Kartellrecht

  Juve Plus Schadensersatz für Kartellopfer

Die Vergabekammer Südbayern hat dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) eine Frage vorgelegt, die Zündstoff enthält für künftige Streitigkeiten um Kartellschadensersatz: Darf ein Unternehmen von Vergabeverfahren ausgeschlossen werden, wenn es nicht umfassend Auskunft über eine frühere Kartellbeteiligung gibt? Eine Änderung im deutschen Vergaberecht legt diesen Schluss nahe. Damit könnte das Vergaberecht zu einem scharfen Schwert in der Hand von Kartellopfern werden.

  Juve Plus Schienenkartell vorm OLG

Seit drei Jahren klagen Dutzende kommunaler Verkehrsbetriebe auf Schadensersatz gegen Beteiligte des Schienenkartells. Nun gibt es die ersten Urteile von Oberlandesgerichten: Dass den Klägern ein Schaden entstanden ist, halten die Richter für plausibel. Strittig ist aber weiterhin, ob einige der Ansprüche verjährt sind. Dass der Fall vor dem Bundesgerichtshof landen wird, gilt als sicher.

Zweites Büro

Erst vor einem Jahr hat die US-Prozesskanzlei Hausfeld in Berlin ihr erstes deutsches Büro eröffnet. Im Sommer kommt als zweiter Standort Düsseldorf hinzu. Büroleiter wird Dr. Alex Petrasincu (38), der zum April vergangenen Jahres von Jones Day als Counsel ins Berliner Büro wechselte. Er wurde nun zum Partner ernannt.

  Juve Plus Zementkartell

Die Klagegesellschaft CDC hat auch ihren neuen Prozess gegen das Zementkartell in erster Instanz verloren. Vor dem Landgericht Mannheim forderte CDC rund 138 Millionen Euro Schadensersatz von HeidelbergCement. Doch die Richter haben die Klage abgewiesen. Begründung: Die Ansprüche seien verjährt. Falls CDC in Berufung geht, würde der Fall wohl bei einem Richter landen, der die Verjährungsfrage in einem früheren Verfahren anders beurteilt hat.

  Juve Plus Schienenkartell

Nach mehr als einem Jahr mit 48 Verhandlungstagen ist der Strafprozess gegen Beteiligte des Schienenkartells beendet. Das Landgericht Bochum hat das Verfahren gegen die letzten beiden von ursprünglich 14 Angeklagten Ex-Stahlmanagern eingestellt. Vor den Zivilgerichten geht die Aufarbeitung des Schienenkartells aber weiter.

  Juve Plus Wälzlagerkartell

Dass Autohersteller ihre Zulieferer vor Gericht bringen, ist selten – aber es kommt vor: Peugeot-Citroën und BMW haben vor Londoner Gerichten mehrere Hersteller von Wälzlagern auf Kartellschadensersatz verklagt. Die Klagen sind nur die Spitze des Eisbergs: Zahlreiche Autobauer und Zulieferer verhandeln diskret mit den Kartellanten über Schadensersatz. Nach JUVE-Informationen sind mindestens ein Dutzend Kartellrechtspraxen beteiligt. VW schreibt das Mandat gerade groß aus.

Kommentar

Eine Ministererlaubnis ermöglicht es der Politik, sich im Sinne des Gemeinwohls über die kalte Marktlogik des Kartellamts hinwegzusetzen. Klingt vernünftig, ist es aber meistens nicht. Das zeigt das Edeka-Tengelmann-Gezerre eindrucksvoll.

  Juve Plus Kurzarbeit

Kurzarbeit in Emden, Lieferschwierigkeiten bei den Werken in Kassel und Wolfsburg – zwei Zulieferfirmen legen die Produktion von Volkswagen lahm. Sowohl der Hersteller für Sitzbezüge, Car Trim, als auch der Getriebelieferant ES Automobilguss liefern seit einiger Zeit keine Teile mehr an VW. Das betrifft in Emden rund 10.000 VW-Beschäftigte und angeschlossenen Firmen und bedeutet Millionenschäden für den Autobauer. Dieser versucht in der Zwischenzeit, die säumigen Zulieferer per Gericht zur Lieferung zu zwingen.

Interview zur 9. GWB-Novelle

Das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen wird reformiert. Seit Kurzem liegt der Referentenentwurf zur 9. GWB-Novelle vor. Die Kartellrechtsreform sieht Präzisierungen beim Kartellschadensersatz und beu Fusionskontrollen in der Internetwirtschaft vor. Zudem soll die sogenannte Wurstlücke geschlossen werden. Ein Zankapfel der vergangenen Monate wird aber nicht angefasst: die Ministererlaubnis. Im JUVE-Interview spricht Dr. Harald Kahlenberg, Kartellrechtspartner bei CMS Hasche Sigle, über die geplante Reform.

Kartellrecht

Allen & Overy verstärkt zum August ihre Kartellrechtspraxis mit einem namhaften Zugang: Von White & Case wechselt Dr. Börries Ahrens, der mit seiner Arbeit für Edeka im kartellrechtlichen Streit um den Kauf von Tengelmann-Märkten besonders profiliert im Markt unterwegs war. White & Case verliert mit Ahrens die bisher zentrale Figur ihrer deutschen Kartellrechtspraxis.

Kartellrecht

Die Münchner Kartellrechtsboutique Buntscheck verstärkt sich zum Juli auf Partnerebene: Dr. Tatjana Mühlbach (43) wechselt von Milbank Tweed Hadley & McCloy, wo sie als Associate der renommierten Kartellrechtspraxis angehörte.