Kanzleiumsätze

Linklaters

Linklaters hat in ihrem Ende April abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/09 weltweit einen Umsatz von knapp 1,3 Milliarden britischen Pfund erzielt. Damit bildet die Kanzlei zusammen mit Freshfields Bruckhaus Deringer und Clifford Chance weiterhin die Spitzengruppe der großen britischen Kanzleien mit einem weltweiten Umsatz von über einer Milliarde Pfund. Auf den Gewinn drückte aber das im Zuge der Wirtschaftskrise eingeleitete Reorganisations-Programm "New World", das die Kanzlei mehrstellige Millionen-Beträge an Abfindungen kostete.

Clifford

Die deutschen Büros von Clifford Chance haben im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/09 rund 196 Millionen Euro erwirtschaftet. Das sind 13 Prozent weniger als im Vorjahr, in dem der Umsatz bei gut 225 Millionen Euro lag. Weltweit gingen die Erlöse nur um fünf Prozent zurück, diese Zahlen hatte Clifford bereits in der vergangenen Woche veröffentlicht. Der Eindruck, die deutschen Büros stünden im internen Vergleich besonders schlecht da, täuscht jedoch. Auf Basis von Berechnungen in britischen Pfund liegt die deutsche Praxis sogar leicht im Plus und ist nach London die zweitstärkste Praxis. Erstmals ist der Umsatzanteil der Region Kontinentaleuropa, die auch Osteuropa einschließt, sogar mit 41 Prozent etwas höher als der des Londoner Büros, zu dem rechnerisch auch die Standorte Dubai und Abu Dhabi zählen. Der Umsatzanteil der Büros in den USA sank von 13 auf 11 Prozent.

Freshfields

Die nun veröffentlichten Ergebniszahlen von Freshfields Bruckhaus Deringer können sich sehen lassen: Die in britischen Pfund bilanzierende Kanzlei vermeldete für das Ende April 2009 abgelaufene Geschäftsjahr einen Umsatz von 1,29 Milliarden Pfund.

Umsatzzahlen

Rödl & Partner hat ihren weltweiten Umsatz im Geschäftsjahr 2008 in der Rechts- und Steuerberatung um 7,88 Prozent auf 108,5 Millionen Euro gesteigert. Das gab die MDP-Kanzlei mit Stammsitz in Nürnberg jüngst auf ihrer Jahrespressekonferenz bekannt. In Deutschland stieg der Umsatz in der Rechts- und Steuerberatung allerdings nur um 3,68 Prozent auf rund 63 Millionen Euro, wovon die Rechtsberatung mit rund 42 Millionen Euro den größten Teil ausmachte.

Rückschlag für Beiten

Der anerkannte Immobilienrechtler Hans Thomas Kessler wechselt als Partner mit einem größeren Team zu SJ Berwin. Für Beiten Burkhardt hatte der 42-jährige Praxisgruppenleiter in den vergangenen Jahren ein erfolgreiches Immobilienteam aufgebaut und zählte zuletzt zu den umsatzstärksten Partnern der Kanzlei. Der genaue Zeitpunkt seines Wechsels steht noch nicht fest.Gleichzeitig mit der Entscheidung Kesslers wurde bekannt, dass der SJ-Berwin-Immobilienpartner Dr. Sebastian Gronstedt (51) die Kanzlei verlassen und sich zum Oktober Haarmann anschließen wird. Ein Zusammenhang mit dem Zugang von Kessler soll jedoch nicht bestehen. Gronstedt war seit Frühjahr 2001 bei SJ Berwin.

Weltweiter Umsatz

Baker & McKenzie hat im vergangenen Geschäftsjahr, das am 30. Juni endete, weltweit rund 2,19 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet. Dies entspricht umgerechnet etwa 1,39 Milliarden Euro. Mit der Steigerung um gut 20 Prozent legte die Kanzlei damit im dritten Jahr in Folge weltweit ein zweistelliges Umsatzwachstum vor.

Luther

Luther hat im vergangenen Geschäftsjahr 12,6 Prozent mehr Umsatz als noch im Vorjahr erwirtschaftet. Damit kann die Kanzlei auf einen erfolgreichen Start in die Unabhängigkeit von Ernst & Young verweisen.Im ersten vollen Geschäftsjahr nach der Trennung von der Big-Four-Gesellschaft (2006) erwirtschaftete Luther 76,2 Millionen Euro. Das Geschäftsjahr lief Ende Juni ab.

