Insolvenzen

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Der schwedische Private-Equity-Investor Industri Kapital hat aus der Insolvenz der Walter Bau die Dywidag Systems International erworben. Dywidag Systems, die mit mehr als 1.000 Mitarbeitern Spann- und Ankertechnik produziert, wurde für 168 Millionen Euro veräußert. Finanziert wurde die Transaktion durch die WestLB mit einem Paket von Senior- und Mezzanine-Fazilitäten. Die WestLB agierte als Arrangeur, Agent und Sicherheitenverwalter. Industri Kapital ist in Deutschland bereits bei Gardena, Poggenpohl und Pfaff eingestiegen. Berater Industri Kapital

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Einen Vorwurf wollen wir uns nicht gefallen lassen: Dass an dieser Stelle immer nur Platz für Großinsolvenzen oder esoterische Verfahren sei. Denn, so werden viele von Ihnen denken, die deutsche Insolvenz-Realität ist vielschichtiger. Stimmt - und deswegen lesen Sie im Folgenden diesmal einen Querschnitt durch die bunte Welt der Firmenpleiten. Alles ist dabei: Vom Flughafen bis zum Geflügelhändler, vom Kunststoffproduzenten bis zum Buchverlag. Beginnen wollen wir aber mit der Bekleidungswirtschaft, die in den vergangenen Wochen arg gebeutelt war.

Die Düsseldorfer Insolvenzverwalterkanzlei Andres & Schneider hat im Juli ein Büro in Köln eröffnet. Dazu geht sie eine feste Kooperation mit der angesehenen Kanzlei Schlütter Debatin & Bornheim ein.Andres & Schneider vergrößert damit ihre geografische Reichweite für Insolvenzverwaltungen über das Ruhrgebiet hinaus, wo sie eines der dichtesten Büronetze von Insolvenzkanzleien hat. Das Ziel sind nun Verwalterbestellungen auch in Köln, Bonn, Aachen und dem Rhein-Sieg-Kreis.

Insolvenzexpansion in Nürnberg

Die Insolvenzrechtskanzlei Schultze & Braun hat zum Juli für ihr Nürnberger Büro den Insolvenzverwalter Volker Böhm (38) aus der bisherigen Kanzlei Dr. Pöhlmann & Kollegen gewonnen. Mit Böhm, der bei Pöhlmann Partner war und bei Schultze & Braun zunächst als Associate einsteigt, kam Insolvenzrechts-Associate Dr. Elske Fehl (32). Zeitgleich mit den Abgängen vollzog Pöhlmann eine Dreifachfusion mit der der Nürnberger Insolvenzboutique Dr. Oppermann & Partner und der Münchner Kanzlei Buchholtz & Kollegen.

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Über kaum eine Vorschrift der neuen Insolvenzordnung haben Praktiker so unterschiedliche Ansichten wie über die Eigenverwaltung: Für die Einen ist sie ein teurer und unpraktikabler Schnickschnack, für die Anderen ein Weg, Unternehmen auch in der Insolvenz effektiv zu steuern. Und die Befürworter der Eigenverwaltung vor Jahren Oberwasser als sie bei den Großpleiten von KirchMedia und Babcock Borsig angeordnet worden war. Später wurde es jedoch ruhiger, viele geplante selbst verwaltete Verfahren scheiterten an persönlichen Animositäten der Beteiligten oder an den Gerichten (wie bei Grundig, Bouvier-Gonski oder der SDI-Unternehmensgruppe), zuletzt redete kaum noch jemand bei größeren Fällen von dem Instrument. Bis jetzt.

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Das VarTec Telecom Europe Ltd. schließt ihr Call-Center in Freiburg und stellt alle dort angesiedelten Geschäftstätigkeiten zum 30. Juni ein. Die über 120 Arbeitnehmer werden mit Ausnahme von zwei Beschäftigten in eine Transfergesellschaft überführt. Der Betriebsrat hatte bereits in der Vergangenheit erheblichen Einschnitten zum Erhalt der Arbeitsplätze zugestimmt.

Im Juni ist die Corporate-Anwältin Laura O´Neill (41) von Clifford Chance in das Londoner Büro von SJ Berwin gewechselt. Zudem verständigte sich SJ Berwin mit Michael Woollard, Insolvenzrechtsspezialist bei Hammonds, auf eine Zusammenarbeit. Der genaue Zeitpunkt des Wechsels steht jedoch noch nicht fest.O'Neill war seit 1996 bei Clifford und seit 2002 Partnerin. Die Corporate-Spezialistin war zuletzt als eine der federführenden Anwälte beim Erwerb von Abbey National durch Banco Santander tätig. Zu ihren Madanten gehören zudem unter anderem Volvo und Accenture. "Ihr Zugang ist Teil unserer fortgeführten Expansionsstrategie im Bereich M&A und Buy-outs quer durch Europa", sagte Jonathan Blake, Head der Corporate-Praxisgruppe bei SJ Berwin.

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Das Management der Helkon SK hat vom Insolvenzverwalter der Helkon Media AG die Mehrheitsbeteiligung an der Filmgruppe erworben. Helkon Media hielt bislang 91 Prozent an Helkon SK. Das Unternehmen hatte diese Beteiligung im Frühjahr 2001 erworben, im Oktober des folgenden Jahres war dann das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Die Helkon SK ist eine der größten unabhängigen Filmgruppen Europas, zu der auch die englische Redbus Distributionsgesellschaft mit Filmtiteln wie etwa "The Gift" und "Open Water" zählt. Berater Helkon SK

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Kirchmedia und die Eos-Gruppe haben zur Filmrechteverwertung das Gemeinschaftsunternehmen Kineos gegründet. Die insolvente Kirchmedia und Beta Film sind zu gleichen Anteilen an dem Jointventure beteiligt. Die von Jan Mojto, ehemaliges Vorstandsmitglied Kirchs, gehaltene Eos hatte aus der Insolvenzmasse des Unternehmens bereits zuvor alle Anteile der Beta Film erworben, bei der die internationale Filmbibliothek konzentriert war. Der jetzt erfolgte Abschluss des Bieterverfahrens um die nationale Filmbibliothek Kirchs bedeutet die Beendigung des operativen Geschäfts des insolventen Filmhändlers. Die Rechte an der rund 12.000 Titel umfassenden nationalen Bibliothek erstrecken sich bis ins Jahr 2012. Berater Eos-Gruppe

Wechsel in München

Der auf Bauinsolvenzen spezialisierte Münchner Anwalt Dr. Claus Schmitz hat sich der Baurechtsboutique Kraus Sienz & Partner angeschlossen. Der 41-Jährige war bisher Partner der Insolvenzverwalterkanzlei Müller-Heydenreich Beutler & Kollegen.Müller-Heydenreich ist eine der großen Verwalterkanzleien in München und hat sich vor allem aufgrund der Aktivitäten von Schmitz einen guten Ruf an der Schnittstelle von Privatem Bau- und Insolvenzrecht erarbeitet.

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Die börsennotierte britische Ricardo plc hat ihre deutschen Tochtergesellschaften der erst 2003 erworbenen IFT-Gruppe gesellschaftsrechtlich restrukturiert und zugleich eine Barkapitalerhöhung durchgeführt. Das operative Geschäft des Entwicklungs- und Beratungsdienstleisters im Automobilzuliefererbereich ist hierzulande künftig in der Ricardo Deutschland GmbH gebündelt. Mit den generierten Mitteln wird unter anderem die beim Erwerb vor zwei Jahren strukturierte Fremdfinanzierung abgelöst. Das Volumen der Gesamttransaktion wurde mit 30 Millionen Euro angegeben.