Insolvenzen

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Der Automobilzulieferer Neumayer Tekfor hat sich Ende Juni mit seinen Gesellschaftern und Hauptkreditgebern auf eine neue Kapitalstruktur geeinigt. Der Einigung war ein Moratorium vorausgegangen, ohne dass die Neumayer-Gruppe vermutlich Insolvenz hätte anmelden müssen. Der Kern der Restrukturierung besteht in einer Finanzspritze von 42 Millionen Euro an neuem Kapital durch den Hauptgesellschafter, Barclays Private Equity, sowie durch die kreditgebenden Banken. Außerdem verzichten auch weitere Private-Equity-Gesellschaften auf Darlehensforderungen: Die Minderheitsgesellschafter Gartmore, Nationwide und GIC Special Investments sowie Mezzanine-Darlehensgeber wie Axa Private Equity Mezzanine.

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Der US-Aluminiumkonzern Alcoa hat im Rahmen einer Restrukturierung seine Kabel- und Elektroniksparte an die kalifornische Beteiligungsgesellschaft Platinum Equity verkauft.

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Die baden-württembergische Oberflächenveredler Süddekor hat seine Fremdfinanzierung umstrukturiert. Süddekor gehört zur 2D-Holding, die wiederum ein Portfoliounternehmen des Investors Quadriga Capital ist. Die vorausgegangene Finanzierung bestand aus drei Teilen. Diese drei Kreditlinien hatten ursprünglich das Volumen eines mittleren dreistelligen Millionenbetrags. Das Senior-Darlehen hatte ein Konsortium um die inzwischen von der Commerzbank übernommene Dresdner Bank gestellt, darüber hinaus hatten MezzInvest und Oaktree je etwa zur Hälfte Darlehen in Form eines Second Liens und einer Mezzanine-Finanzierung gewährt.

Arcandor

Der Düsseldorfer Anwalt Horst Piepenburg hat gestern sein Mandat als Generalbevollmächtigter des Arcandor-Vorstands niedergelegt. Der Konzern teilte mit, dass der 55-jährige Namenspartner der Kanzlei Piepenburg - Gerling die Restrukturierung nur noch als Berater unterstützen wird.Der Rückzug des angesehenen Sanierungsprofis nährt Spekulationen, nach denen für das Arcandor-Insolvenzverfahren nicht mehr ein Insolvenzplan mit Eigenverwaltung angestrebt wird. Diese Lösung wäre die Methode der Wahl gewesen, wenn es um die Erhaltung des Konzerns als Ganzes ginge: Der Vorstandsvorsitzende von Arcandor, Dr. Karl Gerhard Eick wäre im Amt geblieben, möglicherweise mit einem Chief Restructuring Officer (CRO) in Person Piepenburgs an seiner Seite. Der bislang vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Klaus Hubert Görg wäre nur noch als Sachwalter aufgetreten, um die Erfüllung des Insolvenzplans zu überwachen.

Harter Schlag für Clifford

Kolja von Bismarck (50) wechselt von Clifford Chance zu Linklaters. Damit verliert Clifford die Leitfigur ihrer Restrukturierungs- und Insolvenzpraxis. Der genaue Zeitpunkt des Wechsels steht noch nicht fest.Von Bismarck ist einer der profiliertesten deutschen Restrukturierungsanwälte. Er ist seit zwölf Jahren Partner bei Clifford beziehungsweise der Vorgängerkanzlei Pünder Volhard Weber & Axster. Die Liste seiner Restrukturierungsmandate ist lang: Zuletzt beriet von Bismarck GM Europe bei den Rettungsaktionen für Opel, ein Bankenkomitee bei der Restrukturierung des Dachziegelherstellers Monier sowie dem Vernehmen nach Metro bei ihrer Kaufofferte für die Karstadt-Warenhäuser. Er engagiert sich außerdem für Reformen des Insolvenzrechts, etwa über die Turnaround Management Association. Zusammen mit Dr. Lars Westpfahl von Freshfields Bruckhaus Deringer präsentierte er Anfang des Jahres vor verschiedenen politischen Gremien in Berlin Vorschläge zu einer schnellen Anpassung des Insolvenzrechts an die Krisenlage.

