Kanzleiumsätze

Steuerumsätze

Fast 2,5 Milliarden Euro erwirtschafteten die 20 stärksten Steuerberatungseinheiten insgesamt im vergangenen Geschäftsjahr. Großkanzleien sind dabei – wenig überraschend – die mit Abstand produktivsten Einheiten. Das spiegelt sich auch im Umsatz pro Mitarbeiter wider. PwC ist dem Spitzentrio allerdings dicht auf den Fersen. Das zeigt die exklusiv von JUVE recherchierte Aufstellung der 20 umsatzstärksten deutschen Steuerberatungseinheiten.

Rekordumsatz

Nach einer Nullrunde im Vorjahr hat Noerr im Geschäftsjahr 2017 einen Rekordumsatz erzielt: Die Kanzlei erwirtschaftete in Deutschland erstmals mehr als 200 Millionen Euro und überholt damit Gleiss Lutz. Mit ihren sechs deutschen Standorten setzte Noerr bis Jahresende 203,4 Millionen Euro um – rund sieben Prozent mehr als im Geschäftsjahr 2016. „Signifikante Gewinne in der Compliance- und Organberatung“ seien der Schlüssel zum Erfolg gewesen. Zudem scheint sich das im April eröffnete Büro in Hamburg finanziell zu rentieren.

Produktivität

Gut 3 Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaftete die US-Kanzlei Latham & Watkins weltweit im vergangenen Jahr – und gehört damit in dieser Hinsicht zur absoluten Marktspitze. Auch in Deutschland laufen die Geschäfte gut: Der Umsatz stieg zuletzt um 7,3 Prozent auf 126,2 Millionen Euro. Der Umsatz pro Berufsträger (UBT) als Gradmesser für die Qualität der geleisteten Arbeit wuchs um knapp 3 Prozent und liegt nun bei 803.000 Euro.

Nach Rekordjahr

Gleiss Lutz hat ihren Rekordumsatz aus dem vergangenen Jahr weitgehend bestätigt. Sie steigerte sich in 2017 nochmals leicht um 2,63 Prozent auf nun 195 Millionen Euro. Anders als zunächst berichtet, ist auch der Umsatz pro Berufsträger wieder gestiegen. Das Ergebnis bestätigt den Kurs des Managements, die Auslastung der Kanzlei unter anderem über das Querschnittsthema Compliance-Beratung sicherzustellen.

Umsatzzahlen

Heuking Kühn Lüer Wojtek hat im Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz von 149,5 Millionen Euro erwirtschaftet. Dies entspricht einem Umsatzplus von 12,1 Prozent. Das Ergebnis geht auch zurück auf das anhaltende Personalwachstum der Kanzlei. Allein im vergangenen Geschäftsjahr nahm sie zehn Quereinsteiger auf, schaffte es allerdings trotzdem, den Umsatz pro Berufsträger wieder moderat zu steigern.

Umsatz 2017

CMS Hasche Sigle hat ihren Umsatz im vergangenen Jahr erstmals auf über 300 Millionen Euro gesteigert. Insgesamt konnte sie ihren Umsatz um 7,2 Prozent erhöhen. Auch ihre Produktivität verbesserte die Kanzlei, die sich deutschlandweit weiterhin die meisten Berufsträger und die größte Partnerschaft leistet.

Umsatz 2017

Mit 8 Prozent mehr Umsatz hat die deutsche Hogan Lovells-Praxis das zurückliegende Geschäftsjahr abgeschlossen. Der Zuwachs war damit nicht mehr zweistellig, wie noch in den vergangenen Jahren, aber weiterhin deutlich. Gleichzeitig sank allerdings die Produktivität der Kanzlei marginal und fiel wieder unter den Rekordwert von 600.00 Euro pro Berufsträger.

Mehr Rechts- und Steuerberatung

Warth & Klein Grant Thornton (WKGT) hat das Geschäftsjahr 2016/17 mit einem Umsatzplus von rund 10 Prozent auf 96,5 Millionen Euro abgeschlossen. Mit 35,4 Millionen Euro entfällt dabei rund ein Drittel auf die Steuer- und Rechtsberatung.

Vergütung

Die Partner von Freshfields Bruckhaus Deringer haben umfassende Änderungen in ihrem Lockstep-System beschlossen. Die Bandbreite des Punktesystems für die Gewinnentnahme wird nach oben und unten ausgeweitet, außerdem werden erstmals drei leistungsbasierte Hürden aufgestellt. Ausnahmeregeln werden damit genauso abgeschafft wie ein Neben-Lockstep für umsatzschwächere Partner. 95 Prozent der internationalen Partner stimmten für die Änderungen.

Überraschender Ausstieg

Es ist das überraschende Ende einer Ära und ein denkbar großer Einschnitt für eine der angesehensten deutschen Steuerkanzleien: Ende Juli 2018 verabschiedet sich Dr. Stefan Maunz aus der auf Umsatzsteuern spezialisierten Sozietät Küffner Maunz Langer Zugmaier (KMLZ).