Ergebnisse

Es waren nicht die großen Umsatzsprünge von 15, 40 und 20 Prozent aus den Jahren zuvor, aber mit immerhin gut 7 Prozent steigerte die deutsche Praxis von Mayer Brown auch im vierten Jahr in Folge ihren Umsatz. Der Gewinn der drei deutschen Büros in Frankfurt, Köln und Berlin schrumpfte 2007 dagegen investitionsbedingt von 17,8 auf 15,2 Millionen Euro.Die Kanzlei zeigte sich dennoch zufrieden mit dem Umsatz von 48,3 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2007, das bei Mayer Brown dem Kalenderjahr entspricht. Das Ergebnis von 2007 ist vor allem vor dem Hintergrund der weltweiten Finanzmarktkrise zu bewerten, denn auch im vergangenen Jahr erwirtschafteten die Bereiche Corporate und Finance den Löwenanteil des deutschen Umsatzes (54,3 Prozent). Kaum verschoben haben sich die Kräfteverhältnisse innerhalb der deutschen Praxisgruppen. Den größten Anteil am Gesamtumsatz erwirtschaftet unverändert die Corporate-Abteilung mit 38 Prozent (39,2 Prozent im Vorjahr), gefolgt von Finance mit 16,3 (16,7), IP mit 15,4 (15,8) und Immobilienrecht mit 13,2 (11).

Erfolgshonorare

Die bekannte Anlegerkanzlei Tilp Rechtsanwälte will verstärkt bei Sammelklagen in den USA und auf europäischer Ebene tätig werden. Zu diesem Zweck hat sie eine Rechtsanwalts-AG nach dem Recht des Schweizer Kantons Obwalden gegründet. Dort ist es ihr erlaubt, Erfolgshonorare zu vereinbaren und Prozesse zu finanzieren.Zu den Aktionären der Gesellschaft Tilp International AG gehört neben Andreas Tilp auch Stephan Holzinger. Der ehemalige Pressesprecher von BMW ist seit 2005 für Tilp tätig. Die neue Kanzlei wird sich schwerpunktmäßig dem verstärkten kontinentaleuropäischen Interesse an Sammelklagen in den USA widmen, aber auch bei ähnlich gelagerten Prozessen in Europa auftreten.

Umsatzzahlen

Beflügelt vom Geschäftszuwachs und der Stärke des Euros steigerte die deutsche Praxis von Lovells ihren Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr um 17,8 Prozent. Damit liegt sie über dem Gesamtwachstum der Kanzlei von 13 Prozent. Diesen beiden Angaben beruhen allerdings auf der Rechnungsgrundlage von Britischen Pfund. In Euro betrug die Steigerung soweit bekannt 12 Prozent. Damit erzielten die deutschen Lovells-Büros zwischen April 2007 und 2008 einen Umsatz von gut 163 Millionen Euro.

Carsten Koch von Leonhardt Westhelle & Partner ist vorläufiger Insolvenzverwalter der Erich Rohde KG im nordhessischen Schwalmstadt. Der bekannte Schuhhersteller hatte Mitte März Insolvenz beim Amtsgericht Marburg angemeldet, die Richter betrauten mit Koch einen gebürtigen Schwalmstädter mit der Verwaltung. Über 500 der 2.000 Rohde-Angestellten arbeiten in Deutschland, der Vorjahresumsatz lag bei 130 Millionen Euro. +++Während BenQ Mobile in Deutschland das letzte Handy produziert hat und Pluta-Verwalter Dr. Martin Prager (JUVE 11/06) mit der Verwertung der Vermögensgegenstände beginnt, hat ein juristisches Tauziehen um die Insolvenz der BenQ Mobile Holding mit Sitz in den Niederlanden begonnen. Das Amtsgericht München eröffnete ein Sekundärinsolvenzverfahren und bestellte Axel Bierbach von Müller-Heydenreich Beutler & Kollegen als vorläufigen Insolvenzverwalter für die Holding-Gesellschaft - als Nachfolger für Prager, der wegen möglicher Interessenkonflikte nach kurzer Zeit abwinken musste.