Insolvenzen

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Die deutsch-amerikanische Investorengruppe HSW GmbH hat die Mehrheit an der Filmgesellschaft Senator Entertainment AG erworben. Die Käufergruppe unter Federführung des Kölner Medienanwalts Helge Sasse und des amerikanischen Filmproduzenten Marco Weber übernahm 50,1 Prozent der Anteile von der Deutschen Bank und einer Finanzinvestorengruppe. Damit halten die bisherigen Mehrheitseigner künftig nur noch rund 30 Prozent an der Filmgesellschaft. Die Erwerber kündigten zudem die Abgabe eines freiwilligen, öffentlichen Kaufangebotes gegenüber den Aktionären der Senator Entertainment AG an. Das börsennotierte Unternehmen hatte mit Filmen wie "Das Wunder von Bern" und "Good Bye Lenin" große Erfolge gefeiert, im letzten Jahr aber Insolvenz anmelden müssen. Die Deutsche Bank hatte darauf eine Kreditforderung in Höhe von 168 Millionen Euro übernommen. Berater HSW

Die angesehene Insolvenz-Verwaltungspraxis von White & Case hat im Oktober den Zuschlag für zwei größere Aufträge erhalten. Auch Staab & Kollegen und Schultze & Braun bekamen regional bedeutsame Verfahren.Vom Amtsgericht Pinneberg ist der Seniorpartner der Insolvenz-Praxisgruppe von White & Case, Dr. Klaus Pannen, zum vorläufigen Verwalter der Nier GmbH bestellt worden. Der Automobilzulieferer mit Standorten in Hohenlockstedt, Lübeck und Remscheid ist auf die Blechverarbeitung spezialisiert und beschäftigt rund 530 Mitarbeiter. Pannen führt den Betrieb derzeit fort.

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Das ehemalige Management der pgam AG hat im September den insolventen Hersteller leicht gepanzerter militärischer und ziviler Fahrzeuge erworben. Auch die Anteile an den Tochtergesellschaften Indikar Individual Karosseriebau GmbH und pgam advanced technologies Ltd. Großbritannien wurden für insgesamt rund neun Millionen Euro übertragen. In Deutschland hat pgam Gesellschaften an den Standorten Georgsmarienhütte, Sindelfingen und Wolfsburg. 244 Arbeitnehmer sollen von den Ex-Managern, die als Farmingtons firmieren, übernommen werden. pgam hatte im April 2005 Insolvenz angemeldet. Berater Management pgam/Farmingtons

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Die indische Tata AutoComp Systems Ltd. hat über ihre deutsche Tochtergesellschaft Taco Kunststofftechnik GmbH das Vermögen der insolventen Wündsch-Weidinger Kunststofftechnik und Formenbau GmbH erworben. Der Automobilzulieferer mit 350 Mitarbeitern, der im Bereich Kunststofftechnik und Spritzguß tätig ist, hatte im März Insolvenz angemeldet. Der Asset Deal ist die erste Akquisition der Automobilzuliefersparte der Tata-Gruppe in Deutschland. Berater Tata AutoComp

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Die 1999 in Kraft getretene Insolvenzordnung (InsO) ist ein großer Erfolg. Darin sind sich alle Praktiker einig. Nur das Bundesjustizministerium schert aus. Ministerin Brigitte Zypries (SPD) hielt bis zuletzt an dem Plan fest, die InsO an - aus Sicht von Verwaltern und Wissenschaftlern - entscheidenden Stellen zu ändern. Zypries hatte im August einen länger erwarteten Regierungsentwurf vorgelegt, in dem sich "unsere schlimmsten Befürchtungen bestätigt haben", sagt Dr. Siegfried Beck (Dr. Beck & Partner), Nürnberger Anwalt und Vorsitzender des Verbands der Insolvenzverwalter Deutschlands.

Haarmann Hemmelrath verabschiedet sich fast vollständig vom Geschäftsfeld der Insolvenzverwaltung: Spätestens zum Jahresende wird die Kanzlei ihre Praxis in München einstellen. Die beiden Insolvenzverwalter Nikolaus Gaede (39) und Daniel Bauch (38) machen unabhängig von Haarmann weiter.Gaede hat die Kanzlei bereits Mitte September verlassen. Zusammen mit zwei nicht von Haarmann stammenden Berufsträgern machte er sich in München selbstständig.

