Insolvenzen

Harter Schlag für Clifford

Kolja von Bismarck (50) wechselt von Clifford Chance zu Linklaters. Damit verliert Clifford die Leitfigur ihrer Restrukturierungs- und Insolvenzpraxis. Der genaue Zeitpunkt des Wechsels steht noch nicht fest.Von Bismarck ist einer der profiliertesten deutschen Restrukturierungsanwälte. Er ist seit zwölf Jahren Partner bei Clifford beziehungsweise der Vorgängerkanzlei Pünder Volhard Weber & Axster. Die Liste seiner Restrukturierungsmandate ist lang: Zuletzt beriet von Bismarck GM Europe bei den Rettungsaktionen für Opel, ein Bankenkomitee bei der Restrukturierung des Dachziegelherstellers Monier sowie dem Vernehmen nach Metro bei ihrer Kaufofferte für die Karstadt-Warenhäuser. Er engagiert sich außerdem für Reformen des Insolvenzrechts, etwa über die Turnaround Management Association. Zusammen mit Dr. Lars Westpfahl von Freshfields Bruckhaus Deringer präsentierte er Anfang des Jahres vor verschiedenen politischen Gremien in Berlin Vorschläge zu einer schnellen Anpassung des Insolvenzrechts an die Krisenlage.

Frankfurt

Zum dritten Mal in kurzer Folge öffnet K&L Gates in Deutschland ihre Türen für einen Quereinsteiger: Volker Gattringer, bislang bei dem auf Distressed-Debt-Transaktionen spezialisierten Finanzinvestor Strategic Value Partners tätig, verstärkt seit Anfang Juli in Frankfurt die Corporate-Praxis. Gattringer soll vor allem Restrukturierungen und Transaktionen im Distressed-Bereich betreuen, ein Geschäftsfeld, das bislang noch nicht zu den Schwerpunkten der Kanzlei gehörte. Für K&L Gates stelle der Neuzugang "einen wichtigen Baustein zur Verstärkung unseres Beratungsspektrums für die Bereiche Restrukturierung und Distressed Transactions dar, welche nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Finanzkrise weiter an Bedeutung gewinnen werden", sagte Dr. Rüdiger von Hülst, geschäftsführender Partner in Deutschland.

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Der Schweizer Flughafen-Service-Dienstleister Swissport hat sein Deutschlandgeschäft restrukturiert. Das Unternehmen gliederte als Kernstück der Transaktion sein gesamtes Passagierabfertigungsgeschäft an den Wettbewerber AHS Aviation Handling Services aus. AHS ist künftig an den vierzehn größten deutschen Flughäfen für die Abfertigung von Passagieren und Flugzeugen zuständig und übernahm rund 700 Mitarbeiter. Swissport zählt weltweit mit mehr als 33.000 Mitarbeitern zu den größten Anbieten von Bodenabfertigungsleistungen im Luftverkehr. (René Bender)

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Der Münchner Investor Stargate Capital hat den insolventen schwäbischen Werkzeugmaschinenhersteller Gehring erworben. Verkäufer war der Insolvenzverwalter Dr. Tibor Braun.Die bisherigen Poolbanken, Baden-Württembergische Bank, Kreissparkasse Esslingen und die Deutsche Bank stellten für die Transaktion eine Neufinanzierung zur Verfügung. Gehring stellt Honmaschinen her, die weltweit vor allem im Bau von Automobilmotoren eingesetzt werden.

