Insolvenzen

Start in Mainz

Mit Dr. Robert Schiebe (35) eröffnet die Insolvenzkanzlei Leonhardt Westhelle & Partner zum Mai in Mainz.Schiebe kommt von Brinkmann & Partner, für die er seit 2004 tätig war. Mit dem Partner wechseln auch die Associates Dr. David Starke und Wojciech Trojan.

Dreier-Zusammenschluss

Görg schließt sich zum März mit der Insolvenzkanzlei Dr. Nerlich sowie dem Wuppertaler Verwalter Dr. Jörg Bornheimer zusammen. Damit steigt Görg auf einen Schlag zur größten Insolvenzverwalterkanzlei in Nordrhein-Westfalen auf.Neben dem Namensgeber Dr. Jörg Nerlich (45) wechseln Dr. Anja Commandeur, Holger Rhode und Dr. Jan Janßen samt Mitarbeiterstab zu Görg. Die Kanzlei Dr. Nerlich mit Stammsitz in Köln war wie Görg bisher ausschließlich in Nordrhein-Westfalen tätig. Der Dritte im Bunde, Dr. Jörg Bornheimer (48), wechselte mit weiteren vier Anwälten von Fischer Roloff Bornheimer & Partner. Er wird regelmäßig von den Gerichten in Köln, Bonn und Wuppertal zum Insolvenzverwalter ernannt.

Stefan Denkhaus von Boege Rohde Luebbehuesen in Hamburg verwaltet die Insolvenz der Mecklenburger Hochbau Schwerin. Insgesamt neun operative Gesellschaften hatten wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Anträge gestellt. Die Mecklenburger Hochbau ist eines der größten Bauunternehmen in Mecklenburg-Vorpommern mit rund 220 Mitarbeitern in Schwerin sowie den Niederlassungen Hamburg und Rostock. Viele von ihnen hatten seit November keinen Lohn erhalten. ++++++ Dr. Jörg Nerlich von Dr. Nerlich Rechtsanwälte ist vorläufiger Insolvenzverwalter der börsennotierten Hirsch Mode-AG. Die Düsseldorfer Firma setzt seit 2007 ein großes Restrukturierungskonzept um. Ein Kredit wanderte von der Kreissparkasse Euskirchen zur Stadtsparkasse Düsseldorf und brachte einen Teilschuldenerlass von rund 1,8 Millionen Euro. Der Hirsch-Vorstand wurde neu besetzt. Beate Nolden, Tochter des Großaktionärs Josef Nolden, musste aus der Vorstandsriege weichen und wehrte sich mit Hilfe des Düsseldorfer Rechtsanwalts Prof. Dr. Gunter Hoffmann gegen ihre fristlose Kündigung. Nolden und andere Aktionäre setzten für den 30. Januar eine außerordentliche Hauptversammlung durch. Eine Woche vor diesem Termin wurde jedoch der Insolvenzantrag gestellt. +++

PIN-Insolvenz

Das Amtsgericht Köln hat für die Muttergesellschaft des Briefzustellers PIN, die luxemburgische Holding PIN Group, ein Insolvenzverfahren eröffnet. Zum vorläufigen Verwalter wurde Dr. Bruno Kübler von der Kanzlei Kübler ernannt.Das Gericht beruft sich bei seinem ungewöhnlichen Schritt auf die Europäische Insolvenzverordnung. Danach liegt die gerichtliche Zuständigkeit für ein Insolvenzverfahren, von dem Gesellschaften in mehreren Ländern betroffen sind, in dem Land, in dem ein Unternehmen hauptsächlich wirtschaftlich tätig ist. Insofern kann im Fall der PIN-Gruppe, die mit insgesamt 91 Tochtergesellschaften in Deutschland Briefdienstleistungen anbietet, ein deutscher Insolvenzverwalter für das luxemburgische Unternehmen bestellt werden.