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Die Dresdner Bank darf einen Kredit, mit dem Anleger eine stille Beteiligung an einem inzwischen insolventen Unternehmen finanziert haben, nicht zurückfordern. Dies hat das Berliner Kammergericht Ende August entschieden. Im vorliegenden Fall hatte ein Ehepaar aus Berlin bei dem Geldinstitut einen Kredit aufgenommen, um eine atypische stille Beteiligung an der W. Langenbahn KG zu erwerben. Das Unternehmen, das Bauprojekte durchführte, ging allerdings im Jahr 2000 in die Insolvenz. Wie sich herausstellte, hatte das Unternehmen die Investoren mit falschen Angaben über die Vermögenslage im Emissionsprospekt getäuscht. Die Dresdner Bank forderte dennoch ihren Kredit zurück und verklagte das Ehepaar. Nachdem das Landgericht Berlin die Klage abgewiesen hatte, ging die Bank in Berufung. Doch diese wies auch das Kammergericht überwiegend zurück. Begründung: Da das Ehepaar wegen der falschen Angaben beim Beteiligungskauf Schadensersatz verlagen kann, müsste es wirtschaftlich so gestellt werden, als hätte es die Investition nie getätigt. So müsse es auch das Darlehen nicht zurückzahlen, denn die Bank habe bei Vergabe des Kredits mit dem Vermittler der Beteiligung zusammen gearbeitet und ihm unter anderem Formulare zur Verfügung gestellt. Erst im Juni hatte allerdings das Oberlandesgericht Schleswig in einem ähnlichen Fall zugunsten der Bank entschieden. Vertreter Ehepaar

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Die Mehrheit der Anteilseigner der Caatoosee AG hat sich durch Vergleich mit zwölf Aktionären geeinigt, die gegen eine geplante Restrukturierung vor dem Landgericht Stuttgart geklagt hatten. Von der Hauptversammlung war zunächst ein Kapitalschnitt von 4:1 beschlossen worden. Anschließend wurde das Grundkapital durch Einbringung der Teraport (zur M+W Zander-Gruppe gehörend) und der Outerbounds Technologies sowie durch eine Barkapitalerhöhung von fünf Millionen Euro, gezeichnet durch den Absolute Return Europe Fund, um mehr als 19 Millionen Euro auf gut 24 Millionen Euro erhöht. Inhalt des in wenigen Wochen abgeschlossenen Vergleichs ist der Ausgleich des Kapitalschnitts durch ein Aktienangebot an die Kläger. Abgewickelt wurde dieser Vergleich binnen eines Monats über ein Treuhandverhältnis. Vertreter Caatoosee

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Reinhard Mühl ist jetzt ein Insolvenzverwalter ohne Verwaltungen, dafür aber selber insolvent. Das ist der vorläufige Zwischenstand einer Geschichte, die die Szene seit einigen Wochen bewegt.

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Die Geschwister Hillebrand GmbH aus Bergheim bei Köln hat die sächsische Dresdner Porzellan-Manufaktur übernommen. Das vor 133 Jahren gegründete Unternehmen hatte im Sommer 2002 Insolvenz angemeldet. Nach erfolgreicher Sanierung übernimmt der Investor alle 19 Beschäftigten des Porzellanherstellers. Geschwister Hillebrand ist eine Bau- und Investment-Gruppe, die in dem Erwerb Synergieeffekte insbesondere im Absatzbereich mit anderen zu ihrer Gruppe gehörenden keramischen Unternehmen sieht. Berater Geschwister Hillebrand

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Die Intershop Communications AG hat Anfang Juli eine zuvor ins Handelsregister eingetragene Kapitalherabsetzung auf rund 8,5 Millionen Euro Grundkapital auch an der Börse umgesetzt. Dazu wurden die Aktien im Verhältnis 3:1 zusammengelegt. Auf Bankenseite wurde die Transaktion von der VEM Aktienbank begleitet. Damit hat das E-Commerce-Unternehmen aus Jena ihre der Sanierung dienende Kapitalrestrukturierung weitgehend abgeschlossen. Berater Intershop