Insolvenzen

  Juve Plus

Das kanadische Lebensmittelunternehmen Maple Leaf Foods hat im Rahmen ihrer weltweiten Konzernrestrukturierung ihre deutschen Aktivitäten verkauft. Der münsterländische Fertigproduktehersteller Eichkamp Fleisch- und Wurstwaren übernahm den Convenience-Bereich, der britische Lebensmittelkonzern Towers Thomson den Fisch-und Meeresfrüchtehandel.

Das große Dortmunder Bauunternehmen Wiemer & Trachte ist überschuldet. Vom Amtsgericht Dortmund hat der Düsseldorfer Insolvenzverwalter Dr. Winfrid Andres, Senior Partner in der Sozietät Dr. Andres und Schneider, den Auftrag erhalten, sich um die wirtschaftlichen Belange der Traditionsfirma zu kümmern.Die zum Jahreswechsel neu installierte Geschäftsführung hatte mit Hilfe von PriceWaterhouseCoopers „schwerwiegende Unstimmigkeiten in der Rechnungslegung“ ermittelt. Wie es für die rund 1.200 Beschäftigten weitergeht, ist zur Zeit noch unklar. Andres hat sich zunächst vorgenommen, den Stand der 350 in- und ausländischen Baustellen zu überprüfen, um eine tragfähige wirtschaftliche Perspektive entwickeln zu können.

  Juve Plus

Der Autozulieferer HP Pelzer hat von einem Bankenkonsortium um Goldman Sachs und die BayernLB neue finanzielle Mittel erhalten, um den Geschäftsbetrieb fortführen zu können. Zuvor hatte sich Firmengründer Helmut Pelzer zurückgezogen. Er und seine Familie haben alle Anteile an der Pelzer Beteiligungsholding an eine unabhängige Gesellschaft übertragen. Geleitet wird HP Pelzer nun von Partnern der Restrukturierungsberatung Alvarez & Marsal, die eine grundlegende Sanierung in Angriff nehmen müssen.

Taylor Wessing hat für ihr Londoner Büro einen neuen Partner gewonnen: Zum Juni kommt der Insolvenz- und Restrukturierungsspezialist Patrick Cook, bislang Partner bei Osborne Clarke.Cook wird die englische Sanierungspraxis von Taylor Wessing verstärken und diese fortan auch leiten. Er verlässt Osborne Clarke nach 24 Jahren. Seit Mitte der 1980er Jahre hatte er dort die Insolvenzabteilung aufgebaut. Cook soll vor allem die Fokussierung der Sanierungspraxis auf Bankmandate vorantreiben.

  Juve Plus

Der Stahl- und Röhrenhersteller Salzgitter hat 78 Prozent an der Duisburger Industrieholding Klöckner-Werke AG übernommen. Verkäufer war der Insolvenzverwalter der Beteiligungsgesellschaft WCM. Die Anteile waren zuvor an die HSH Nordbank verpfändet worden, nachdem WCM einen Kredit über 200 Millionen Euro nicht hatte zurückzahlen können.

  Juve Plus Schieder-Möbel

Die Schieder-Gruppe, Europas größter Möbelhersteller, ist vorerst gerettet. Das Herforder Unternehmen hatte bereits Insolvenzanträge gestellt.Im Anschluss an die nach dem so genannten Detmolder Modell durchgeführten vorinsolvenzlichen Gläubigerabsprachen wurde Schieder nun ein Aufschub gewährt. Schieder nahm die Insolvenzanträge zurück.

Deilmann-Haniel

Die Sanierungsbemühungen bei der Deilmann-Haniel GmbH, einer Dortmunder Tochtergesellschaft von Heitkamp-Deilmann-Haniel (HDH) in Herne, haben einen Rückschlag erlitten: Die Geschäftsführer der Tochtergesellschaft haben Anfang der Woche einen Insolvenzantrag gestellt, weil eine Zusage von HDH nicht vorgelegen habe, einen monatlichen Fehlbetrag von 2,5 Millionen Euro auch zukünftig auszugleichen.Ob der Insolvenzantrag begründet war, scheint in Beraterkreisen umstritten. Der Vorsitzende der HDH-Geschäftsführung und Managing Partner der Beratungsgruppe RölfsPartner, Wirtschaftsprüfer Jochen Rölfs, wird zitiert mit den Worten: "Deilmann-Haniel ist weder überschuldet noch zahlungsunfähig." Er könne den Schritt der Geschäftsleitung nicht nachvollziehen, habe vielmehr davon abgeraten und "die Genehmigung dafür nicht gegeben". Rölfs war 2005 als Sanierer in die Geschäftsführung von HDH geholt worden. Er wird seitdem von Anwälten der mit RölfsPartner eng verbundenen Kanzlei Aderhold v. Dalwigk Knüppel weitreichend unterstützt, unter anderem im Gesellschafts-, Insolvenz- und Vergaberecht sowie im Bereich Litigation.

Carsten Koch von Leonhardt Westhelle & Partner ist vorläufiger Insolvenzverwalter der Erich Rohde KG im nordhessischen Schwalmstadt. Der bekannte Schuhhersteller hatte Mitte März Insolvenz beim Amtsgericht Marburg angemeldet, die Richter betrauten mit Koch einen gebürtigen Schwalmstädter mit der Verwaltung. Über 500 der 2.000 Rohde-Angestellten arbeiten in Deutschland, der Vorjahresumsatz lag bei 130 Millionen Euro. +++Während BenQ Mobile in Deutschland das letzte Handy produziert hat und Pluta-Verwalter Dr. Martin Prager (JUVE 11/06) mit der Verwertung der Vermögensgegenstände beginnt, hat ein juristisches Tauziehen um die Insolvenz der BenQ Mobile Holding mit Sitz in den Niederlanden begonnen. Das Amtsgericht München eröffnete ein Sekundärinsolvenzverfahren und bestellte Axel Bierbach von Müller-Heydenreich Beutler & Kollegen als vorläufigen Insolvenzverwalter für die Holding-Gesellschaft - als Nachfolger für Prager, der wegen möglicher Interessenkonflikte nach kurzer Zeit abwinken musste.

Peter Theiß (31) hat zum Februar die Saarbrücker Kanzlei Staab & Kollegen verlassen. Der bekannte saarländische Insolvenzrechtler gründete seine eigene Kanzlei.Theiß ist seit 2002 beim Amtsgericht Saarbrücken als Insolvenzverwalter bestellt, berät aber auch allgemein wirtschaftsrechtlich. Er wurde zuletzt von Mandanten und Wettbewerbern für seine insolvenzrechtliche Arbeit empfohlen. 2006 betreute er unter anderem die insolvente Geller Transport GmbH. Theiß arbeitete bei Staab & Kollegen als Associate. Eine Insolvenzsachbearbeiterin verließ gemeinsam mit ihm die Kanzlei.

Restrukturierung bei Mayer Brown

Mayer Brown Rowe & Maw restrukturiert ihre weltweite Partnerschaft: Zehn Prozent der insgesamt 450 Partner werden ihren Equity-Status aufgeben müssen. Die Maßnahme betrifft vor allem die amerikanische Litigationpraxis der Kanzlei. „In Deutschland ist die Restrukturierung so gut wie kein Thema“, sagte Reinhart Lange, deutscher Managing Partner von Mayer Brown.

Die New Yorker Restrukturierungs-Experten Gary Lee und Karen Ostad haben Lovells verlassen und sich Morrison & Foerster angeschlossen. Lee war bislang Leiter der US-amerikanischen Restrukturierungspraxis von Lovells und galt als einer der Rainmaker des New Yorker Büros. Ostad war Salary-Partner.