzeugmotorenherstellers, Insolvenzantrag beim Hamburger Amtsgericht ein. Der Thielert-Aufsichtsrat hatte den Pinneberger Rechtsanwalt vorgestern auf den Posten gewählt.Als vorläufigen Insolvenzverwalter setzte das Gericht Dr. Achim Arendt ein, Partner der angesehenen Insolvenzkanzlei hww Wienberg Wilhelm. Arendt verwaltet derzeit vor allem Unternehmen im Hamburger Umland, in Nordniedersachsen und in Schleswig-Holstein.

Thielert-Krise

Das Amtsgericht Chemnitz hat für die Thielert Aircraft Engines, eine Tochter des Hamburger Flugzeugmotorenbauers Thielert, ein Insolvenzverfahren eröffnet. Dr. Bruno Kübler (63), Dresdner Namenspartner der Kanzlei Kübler, wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestimmt.Nach Einschätzung Küblers ist auch die Pleite der Muttergesellschaft Thielert Holding absehbar. In der vergangenen Woche hatten sich deren Liquiditätsschwierigkeiten verschärft (Thielert-Restrukturierung vorerst gescheitert). Ein von einigen Großaktionären um die Sputnik-Gruppe ausgearbeitetes Restrukturierungskonzept scheiterte, nachdem das Landeskriminalamt Unterlagen vorgelegt hat, denen zufolge die Unternehmens-Jahresabschlüsse zwischen 2003 und 2005 vermutlich unrichtig sind. Der Aufsichtsrat kündigte im Zuge dessen den Vorständen Frank Thielert und Roswitha Grosser mit sofortiger Wirkung.

Frankfurt

Die Insolvenzkanzlei Schneider Geiwitz & Partner hat Ende April mit zwei Quereinsteigern ein neues Büro in Frankfurt eröffnet.Die beiden Insolvenzverwalter Christian Feketija (36) und Petra Heidenfelder (47) stiegen als Partner ein. Eine Büroeröffnung mit Quereinsteigern kommt bei Insolvenzkanzleien eher selten vor.

Die Insolvenzkanzlei Anchor hat zum April ein Büro in Ulm eröffnet. Prof. Dr. Martin Hörmann (37), der zuletzt bei der Insolvenzverwalterkanzlei Schneider Geiwitz & Partner in Neu-Ulm tätig war, leitet und baut den Standort als verantwortlicher Partner auf. Hörmann arbeitete zehn Jahre bei Schneider Geiwitz. Dort war er vor allem in den Bereichen Anfechtungs- und Eigenkapitalersatzrecht sowie Geschäftsführerhaftung tätig. Er war aber auch mit der Insolvenz von Walter Bau beschäftigt, bei der Schneider-Geiwitz-Namenspartner Werner Schneider als Insolvenzverwalter eingesetzt war.

  Juve Plus Thielert-Krise

Die Krise des Hamburger Flugzeugmotorenherstellers Thielert hat sich verschärft: Das von einigen Großaktionären um die Sputnik-Gruppe ausgearbeitete Restrukturierungskonzept ist vorerst gescheitert, nachdem das Landeskriminalamt Unterlagen vorgelegt hat, denen zufolge die Unternehmens-Jahresabschlüsse zwischen 2003 und 2005 vermutlich unrichtig sind. Dies teilte die Thielert AG gestern Abend mit. Außerdem kündigte der Aufsichtsrat unter dem Vorsitz von Huth Dietrich Hahn-Partner Dr. Georg Wittuhn den Vorständen Frank Thielert und Roswitha Grosser mit sofortiger Wirkung.

Nach Pin-Insolvenz

Der Rechtsabteilungsleiter der insolventen Pin-Group kehrt in die Anwaltschaft zurück. Ab Mai wird der Postrechts- und Regulierungsexperte Christian Frhr. von Ulmenstein Partner im Berliner Büro von Staubach & Partner. Der 42-Jährige war rund acht Monate bei Pin, die sich seit Jahresanfang in der Insolvenz befindet.Von Ulmenstein hatte erst im August 2007 begonnen, die Rechtsabteilung des damals noch expansiven Briefdienstleisters aufzubauen. Nach dem Insolvenzantrag der Luxemburger Pin-Holding in diesem Februar war die Rechtsabteilung nach Köln verlegt worden. Dort arbeitete sie vor allem dem Insolvenzverwalter Dr. Bruno Kübler zu. Zuletzt waren in der Abteilung neben von Ulmenstein zwei weitere Juristen beschäftigt, die nun ebenfalls wieder als Anwälte arbeiten.