Dr. Frank Kebekus von Kebekus & Zimmermann versucht als vorläufiger Insolvenzverwalter von Astroh-Küchen, Übernahme-Gespräche mit Investoren abzuschließen.Astroh hatte Ende November beim Amtsgericht Bochum Insolvenz angemeldet, nachdem eine Vereinbarung mit Banken nicht zustande gekommen war - der Küchenhersteller war am Ende eines Krisenjahres zahlungsunfähig. Betroffen sind nicht nur 21 Standorte mit 750 Mitarbeitern, 240 davon am Stammsitz Bochum, sondern auch rund 3.000 Kunden, die bereits Anzahlungen geleistet hatten. Über 450 Küchen wurden trotz der Insolvenz ausgeliefert, da sie bereits fertig hergestellt waren. Kebekus ist seit Jahren bei Insolvenzen westdeutscher Möbelhersteller tätig. Als Sprecher des Gravenbrucher Kreises, einer Gruppe von führenden Verwaltern, zählt er zu den einflussreichsten Persönlichkeiten der deutschen Insolvenz-Szene. +++

Spektakulärer Weggang

Der renommierte Insolvenzverwalter Dr. Klaus Pannen (55) hat White & Case zum Jahreswechsel mit drei weiteren Anwälten verlassen und seine eigene Sozietät gegründet, die zunächst an drei Standorten tätig ist.Zum Startteam von Dr. Pannen Rechtsanwälte gehören neben dem Namensgeber die bisherige Frankfurter White & Case-Equity-Partnerin Claudia Jansen, der Münchner Local Partner Dr. Martin Heidrich sowie die Hamburger Associate Dr. Susanne Riedemann. "Ich freue mich darüber, in dieser neuen Einheit zusammen mit meinen Kollegen eine optimale Insolvenzverwaltung betreiben zu können“, sagte Pannen.

  Juve Plus PIN-Zukunft offen

Die Sanierungsexperten Horst Piepenburg und Hans-Joachim Ziems haben die Führung beim angeschlagenen Postdienstleister PIN Group übernommen. Dem Unternehmen droht die Insolvenz, nachdem die Gesellschafter sich nicht auf ein Finanzierungskonzept einigen konnten.

Neue Insolvenzkanzlei

Unter dem Namen FRH Rechtsanwälte haben sich acht Insolvenzrechtler zusammengeschlossen, die bis Ende Oktober 2007 in der Sozietät Metzeler van Betteray tätig waren.Partner und Namensgeber der neuen Einheit sind Dr. Paul Fink (42), Emil Rinckens (40) und Dr. Per Hendrik Heerma (37), die als Insolvenzverwalter von verschiedenen Insolvenzgerichten im Rheinland sowie in Norddeutschland bestellt werden. Die neue Kanzlei ist überregional mit Büros in Düsseldorf, Mönchengladbach, Hamburg und Erfurt vertreten.

Sanierung nach MBO

Mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter Frank-Rüdiger Scheffler von Tiefenbacher Rechtsanwälte und dem Sanierungsberater Jörg Spies von der Kanzlei PKL Keller Spies gibt es gleich zwei Anwälte, die sich um das Wohl der WBN Waggonbau Niesky kümmern. Das bis vor kurzem zu Bombardier gehörende Unternehmen in der Oberlausitz produziert mit rund 250 Mitarbeitern Güterwaggons. WBN war 2005 als erfolgreiches Management-Buy-out gestartet, litt allerdings zuletzt unter Lieferengpässen und Kostensteigerungen im Einkauf. Nach Auskunft von PKL soll Spies noch vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens als weiterer Geschäftsführer der WBN eingesetzt werden und einen Insolvenzplan erstellen. +++

Phoenix-Insolvenzplan gescheitert

Das seit 2005 laufende Insolvenzverfahren der Phoenix Kapitaldienst GmbH beschäftigt erneut die Gerichte - nicht nur das Insolvenzgericht Frankfurt, auch das dortige Landgericht und neuerdings zusätzlich die Staatsanwaltschaft. Insolvenzverwalter Frank Schmitt von Schultze & Braun hatte Anfang des Jahres einen Insolvenzplan vorgestellt, mit dem er juristisches Neuland betrat. Der Plan sollte verfahrensbegleitend ablaufen und nicht, wie in der Insolvenzordnung vorgesehen, das Insolvenzverfahren abschließen.

Dr. Jörg Nerlich von Dr. Nerlich Rechtsanwälte ist seit Ende September vorläufiger Insolvenzverwalter des Call-Center-Dienstleisters Kluth. Die beiden betroffenen Gesellschaften, Kluth Telemarketing sowie Kluth Customer Care beschäftigen an den Standorten Düsseldorf, Bochum und Greifswald mehrere hundert Mitarbeiter. Zur Begründung des Insolvenzantrags spricht das Unternehmen von "bestehenden Altverbindlichkeiten", die ein auf den Weg gebrachtes Sanierungskonzept behinderten. Noch im vorläufigen Verfahren soll das Unternehmen saniert und "zukunftsgerichtet" aufgestellt werden. "Die Voraussetzungen hierfür sind als äußerst positiv zu beurteilen", sagte Nerlich. ++