Insolvenzen

Insolvenzkanzleien

Die Insolvenzkanzlei Reinhardt & Kollegen mit Stammsitz in Erfurt hat sich zum Oktober erheblich vergrößert. Munz Rechtsanwälte schloss sich mit sieben Berufsträgern und ihren Mitarbeitern aus der Insolvenzverwaltung an. Die Neuzugänge Dr. Christoph Munz (59), Annett Kittner-Treublein (48) und Uwe Winkler (54) stiegen als Partner bei Reinhardt ein.

  Juve Plus Leipzig

Die Verlagsgruppe Seemann Henschel ist gerettet: Nachdem es Anfang März Insolvenzantrag stellen musste, wurde das Leipziger Verlagshaus nun vom Medienunternehmer Michael Kölmel und der Kunsthistorikerin Doris Apell-Kölmel übernommen. Künftig firmiert der Verlag unter E.A. Seemann Henschel.

Schon wieder eine Mode-Pleite

Der Hosenspezialist Gardeur ist insolvent. Das Mönchengladbacher Unternehmen, das rund 1.700 Mitarbeiter beschäftigt, hat ein reguläres Insolvenzverfahren für vier Gesellschaften beantragt. Das Amtsgericht Mönchengladbach bestellte Dr. Biner Bähr von White & Case zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Die Gehälter der in Deutschland tätigen Mitarbeiter sind für drei Monate gesichert, der Betrieb soll fortgesetzt werden.

Hängepartie

Die Holding des kriselnden Spezialchemieherstellers SKW Metallurgie geht mit Dr. Christian Gerloff von Gerloff Liebler in ein Schutzschirmverfahren. Das Amtsgericht München hat den Antrag des Unternehmens auf Insolvenz in Eigenverwaltung genehmigt und Gerloff als Sachwalter eingesetzt. Die operativen Gesellschaften sind von dem Insolvenzverfahren nicht betroffen.

Legal Tech

Tom Brägelmann (45) hat zum September die Position des General Counsel bei dem Berliner Legal-Tech-Unternehmen Leverton übernommen. Der Restrukturierungsexperte kam von DLA Piper, wo er zuletzt als Senior Associate tätig war.

  Juve Plus Air Berlin

Im Insolvenzverfahren um Air Berlin hat sich die Situation nach den zahlreichen Krankmeldungen von Piloten weiter zugespitzt. Zwar haben sich im Laufe des Vormittags etliche Crews wieder zur Arbeit zurück gemeldet, dem Unternehmen sei aber ein Schaden von rund fünf Millionen Euro durch Flugausfälle entstanden, hieß es. Gestern morgen hatten sich rund 200 Piloten krank gemeldet, insgesamt mussten 130 Flüge ausfallen. Gleichzeitig brachte sich die Betreibergesellschaft des Flughafens Schwerin als weitere Bieterin für Air Berlin ins Gespräch.

  Juve Plus Insolvenzen

Das Traditions-Modehaus SinnLeffers kann weitermachen: Ein Konsortium, das sich aus Vermietern, Management und Investoren zusammensetzt, wird die insolvente Kette weiterbetreiben. Die Gläubigerversammlung hat die ungewöhnliche Sanierungslösung gebilligt, ebenso das Amtsgericht Hagen. Bundesweit sind damit die Arbeitsplätze von gut 1.300 Mitarbeitern gesichert. Bei Alno und anderen Insolvenz-Fällen gibt es noch mehr zu tun.

  Juve Plus Wieder auf Kurs

Ein Konsortium um die Bremer Reederei Zeaborn, an dem auch der Hamburger Reeder Bertram Rickmers beteiligt ist, hat den Reedereibetrieb der insolventen Rickmers-Gruppe übernommen. Die Transaktion umfasst das Schiffsmanagement-Geschäft mit den Hauptstandorten in Hamburg, Singapur und Zypern. Das Konsortium will zudem die restlichen Rickmers-Geschäftseinheiten im Wege eines Insolvenzplans übernehmen.

Insolvenzmarkt

Die traditionsreiche Insolvenzverwalterkanzlei Kübler ist auf Schrumpfkurs. Sie schließt ihre Büros in Frankfurt und Hamburg. Nach JUVE-Informationen reduziert sie zudem ihr Team im Verwaltungsbereich in Köln deutlich. Bisheriger Hauptprofiteur der Umbrüche ist die norddeutsche Sozietät Römermann. Diese ist seit Jahren auch im Verwaltungssegment tätig, zählte bislang aber nicht zu den bundesweit bestimmenden Insolvenzkanzleien.

Insolvenzrecht

Dentons hat ihr Frankfurter Büro mit einem weiteren Partner ausgebaut: Von hww Hermann Wienberg Wilhelm kam Anfang September der Sanierungsexperte Daniel Fritz. Der 44-Jährige verstärkt das Restrukturierungsteam um den deutschen Managing-Partner Andreas Ziegenhagen.

  Juve Plus Air Berlin-Insolvenz

Der Air Berlin-Kredit verstößt nicht gegen europäisches Recht. Das hat die EU-Kommission am Montag mitgeteilt und damit die 150-Millionen-Euro-Finanzspritze genehmigt. Allerdings darf das Geld nur in einzelnen Tranchen fließen. Außerdem müsse der Bund sicherstellen, dass der Kredit komplett zurückgezahlt werde. Damit dürfte der Antrag der Konkurrentin Germania auf Erlass einer Einstweiligen Verfügung gegen den Kredit hinfällig sein.