Insolvenzen

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Der Stahl- und Röhrenhersteller Salzgitter hat 78 Prozent an der Duisburger Industrieholding Klöckner-Werke AG übernommen. Verkäufer war der Insolvenzverwalter der Beteiligungsgesellschaft WCM. Die Anteile waren zuvor an die HSH Nordbank verpfändet worden, nachdem WCM einen Kredit über 200 Millionen Euro nicht hatte zurückzahlen können.

  Juve Plus Schieder-Möbel

Die Schieder-Gruppe, Europas größter Möbelhersteller, ist vorerst gerettet. Das Herforder Unternehmen hatte bereits Insolvenzanträge gestellt.Im Anschluss an die nach dem so genannten Detmolder Modell durchgeführten vorinsolvenzlichen Gläubigerabsprachen wurde Schieder nun ein Aufschub gewährt. Schieder nahm die Insolvenzanträge zurück.

Deilmann-Haniel

Die Sanierungsbemühungen bei der Deilmann-Haniel GmbH, einer Dortmunder Tochtergesellschaft von Heitkamp-Deilmann-Haniel (HDH) in Herne, haben einen Rückschlag erlitten: Die Geschäftsführer der Tochtergesellschaft haben Anfang der Woche einen Insolvenzantrag gestellt, weil eine Zusage von HDH nicht vorgelegen habe, einen monatlichen Fehlbetrag von 2,5 Millionen Euro auch zukünftig auszugleichen.Ob der Insolvenzantrag begründet war, scheint in Beraterkreisen umstritten. Der Vorsitzende der HDH-Geschäftsführung und Managing Partner der Beratungsgruppe RölfsPartner, Wirtschaftsprüfer Jochen Rölfs, wird zitiert mit den Worten: "Deilmann-Haniel ist weder überschuldet noch zahlungsunfähig." Er könne den Schritt der Geschäftsleitung nicht nachvollziehen, habe vielmehr davon abgeraten und "die Genehmigung dafür nicht gegeben". Rölfs war 2005 als Sanierer in die Geschäftsführung von HDH geholt worden. Er wird seitdem von Anwälten der mit RölfsPartner eng verbundenen Kanzlei Aderhold v. Dalwigk Knüppel weitreichend unterstützt, unter anderem im Gesellschafts-, Insolvenz- und Vergaberecht sowie im Bereich Litigation.

Carsten Koch von Leonhardt Westhelle & Partner ist vorläufiger Insolvenzverwalter der Erich Rohde KG im nordhessischen Schwalmstadt. Der bekannte Schuhhersteller hatte Mitte März Insolvenz beim Amtsgericht Marburg angemeldet, die Richter betrauten mit Koch einen gebürtigen Schwalmstädter mit der Verwaltung. Über 500 der 2.000 Rohde-Angestellten arbeiten in Deutschland, der Vorjahresumsatz lag bei 130 Millionen Euro. +++Während BenQ Mobile in Deutschland das letzte Handy produziert hat und Pluta-Verwalter Dr. Martin Prager (JUVE 11/06) mit der Verwertung der Vermögensgegenstände beginnt, hat ein juristisches Tauziehen um die Insolvenz der BenQ Mobile Holding mit Sitz in den Niederlanden begonnen. Das Amtsgericht München eröffnete ein Sekundärinsolvenzverfahren und bestellte Axel Bierbach von Müller-Heydenreich Beutler & Kollegen als vorläufigen Insolvenzverwalter für die Holding-Gesellschaft - als Nachfolger für Prager, der wegen möglicher Interessenkonflikte nach kurzer Zeit abwinken musste.

Peter Theiß (31) hat zum Februar die Saarbrücker Kanzlei Staab & Kollegen verlassen. Der bekannte saarländische Insolvenzrechtler gründete seine eigene Kanzlei.Theiß ist seit 2002 beim Amtsgericht Saarbrücken als Insolvenzverwalter bestellt, berät aber auch allgemein wirtschaftsrechtlich. Er wurde zuletzt von Mandanten und Wettbewerbern für seine insolvenzrechtliche Arbeit empfohlen. 2006 betreute er unter anderem die insolvente Geller Transport GmbH. Theiß arbeitete bei Staab & Kollegen als Associate. Eine Insolvenzsachbearbeiterin verließ gemeinsam mit ihm die Kanzlei.

