Insolvenzen

Dr. Frank Kebekus von Kebekus & Zimmermann versucht als vorläufiger Insolvenzverwalter von Astroh-Küchen, Übernahme-Gespräche mit Investoren abzuschließen.Astroh hatte Ende November beim Amtsgericht Bochum Insolvenz angemeldet, nachdem eine Vereinbarung mit Banken nicht zustande gekommen war - der Küchenhersteller war am Ende eines Krisenjahres zahlungsunfähig. Betroffen sind nicht nur 21 Standorte mit 750 Mitarbeitern, 240 davon am Stammsitz Bochum, sondern auch rund 3.000 Kunden, die bereits Anzahlungen geleistet hatten. Über 450 Küchen wurden trotz der Insolvenz ausgeliefert, da sie bereits fertig hergestellt waren. Kebekus ist seit Jahren bei Insolvenzen westdeutscher Möbelhersteller tätig. Als Sprecher des Gravenbrucher Kreises, einer Gruppe von führenden Verwaltern, zählt er zu den einflussreichsten Persönlichkeiten der deutschen Insolvenz-Szene. +++

Spektakulärer Weggang

Der renommierte Insolvenzverwalter Dr. Klaus Pannen (55) hat White & Case zum Jahreswechsel mit drei weiteren Anwälten verlassen und seine eigene Sozietät gegründet, die zunächst an drei Standorten tätig ist.Zum Startteam von Dr. Pannen Rechtsanwälte gehören neben dem Namensgeber die bisherige Frankfurter White & Case-Equity-Partnerin Claudia Jansen, der Münchner Local Partner Dr. Martin Heidrich sowie die Hamburger Associate Dr. Susanne Riedemann. "Ich freue mich darüber, in dieser neuen Einheit zusammen mit meinen Kollegen eine optimale Insolvenzverwaltung betreiben zu können“, sagte Pannen.

  Juve Plus PIN-Zukunft offen

Die Sanierungsexperten Horst Piepenburg und Hans-Joachim Ziems haben die Führung beim angeschlagenen Postdienstleister PIN Group übernommen. Dem Unternehmen droht die Insolvenz, nachdem die Gesellschafter sich nicht auf ein Finanzierungskonzept einigen konnten.

Neue Insolvenzkanzlei

Unter dem Namen FRH Rechtsanwälte haben sich acht Insolvenzrechtler zusammengeschlossen, die bis Ende Oktober 2007 in der Sozietät Metzeler van Betteray tätig waren.Partner und Namensgeber der neuen Einheit sind Dr. Paul Fink (42), Emil Rinckens (40) und Dr. Per Hendrik Heerma (37), die als Insolvenzverwalter von verschiedenen Insolvenzgerichten im Rheinland sowie in Norddeutschland bestellt werden. Die neue Kanzlei ist überregional mit Büros in Düsseldorf, Mönchengladbach, Hamburg und Erfurt vertreten.

Sanierung nach MBO

Mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter Frank-Rüdiger Scheffler von Tiefenbacher Rechtsanwälte und dem Sanierungsberater Jörg Spies von der Kanzlei PKL Keller Spies gibt es gleich zwei Anwälte, die sich um das Wohl der WBN Waggonbau Niesky kümmern. Das bis vor kurzem zu Bombardier gehörende Unternehmen in der Oberlausitz produziert mit rund 250 Mitarbeitern Güterwaggons. WBN war 2005 als erfolgreiches Management-Buy-out gestartet, litt allerdings zuletzt unter Lieferengpässen und Kostensteigerungen im Einkauf. Nach Auskunft von PKL soll Spies noch vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens als weiterer Geschäftsführer der WBN eingesetzt werden und einen Insolvenzplan erstellen. +++

Phoenix-Insolvenzplan gescheitert

Das seit 2005 laufende Insolvenzverfahren der Phoenix Kapitaldienst GmbH beschäftigt erneut die Gerichte - nicht nur das Insolvenzgericht Frankfurt, auch das dortige Landgericht und neuerdings zusätzlich die Staatsanwaltschaft. Insolvenzverwalter Frank Schmitt von Schultze & Braun hatte Anfang des Jahres einen Insolvenzplan vorgestellt, mit dem er juristisches Neuland betrat. Der Plan sollte verfahrensbegleitend ablaufen und nicht, wie in der Insolvenzordnung vorgesehen, das Insolvenzverfahren abschließen.