Wiedersehen

Die Düsseldorfer MDP-Kanzlei Advises hat einen alten Bekannten gewonnen: Zum April kam Hans-Jörg Hegerl (47), der auf die Bereiche Restrukturierung und Insolvenz spezialisiert ist. Wie fast alle Gründungspartner von Advises kommt auch Hegerl von RSM Hemmelrath, wo er zuletzt den Bereich Corporate Restrukturierung und Insolvenzrecht in Deutschland verantwortete.

Die Spedition Ricö, zu deren Großkunden Volkswagen zählt, hat Anfang März wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenz angemeldet. Torsten Gutmann von Lüders Warneboldt Gutmann aus Lehrte wurde vom Amtsgericht Osterode zum Insolvenzverwalter bestellt.Gutmann gehört zu den am meisten bestellten Verwaltern in Niedersachsen. Er muss sich nun um das Schicksal von über 3.000 Mitarbeitern kümmern. Rund ein Drittel davon arbeiten in einem Zentrallager in Sachsen-Anhalt, die restlichen bewegen eine Flotte von über 2.000 Lastwagen, vorwiegend auf deutschen und osteuropäischen Straßen. Das Speditionsgewerbe steckt in einem harten Preiskampf, der schon in den vergangenen Jahren zu zahlreichen Insolvenzen geführt hat. Ricö ist in dieser Reihe der größte Insolvenzfall.+++

Linklaters baut niederländische Restrukturierungspraxis auf

Paul Kuipers (35) baut für Linklaters in Amsterdam ein niederländisches Team innerhalb der internationalen Gruppe Restrukturierung und Insolvenz (R&I) auf. Kuipers, der Partner bei Simmons & Simmons war, wechselte Anfang Februar als Counsel zu Linklaters. Er bringt zwei Associates mit, Michiel Bindels und Mees Roelofs.Als Ansprechpartner für die Linklaters-R&I-Gruppe fungierten bislang zwei M&A-Partner. „Paul Kuipers ist ein herausragender Anwalt“, sagte der Leiter des Amsterdamer Büros, Martijn Koopal. „Mit ihm können wir unsere Beziehungen zu führenden Finanzinstitutionen und Unternehmen vertiefen, die spezialisierte Beratung im Bereich Restrukturierung und Insolvenz benötigen.“ Linklaters hat am Amsterdamer Standort 2007 auch in den Bereichen Steuer- und Arbeitsrecht spezialisierte Teams aufgebaut, im Steuerrecht ebenfalls mit einem Counsel-Zugang von Simmons & Simmons, Eunice Bruyninckx.

  Juve Plus

Die Abwicklungsgesellschaft der früheren Sozietät Andersen Luther muss rund 2,4 Millionen Euro Schadensersatz bezahlen. Das entschied das Landgericht Köln. Diesen Regressausgleich hatten die Gothaer Versicherungsgruppe, die Beteiligungsholding der Kreissparkasse KSK Köln sowie die Zippel Capital AG eingeklagt, nachdem sie Agio-Zahlungen gegenüber dem Insolvenzverwalter der Consultingfirma Heaven 21 leisten mussten. Die Luther GmbH ist die Rechtsnachfolgerin der früheren Sozietät Andersen Luther, die bis 2002 bestand. In den Jahren 2000 und 2001 hatten Anwälte aus dem Kölner Büro von Andersen Luther die Kläger bei der Investition in Heaven 21 beraten. Im Wege einer Barkapitalerhöhung durch die Kläger verschaffte sich Heaven 21 seinerzeit die notwendigen Mittel, um die Zippel Communication GmbH zu übernehmen.

Pin-Insolvenz

Im Zusammenhang mit der Insolvenz des privaten Postdienstleisters Pin droht der Kölner Kanzlei Axer ein Schaden von rund 900.000 Euro. Wie aus dem Umfeld des Insolvenzverwalters Bruno Kübler bekannt wurde, hatte Axer diese Summe im Dezember 2007 für Beratungsleistungen von dem bereits angeschlagenen Unternehmen erhalten.