Frankfurt

Zum dritten Mal in kurzer Folge öffnet K&L Gates in Deutschland ihre Türen für einen Quereinsteiger: Volker Gattringer, bislang bei dem auf Distressed-Debt-Transaktionen spezialisierten Finanzinvestor Strategic Value Partners tätig, verstärkt seit Anfang Juli in Frankfurt die Corporate-Praxis. Gattringer soll vor allem Restrukturierungen und Transaktionen im Distressed-Bereich betreuen, ein Geschäftsfeld, das bislang noch nicht zu den Schwerpunkten der Kanzlei gehörte. Für K&L Gates stelle der Neuzugang "einen wichtigen Baustein zur Verstärkung unseres Beratungsspektrums für die Bereiche Restrukturierung und Distressed Transactions dar, welche nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Finanzkrise weiter an Bedeutung gewinnen werden", sagte Dr. Rüdiger von Hülst, geschäftsführender Partner in Deutschland.

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Der Schweizer Flughafen-Service-Dienstleister Swissport hat sein Deutschlandgeschäft restrukturiert. Das Unternehmen gliederte als Kernstück der Transaktion sein gesamtes Passagierabfertigungsgeschäft an den Wettbewerber AHS Aviation Handling Services aus. AHS ist künftig an den vierzehn größten deutschen Flughäfen für die Abfertigung von Passagieren und Flugzeugen zuständig und übernahm rund 700 Mitarbeiter. Swissport zählt weltweit mit mehr als 33.000 Mitarbeitern zu den größten Anbieten von Bodenabfertigungsleistungen im Luftverkehr. (René Bender)

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Der Münchner Investor Stargate Capital hat den insolventen schwäbischen Werkzeugmaschinenhersteller Gehring erworben. Verkäufer war der Insolvenzverwalter Dr. Tibor Braun.Die bisherigen Poolbanken, Baden-Württembergische Bank, Kreissparkasse Esslingen und die Deutsche Bank stellten für die Transaktion eine Neufinanzierung zur Verfügung. Gehring stellt Honmaschinen her, die weltweit vor allem im Bau von Automobilmotoren eingesetzt werden.

  Juve Plus Krimi im Kanzleramt

Karneval der Kulturen oder Tango-Festival? Das Berliner Veranstaltungsprogramm an Pfingsten war vielversprechend. Aber die Gesellschaftsrechtler Dr. Ingo Klöcker und Dr.Harald Selzner von Hengeler Mueller bzw. Shearman & Sterling sowie Clifford Chance-Restrukturierungsexperte Kolja von Bismarck hatten keine Wahl. Ihr Ziel am Samstagmorgen hieß Behrenstraße 42. Ein sandfarbener Gründerzeitbau, in dem sich das Berliner Büro von Hengeler befindet. Nicht einmal 48 Stunden blieben ihnen um den Weg frei zu machen für einen Verkauf der Adam Opel GmbH an den letzten noch verbliebenen Bieter, eine Investorengruppe um den österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna und die russische Sberbank. Es sollte verhindert werden, dass der angeschlagene Autobauer in den Strudel der Insolvenz seiner der amerikanischen Muttergesellschaft General Motors (GM) gerät.

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Die Kreditgeber des angeschlagenen Automobilzulieferers Honsel haben den Weg für die Rettung des angeschlagenen Unternehmens freigemacht und einem Sanierungskonzept zugestimmt. Durch einen Tausch der Schulden in Eigenkapital (Debt-for-Equity-Swap) werden 49 Prozent der Anteile auf die vorrangigen Gläubiger übertragen. Dabei sinkt der Honsel-Schuldenstand von 510 auf 140 Millionen Euro. Durch die Umschuldung muss sich der Hauptgeldgeber, der Private-Equity-Investor Ripplewood Holding Japan International (RHJ), die Honsel-Gruppe künftig mit anderen Gläubigern teilen. RHJ investierte weitere 50 Millionen Euro und bleibt damit mit 51 Prozent der Anteile Mehrheitsaktionär.

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Die beiden Finanzinvestoren Oaktree Capital und Irving Place Capital haben den US-Verpackungshersteller Chesapeake aus der Insolvenz gekauft. Zusammen mit dem Verkauf wurde auch die Reorganisation des US-Geschäfts der Firma beendet und Chesapeake von einem in den USA börsennotierten Unternehmen in eine private Kapitalgesellschaft mit Hauptsitz in Europa umgewandelt. Chesapeake produziert hochwertige Karton-Spezialverpackungen wie Faltschachteln, Prospekte und Etiketten für die Märkte Pharmaka, Süßwaren und Getränke. Weltweit produziert das Unternehmen an rund 40 Standorten und beschäftigt etwa 5.550 Mitarbeiter. Die deutsche Tochter Chesapeake Deutschland ist Marktführer im Bereich Süßwarenverpackungen und beliefert nahezu alle namhaften internationalen Kunden der Süßwarenindustrie. Zuletzt setzte das Unternehmen hierzulande mehr als 70 Millionen Euro um.