Dr. Jörg Nerlich von Dr. Nerlich Rechtsanwälte ist seit Ende September vorläufiger Insolvenzverwalter des Call-Center-Dienstleisters Kluth. Die beiden betroffenen Gesellschaften, Kluth Telemarketing sowie Kluth Customer Care beschäftigen an den Standorten Düsseldorf, Bochum und Greifswald mehrere hundert Mitarbeiter. Zur Begründung des Insolvenzantrags spricht das Unternehmen von "bestehenden Altverbindlichkeiten", die ein auf den Weg gebrachtes Sanierungskonzept behinderten. Noch im vorläufigen Verfahren soll das Unternehmen saniert und "zukunftsgerichtet" aufgestellt werden. "Die Voraussetzungen hierfür sind als äußerst positiv zu beurteilen", sagte Nerlich. ++

  Juve Plus

Der ehemalige Tennisprofi Boris Becker haftet nicht für die Millionenverluste des insolventen Internetportals Sportgate. Das OLG München wies die Klage des Insolvenzverwalters, der wie in den Vorinstanzen die Zahlung von 1,5 Millionen Euro verlangte, fast vollständig ab. Damit beendete das Gericht einen mehr als drei Jahre andauernden Rechtsstreit.Das Unternehmen Sportgate AG war im März 2001 von dem Unternehmer Paulus Neef als Internetportal für die rund 87.000 Vereine des Deutschen Sportbunds gegründet worden und sollte Amateursportler als Kontaktnetz dienen. Bereits im Jahr 2000 hatte Neef das Sportidol Becker als Repräsentant für seine Kampagne gewinnen können. Becker war mit rund fünf Prozent Eigenkapital an Sportgate beteiligt und hatte im Juli 2000 – noch bevor das Unternehmen im Handelsregister eingetragen worden war – eine Haftungsvereinbarung unterschrieben. Bereits im August 2001 hatte die Sportgate AG Insolvenz angemeldet. Fortan hatte der Insolvenzverwalter des Unternehmens von Becker in mehreren Instanzen einen Verlustausgleich von 1,5 Millionen Euro gefordert.

Das Amtsgericht Ravensburg hat im Insolvenzverfahren der Baugesellschaft Carl Platz den Neu-Ulmer Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Arndt Geiwitz von SKP Schneider Geiwitz & Partner mit der Verwaltung beauftragt.Das Unternehmen Platz aus Bad Saulgau, das vor allem Fertigbau-Eigenheime für zahlungskräftige Käufer herstellt, beschäftigt über 220 Mitarbeiter. Es hatte bis Ende August versucht, eine Finanzierungslücke zu schließen, die durch ein Projekt in Konstanz aufgetreten war. In der Kalkulation für ein Studentenwohnheim in der Universitätsstadt am Bodensee waren die Kosten offenbar viel zu niedrig angesetzt worden. Nachdem die Firma die nötigen Finanzmittel kurzfristig nicht beschaffen konnte, soll nun über das Insolvenzverfahren eine Sanierung erreicht werden. Nach Auskunft Geiwitz’ wird der Geschäftsbetrieb ohne Einschränkungen aufrecht erhalten und parallel mit potenziellen Investoren gesprochen.+++

  Juve Plus BenQ-Nachwehen

Der Insolvenzverwalter des Mobiltelefonherstellers BenQ hat mehrere Klagen gegen den taiwanesischen Mutterkonzern beim Landgericht München eingereicht. Presseberichten zufolge macht Dr. Martin Prager rund 106 Millionen Euro geltend. Bereits im Juli hatte der Insolvenzverwalter zwei Klagen erhoben. Der Grund: Die BenQ Corporation soll vor der Pleite ihrer deutschen Tochter bis zu einer halben Milliarden Euro an den Stammsitz in Taipeh verlagert haben.

Nicht weniger als sieben Insolvenzverwalter von White & Case kümmern sich um die Holding und verschiedene Tochtergesellschaften der Schieder-Möbel-Gruppe. Neben Dr. Sven Undritz, der im bereits eröffneten Verfahren über die Muttergesellschaft die Zügel in der Hand hält, bestellte das Amtsgericht Detmold auch Dr. Klaus Pannen, Dr. Biner Bähr, Claudia Jansen, Bettina Schmudde, Dr. Martin Heidrich und Sylvia Fiebig für insgesamt siebzig Produktions- und Vertriebsgesellschaften im gesamten Bundesgebiet. Mitte Juni war das Vorhaben gescheitert, Europas größten Möbelhersteller vor einer Insolvenz zu retten.