Kanzleiumsätze

JUVE 100 Umsatz

Wirtschaftskanzleien profitieren wesentlich stärker als andere Branchen vom zehnten Wachstumsjahr der Volkswirtschaft in Folge: Die 100 umsatzstärksten Kanzleien setzten im Geschäftsjahr 2018/19 insgesamt 6,84 Milliarden Euro um – 8 Prozent mehr als im Vorjahr mit 6,33 Milliarden Euro. Die Kennziffern recherchiert JUVE jährlich exklusiv.

Interview zur Preisgestaltung

Viele Kanzleien tun sich bei Preisverhandlungen schwer. Weil sie den Profi-Einkäufern auf Unternehmensseite nicht gewachsen sind, verschenken sie Geld. Das glaubt Philipp Biermann, Partner und globaler Leiter 'Business Services' bei der Strategieberatung Simon-Kucher & Partners, die unter anderem Kanzleien zur Preisgestaltung berät. Im JUVE-Interview erklärt Biermann, warum nicht jeder Dealmaker ein guter Verhandler ist – und die Bahncard ein Vorbild für Kanzleien sein kann.

Wieder Rekord

Luther konnte das Umsatzplus von 27 Prozent aus dem Vorjahr nochmals toppen. Im aktuellen Geschäftsjahr steigerte sie das Ergebnis um 30,9 Prozent auf den Rekordwert von 190,2 Millionen Euro. Das entspricht einer Steigerung von 44,9 Millionen Euro. Das große Wachstum liegt vor allem am rasanten personellen Ausbau mit Projektjuristen, geht aber auch auf Produktivitätsgewinne zurück.

Talsohle durchschritten

Es geht wieder bergauf: Die deutschen Büros von Allen & Overy haben ihren Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr auf 145 Millionen Euro und damit um zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesteigert. Der Umsatz pro Berufsträger (UBT) liegt mit 729.000 Euro sogar knapp vier Prozent höher.

Kanzleiergebnisse

Die deutschen Büros von Linklaters haben im Ende April abgelaufenen Geschäftsjahr 213,4 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet, das sind 3 Prozent mehr als im Vorjahr. Da auch das Team leicht um 2,4 Prozent auf knapp 299 Full Time Equivalents (FTE) wuchs, blieb der Umsatz pro Berufsträger mit 714.000 Euro fast konstant und stieg nur um 0,4 Prozent. Im Geschäftsjahr 2017/18 hatte Linklaters noch ein Umsatzwachstum von 7,7 Prozent vermelden können, der UBT war um 6,1 Prozent gestiegen.

Umsatz 2018

Auf 441,8 Millionen Euro konnte Freshfields Bruckhaus Deringer im vergangenen Geschäftsjahr den Umsatz der deutschen Standorte steigern. Das entspricht einem kräftigen Wachstum von neun Prozent. Damit bleibt sie nach Umsatz in Deutschland weiterhin mit Abstand auf Platz 1. Schon im Vorjahr hatte Freshfields ein Umsatzplus von zehn Prozent erwirtschaftet. Auch in puncto Produktivität war die Kanzlei erfolgreich und bewegt sich langsam auf die 900.000-Euro-Marke zu. In Österreich blieb die Kanzlei dagegen um zwei Prozent unter dem Vorjahresumsatz.

Clifford Chance

Der Abwärtstrend der vergangenen Jahre beim Umsatz ist gestoppt: Clifford Chance hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 176,6 Millionen Euro umgesetzt – rund zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Auch den Umsatz pro Berufsträger (UBT) konnte die Kanzlei steigern: um rund vier Prozent auf 734.000 Euro.

Interview mit Heideldruck

Das Traditionsunternehmen Heidelberger Druckmaschinen erzielte im vergangenen Jahr erstmals Erlöse mit wiederkehrenden Umsätzen aus Aboverträgen, die maßgeblich von der Rechtsabteilung selbst entwickelt wurden. JUVE sprach darüber mit Dr. Constantin Bettermann (38), der seit Oktober 2018 als General Counsel die Rechtsabteilung sowie die Bereiche IP und Corporate Governance des SDax-Unternehmens verantwortet.

Länder-Justizminister

Die Justizminister der Länder haben sich bei der diesjährigen Justizministerkonferenz mit dem Thema Legal Tech befasst. Das Ergebnis: Möchte ein Legal-Tech-Portal Rechtsdienstleistungen anbieten, muss es von einem Anwalt betrieben werden. Dafür sollen auch Erfolgshonorare erlaubt werden.

Mittelstandsberater

Die Kassen klingeln: 2,1 Milliarden Euro haben die 50 größten Mittelstandsberater im vergangenen Geschäftsjahr zusammen umgesetzt. Bei vielen trieb das personelle Wachstum auch den Umsatz in die Höhe. Etlichen Kanzleien bescherte aber auch ein prominentes Großmandat einen warmen Geldregen.

Umsatz

Noerr ist im Geschäftsjahr 2018 ein kräftiger Umsatzsprung gelungen: Die Kanzlei setzte mit ihren sechs deutschen Standorten im vergangenen Jahr 229,4 Millionen Euro um und damit 12,8 Prozent mehr als 2017. Haupttreiber der guten Entwicklung waren vor allem die Bereiche Corporate/M&A und Litigation. Die Produktivität stieg um 10 Prozent.