Insolvenzen

Insolventer Bodenspezialist

Zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren befindet sich der Bodenbelagshersteller DLW in der Insolvenz. Diesmal soll ein Verfahren in Eigenverwaltung eine außergerichtlich bereits begonnene Sanierung zum Abschluss bringen. Die Geschäftsführung bleibt im Amt, sie wurde bereits im März mit einem Sanierungsexperten von außerhalb verstärkt: Hans-Norbert Topp, der unter anderem bereits für die krisenerprobte Werkstattkette ATU tätig war, ist als Interimsmanager für die Sanierungsstrategie verantwortlich.

Trigema-Streit

Buchalik Brömmekamp wehrt sich gegen ungewöhnlich scharfe Kritik aus der Insolvenzszene. Öffentlich hatte das Forum 270, ein neu gegründeter Zusammenschluss von Restrukturierungsanwälten, Insolvenzverwaltern und Sanierungsberatern, ein Schreiben der Kanzlei als nachteilig für den Insolvenzstandort Deutschland gebrandmarkt. Dieses war im Juli auch an den Textilunternehmer Wolfgang Grupp (‚Trigema‘) gegangen, der den Brief weitergab und öffentlich kritisierte.

Wiedersehen in Frankfurt

KWM Europe treibt den Wiederaufbau ihres Frankfurter Büros massiv voran. Die Kanzlei, die nach der Insolvenz der Vorgängereinheit im März als Teil des globalen Netzwerks von King & Wood Mallesons gegründet wurde, holt zum November das Team der Mainzer Transaktionsboutique Roos dazu. Mit dem Namenspartner Dr. Michael Roos (52) gewinnen die Frankfurter einen alten Bekannten für sich. Dazu kommen vier weitere Anwälte.

Großes Tennis

Das im Juni in London begonnene Insolvenzverfahren von Boris Becker, Deutschlands größtem Tennishelden, entfaltet auch hierzulande seine Wirkung. Noch ist das Vereinigte Königreich in der EU, noch gilt also die Europäische Insolvenzverordnung grenzüberschreitend für deutsch-britische Fälle. Das Amtsgericht Heidelberg - zuständig für die Stadt Leimen, in der Boris Beckers Elternhaus steht - veröffentlichte am 6. Oktober den Beschluss des High Court und bestätigt so die Wirksamkeit.

Insolvenzkanzleien

Die Insolvenzkanzlei Reinhardt & Kollegen mit Stammsitz in Erfurt hat sich zum Oktober erheblich vergrößert. Munz Rechtsanwälte schloss sich mit sieben Berufsträgern und ihren Mitarbeitern aus der Insolvenzverwaltung an. Die Neuzugänge Dr. Christoph Munz (59), Annett Kittner-Treublein (48) und Uwe Winkler (54) stiegen als Partner bei Reinhardt ein.

  Juve Plus Leipzig

Die Verlagsgruppe Seemann Henschel ist gerettet: Nachdem es Anfang März Insolvenzantrag stellen musste, wurde das Leipziger Verlagshaus nun vom Medienunternehmer Michael Kölmel und der Kunsthistorikerin Doris Apell-Kölmel übernommen. Künftig firmiert der Verlag unter E.A. Seemann Henschel.

Schon wieder eine Mode-Pleite

Der Hosenspezialist Gardeur ist insolvent. Das Mönchengladbacher Unternehmen, das rund 1.700 Mitarbeiter beschäftigt, hat ein reguläres Insolvenzverfahren für vier Gesellschaften beantragt. Das Amtsgericht Mönchengladbach bestellte Dr. Biner Bähr von White & Case zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Die Gehälter der in Deutschland tätigen Mitarbeiter sind für drei Monate gesichert, der Betrieb soll fortgesetzt werden.

Hängepartie

Die Holding des kriselnden Spezialchemieherstellers SKW Metallurgie geht mit Dr. Christian Gerloff von Gerloff Liebler in ein Schutzschirmverfahren. Das Amtsgericht München hat den Antrag des Unternehmens auf Insolvenz in Eigenverwaltung genehmigt und Gerloff als Sachwalter eingesetzt. Die operativen Gesellschaften sind von dem Insolvenzverfahren nicht betroffen.

Legal Tech

Tom Brägelmann (45) hat zum September die Position des General Counsel bei dem Berliner Legal-Tech-Unternehmen Leverton übernommen. Der Restrukturierungsexperte kam von DLA Piper, wo er zuletzt als Senior Associate tätig war.

  Juve Plus Air Berlin

Im Insolvenzverfahren um Air Berlin hat sich die Situation nach den zahlreichen Krankmeldungen von Piloten weiter zugespitzt. Zwar haben sich im Laufe des Vormittags etliche Crews wieder zur Arbeit zurück gemeldet, dem Unternehmen sei aber ein Schaden von rund fünf Millionen Euro durch Flugausfälle entstanden, hieß es. Gestern morgen hatten sich rund 200 Piloten krank gemeldet, insgesamt mussten 130 Flüge ausfallen. Gleichzeitig brachte sich die Betreibergesellschaft des Flughafens Schwerin als weitere Bieterin für Air Berlin ins Gespräch.

  Juve Plus Insolvenzen

Das Traditions-Modehaus SinnLeffers kann weitermachen: Ein Konsortium, das sich aus Vermietern, Management und Investoren zusammensetzt, wird die insolvente Kette weiterbetreiben. Die Gläubigerversammlung hat die ungewöhnliche Sanierungslösung gebilligt, ebenso das Amtsgericht Hagen. Bundesweit sind damit die Arbeitsplätze von gut 1.300 Mitarbeitern gesichert. Bei Alno und anderen Insolvenz-Fällen gibt es noch mehr zu tun.