Kanzleiumsätze

Erneut rasant zugelegt

Die deutsche Praxis von Dentons hat ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2015 auf 38 Millionen Euro gesteigert. Das bedeutet eine Zunahme um 19 Prozent. Es ist bereits das zweite Jahr in Folge, in dem der Umsatz der expansiven Sozietät hierzulande um einen zweistelligen Prozentwert wächst, 2014 hatte sie um 18 Prozent zugelegt.

Kommentar

Rainer Traugotts Wechsel von Linklaters zu Latham & Watkins ist erneut ein Coup für die US-Kanzlei. Und er belegt, dass sich Top-Kanzleien aus Großbritannien am Scheideweg befinden. So begann intern bei Linklaters unmittelbar nach Bekanntwerden von Traugotts Ausscheiden erneut die Diskussion um das Lockstep-System: Muss das strikte Vergütungsmodell gelockert werden, um den umsatzstärksten Partnern mehr zu zahlen, damit sie dem Lockruf des US-Dollars widerstehen? Doch die Bedrohung wird dies- und jenseits des Ärmelkanals unterschiedlich stark empfunden.

Frauenförderung

Immer noch gibt es in Wirtschaftskanzleien gefühlt mehr Frauenförderprogramme als Equity-Partnerinnen. Seit Jahren stagniert der Frauenanteil in der Partnerschaft bei unter zehn Prozent. Auch die aktuelle azur-Erhebung bei 78 Kanzleien, darunter 65 der 100 umsatzstärksten Sozietäten im deutschen Markt, belegt das Ungleichgewicht. Auf dem Weg nach oben stehen den Frauen vor allem Männer im Weg. Aber auch ein unklares Bild von der eigenen Rolle verhindert den Erfolg.

Steil aufwärts

Die deutschen Praxen von Hogan Lovells und White & Case haben das abgelaufene Geschäftsjahr 2015 jeweils mit einem kräftigen Umsatzplus abgeschlossen. Beide legten prozentual zweistellig zu. Auch ihre Produktivität steigerten beide Kanzleien um mehr als zehn Prozent.

Umsätze 2015

White & Case hat das Geschäftsjahr 2015 mit einem kräftigen Umsatzplus abgeschlossen: Rund 11,5 Prozent mehr als 2014 erwirtschafteten die fünf Büros hierzulande und kamen auf 126 Millionen Euro. Ihre Produktivität steigerte die deutsche Praxis sogar um 12,7 Prozent, jeder der 206 Vollzeit tätigen Berufsträger setzte rechnerisch 612.000 Euro um. Damit stellt die Kanzlei die bisherige Bestmarke beim Umsatz pro Berufsträger von 543.000 Euro aus dem Vorjahr deutlich in den Schatten.

Hogan Lovells

Die deutschen Hogan Lovells-Büros haben im abgelaufenen Geschäftsjahr den höchsten Umsatz seit der Fusion von Hogan & Hartson und Lovells 2010 eingefahren. Sie erwirtschafteten rund 160 Millionen Euro. Das sind gut 19 Millionen Euro und damit rund 13,6 Prozent mehr als 2014. Damit legte Hogan Lovells so deutlich zu wie bis dato keine andere Großkanzlei, deren Geschäftsjahr zum Kalenderjahr endet.

Umsatztrend für 2015

Die ersten Umsatzzahlen, die für 2015 aus den größten Wirtschaftskanzleien hierzulande bekannt werden, deuten auf ein neues Rekordjahr der Branche hin. Die Abstände zwischen den zehn umsatzstärksten Kanzleien werden dabei immer geringer. Nach einer weiteren kräftigen Steigerung rückt Heuking Kühn Lüer Wojtek erstmals unter die Top Ten vor, der Sprung von Noerr unter die Top 5 scheint nach einem ebenfalls klaren Plus greifbar.

Flaute am Jahresbeginn

Die 50 umsatzstärksten Sozietäten hierzulande haben zum Jahresbeginn 2016 deutlich weniger Anwälte aus den eigenen Reihen in ihre Equity-Partnerriegen aufgenommen als vor Jahresfrist. Dies ergab eine aktuelle JUVE-Umfrage. In den 28 Kanzleien, die aus dem Kreis zum Januar ihre Partnernennungen vornehmen, stiegen nun lediglich 44 Anwälte zum Equity-Partner auf, im Vorjahr waren es noch 51. Die Zahl weiblicher Neupartner ist verschwindend gering.

Umsatz

CMS Hasche Sigle hat ihren Umsatz im vergangenen Jahr so stark gesteigert wie zuletzt im Boomjahr 2006. Mit einem Plus von acht Prozent im Vergleich zu 2014 kam die Sozietät auf einen Umsatz von rund 286 Millionen Euro. Zudem blieb - anders als in den beiden vergangenen Jahren - der Umsatz pro Berufsträger (UBT) beim Wachstum nicht auf der Strecke.

Erste Umsatzzahlen für 2015

Es sind die ersten Umsatzzahlen der großen Kanzleien hierzulande, die für das Geschäftsjahr 2015 offiziell vorliegen: Heuking Kühn Lüer Wojtek erwirtschaftete 131,6 Millionen Euro und damit 8,8 Prozent mehr als 2014. Es ist ein weiterer neuer Rekord für die Kanzlei, die dadurch mit großer Wahrscheinlichkeit auf Rang 10 der umsatzstärksten Sozietäten vorrücken und Taylor Wessing verdrängen wird.

Das war 2015

Kurz bevor sich das Jahr 2015 seinem Ende entgegen neigt, hat die JUVE-Redaktion die 25 Nachrichten ausgewertet, die auf den größten Zuspruch unter unseren Lesern gestoßen sind. Wie schon in früheren Jahren belegten die Nachrichten zu den JUVE und azur Awards auch 2015 Spitzenplätze. Daneben wurden vor allem Meldungen zu Haftungsfällen, Umsatz- sowie Gehältertrends und den großen Skandalthemen wie der VW-Abgasaffäre und die DFB-Affäre am häufigsten angeklickt.