Kanzleiumsätze

Noch ein Abgang bei Allen & Overy

Der führende Allen & Overy-Private-Equity-Partner Dr. Michael Bernhardt (43) wechselt zur US-Kanzlei Milbank Tweed Hadley & McCloy. Keine 14 Tage, nachdem der Wechsel von zwei weiteren Partnern bekannt wurde, ist sein Weggang ein erneuter herber Rückschlag für Allen & Overy. Bernhardt gilt als einer der umsatzstärksten M&A-Anwälte der Magic-Circle-Kanzlei in Deutschland.

Clifford Chance

Noch keine Trendwende in Sicht: Auch für das Jahr 2015 muss Clifford Chance einen Umsatzrückgang verkraften. Die Kanzlei erwirtschaftete 178,4 Millionen Euro Umsatz und damit 9,6 Millionen Euro weniger als im Vorjahr oder anders ausgedrückt ein Minus von 5,1 Prozent. Damit ist Clifford erneut das Schlusslicht unter den Magic-Circle-Kanzleien. Sowohl Linklaters als auch Allen & Overy und Freshfields Bruckhaus Deringer schlossen das Geschäftsjahr 2015 jeweils mit einem Umsatzplus ab.

Lünendonk-Studie

Die Top-25 der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften haben im vergangenen Jahr ihren Umsatz in Deutschland um durchschnittlich rund acht Prozent und damit rund zwei Prozent stärker gesteigert als prognostiziert. Ein entscheidender Grund dafür ist die gestiegene Nachfrage bei Rechts- und Steuerberatung, analysiert das Marktforschungsinstitut Lünendonk.

Gesundes Wachstum

Es ist kein Riesensprung, aber Linklaters befindet sich in einer gesunden Aufwärtsbewegung, was die Geschäftszahlen angeht. Im zweiten Jahr in Folge steht ein Plus von rund vier Prozent beim Umsatz in den Büchern.

Inhouse

Bilfinger schraubt weiter an seinen Strukturen: Olaf Schneider, seit November General Counsel des Mannheimer Unternehmens, hat auch den Bereich Corporate Compliance in seine Verantwortung übernommen. Gleichzeitig wurde der 45-Jährige zum Generalbevollmächtigten ernannt.

Freshfields

Die Anwälte von Freshfields Bruckhaus Deringer in Deutschland und Österreich haben ihr Ende April abgelaufenes Geschäftsjahr mit einem Umsatzplus abgeschlossen. Die Deutschen schafften dabei eine Steigerung von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, die Österreicher legten sogar um knapp 11 Prozent zu.

Investitionsstreitigkeiten

Quo vadis, Investitionsschutz? Die Idee, der EU-Kommission, die einen TTIP-Gerichtshof für Investitionsstreitigkeiten vorgeschlagen hatte, entwickelt eine erstaunliche Dynamik. Dabei hatten viele den Vorschlag zunächst für ein halbherziges Zugeständnis an die Kritiker der üblichen Investor-Staat-Streitbeilegung (ISDS) durch Schiedsgerichte gehalten. Inzwischen sehen unter anderem schon Abkommen mit Kanada und Vietnam das EU-Modell vor. Doch dass man sich auch beim transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP darauf einigen wird, glaubt kaum jemand.

Umsätze 2015

Den mittelständischen Wirtschaftskanzleien in Deutschland geht es gut – zumindest, wenn man ihre Zuwachsraten beim Umsatz betrachtet. Im Schnitt legten sie 2015 um 4,2 Prozent zu. Gemeinsam erwirtschafteten die größten von ihnen rund 950 Millionen Euro. Diese exklusive JUVE-Analyse berücksichtigt aber nur jene 34 Sozietäten, die ihr Geschäftsjahr zum 31.12. abgeschlossen und über 10 Millionen Euro verdient haben. Noch bemerkenswerter: Auch den Umsatz pro Berufsträger (UBT) konnten viele Kanzleien steigern. Die Folge ist ein neuer Rekord beim UBT-Durchschnittswert. Illustrieren lässt sich dies am besten am Beispiel von zwei größeren Einheiten.

Umsatz 2015

Noerr hat 2015 in ihren deutschen Büros 190,2 Millionen Euro umgesetzt, 6,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Dies erreichte sie mit rund 360 in Vollzeit tätigen Berufsträgern, rund fünf Prozent mehr als 2014. In Konsequenz konnte die Kanzlei ihre Produktivität deutlich geringer steigern als den Umsatz. Zu Buche steht ein Umsatz pro Berufsträger (UBT) von rund 530.000 Euro. Dies ist ein Plus von 1,7 Prozent.