Restrukturierung bei Mayer Brown

Mayer Brown Rowe & Maw restrukturiert ihre weltweite Partnerschaft: Zehn Prozent der insgesamt 450 Partner werden ihren Equity-Status aufgeben müssen. Die Maßnahme betrifft vor allem die amerikanische Litigationpraxis der Kanzlei. „In Deutschland ist die Restrukturierung so gut wie kein Thema“, sagte Reinhart Lange, deutscher Managing Partner von Mayer Brown.

Die New Yorker Restrukturierungs-Experten Gary Lee und Karen Ostad haben Lovells verlassen und sich Morrison & Foerster angeschlossen. Lee war bislang Leiter der US-amerikanischen Restrukturierungspraxis von Lovells und galt als einer der Rainmaker des New Yorker Büros. Ostad war Salary-Partner.

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Die Restrukturierung der Hotelgruppe Dorint AG ist mit einer Aufteilung der 93 Hotels auf zwei Gesellschaften abgeschlossen worden. 41 Häuser gehen an eine neue Tochtergesellschaft des bisherigen Dorint-Mehrheitsaktionärs Dr. Ebertz & Partner namens Neue Dorint GmbH. Die verbleibenden 52 Betriebe mit einem Jahresumsatz von rund 300 Millionen Euro führt der französische Hotelkonzern Accor unter den Markennamen Sofitel, Mercure und Novotel weiter. Die Restrukturierung schloss eine Vereinbarung mit dem Hotelbetreiber Interconti ein.

Christopher Seagon von Wellensiek, seit November 2006 bereits Insolvenzverwalter der ISE Intex in Morsbach, ist Ende Januar als Verwalter für zwei weitere Unternehmen der ISE-Gruppe bestellt worden. Das Amtsgericht Bonn setzte ihn für die in Bergneustadt ansässigen Gesellschaften ISE Innomotive Systems Europe und ISE Industries ein. Betroffen sind nun insgesamt 3.500 Mitarbeiter an verschiedenen Standorten in Nordrhein-Westfalen, vornehmlich im Oberbergischen Kreis östlich von Köln. Die ISE-Werke produzieren Bauteile für die Automobilindustrie. Seagon konnte in dieser Branche, etwa durch seine Verwaltertätigkeit bei der niedersächsischen Engelmann-Gruppe (JUVE 02/06), in den vergangenen Jahren nützliche Kontakte aufbauen.++++++Zwei Insolvenzverwalter von Kübler kümmern sich um die Fortführung der Maschinenbau-Gruppe Bräuer, die Ende Dezember Insolvenz angemeldet hatte: Thomas Joswig und Kanzleigründer Dr. Bruno Kübler sind an den Standorten Bensheim (Hessen) beziehungsweise Wilsdruff bei Dresden aktiv, um den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten. Rund 150 Arbeitsplätze sind gefährdet, allerdings hat eine Zwischenfinanzierung durch die Hauptgläubigerin zugunsten der Bräuer-Zentrale in Bensheim die Handlungsfähigkeit dort vorläufig verbessert. Kübler: "Wir stecken zur Zeit in einem Prozess des Auslotens, wie die Interessenlage der potenziellen Investoren aussieht." Von deren Einschätzung hänge es ab, ob die Betriebe gemeinsam vermarktet werden können.+++

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Der US-Finanzinvestor Strategic Value Partners (SVP) hat den oberfränkischen Geschenkartikelhersteller Nici erworben. Veräußerer war der Insolvenzverwalter des Unternehmens, Dr. Michael Jaffé. Nici hatte unter anderem das WM-Maskottchen Goleo in Lizenz hergestellt. Nici hat etwa 500 Mitarbeiter, die übernommen werden sollen, und ist über Vertriebspartner in über 50 Ländern vertreten. Das Unternehmen betreibt 30 Nici-Shops in Deutschland und sechs in Asien. Nach Medienberichten beläuft sich der Umsatz von Nici für das Geschäftsjahr 2005 nach bisherigen Schätzungen nicht wie zunächst angegeben auf 155 Millionen Euro, sondern auf deutlich unter 100 Millionen Euro.

Als Insolvenzkanzlei gut positioniert, in der allgemeinen wirtschaftsrechtlichen Beratung mit gewissem Nachholbedarf: Aus dieser strategischen Beurteilung heraus haben die fünf Partner von Bruno Fraas & Partner in Würzburg ihre Kanzlei neu ausgerichtet und in BFP Wirtschaftssozietät umbenannt.„Der Beratungsmarkt hat sich in den vergangenen Jahren geändert“, erklärte Bruno Fraas. „Deshalb machen wir jetzt ein Komplettangebot aus Recht, Wirtschaft und Steuern, das den Bedürfnissen der Mandanten entspricht und das die Region insgesamt stärkt.“