  Juve Plus Krimi im Kanzleramt

Karneval der Kulturen oder Tango-Festival? Das Berliner Veranstaltungsprogramm an Pfingsten war vielversprechend. Aber die Gesellschaftsrechtler Dr. Ingo Klöcker und Dr.Harald Selzner von Hengeler Mueller bzw. Shearman & Sterling sowie Clifford Chance-Restrukturierungsexperte Kolja von Bismarck hatten keine Wahl. Ihr Ziel am Samstagmorgen hieß Behrenstraße 42. Ein sandfarbener Gründerzeitbau, in dem sich das Berliner Büro von Hengeler befindet. Nicht einmal 48 Stunden blieben ihnen um den Weg frei zu machen für einen Verkauf der Adam Opel GmbH an den letzten noch verbliebenen Bieter, eine Investorengruppe um den österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna und die russische Sberbank. Es sollte verhindert werden, dass der angeschlagene Autobauer in den Strudel der Insolvenz seiner der amerikanischen Muttergesellschaft General Motors (GM) gerät.

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Die Kreditgeber des angeschlagenen Automobilzulieferers Honsel haben den Weg für die Rettung des angeschlagenen Unternehmens freigemacht und einem Sanierungskonzept zugestimmt. Durch einen Tausch der Schulden in Eigenkapital (Debt-for-Equity-Swap) werden 49 Prozent der Anteile auf die vorrangigen Gläubiger übertragen. Dabei sinkt der Honsel-Schuldenstand von 510 auf 140 Millionen Euro. Durch die Umschuldung muss sich der Hauptgeldgeber, der Private-Equity-Investor Ripplewood Holding Japan International (RHJ), die Honsel-Gruppe künftig mit anderen Gläubigern teilen. RHJ investierte weitere 50 Millionen Euro und bleibt damit mit 51 Prozent der Anteile Mehrheitsaktionär.

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Die beiden Finanzinvestoren Oaktree Capital und Irving Place Capital haben den US-Verpackungshersteller Chesapeake aus der Insolvenz gekauft. Zusammen mit dem Verkauf wurde auch die Reorganisation des US-Geschäfts der Firma beendet und Chesapeake von einem in den USA börsennotierten Unternehmen in eine private Kapitalgesellschaft mit Hauptsitz in Europa umgewandelt. Chesapeake produziert hochwertige Karton-Spezialverpackungen wie Faltschachteln, Prospekte und Etiketten für die Märkte Pharmaka, Süßwaren und Getränke. Weltweit produziert das Unternehmen an rund 40 Standorten und beschäftigt etwa 5.550 Mitarbeiter. Die deutsche Tochter Chesapeake Deutschland ist Marktführer im Bereich Süßwarenverpackungen und beliefert nahezu alle namhaften internationalen Kunden der Süßwarenindustrie. Zuletzt setzte das Unternehmen hierzulande mehr als 70 Millionen Euro um.

Nordrhein-Westfalen

Die Krefelder Kanzlei Stock Tömp Rechtsanwälte und der Kölner Insolvenzverwalter Dr. Christoph Niering schließen sich zum Juli zusammen.Die neue Einheit mit dem Namen Niering Stock Tömp Insolvenzverwaltungen zählt dann acht Anwälte, darunter die drei Namenspartner, sowie sechs Diplom-Wirtschaftsjuristen. Die engen Verbindungen, die Niering zur Kölner Kanzlei Hecker Werner Himmelreich unterhält, bleiben mit dem Zusammenschluss bestehen. Als äußeres Zeichen der fortgesetzten Kooperation beziehen die Insolvenzverwalter neue Räume im gleichen Gebäude wie die Hecker-Anwälte, die vor kurzem in Köln umgezogen sind.

Bremen

Zwei Partner der traditionsreichen Bremer Kanzlei Ganten Hünecke Bieniek & Partner verlassen die Sozietät zum Juli und machen sich unter dem Namen Kiene & Linnertz in der Hansestadt selbstständig. Die beiden Gesellschaftsrechtler Dr. Monique Linnertz (39) und Gerd Kiene (64), der auch zum Insolvenzrecht und privaten Baurecht berät sowie gleichzeitig Notar ist, konzentrieren sich auf die Beratung mittelständischer Unternehmen.Die beiden Anwälte waren erst vor rund vier Jahren zu der auf Bau- und Immobilienrecht spezialisierten Kanzlei gestoßen. Ganten ist zudem für die Bereiche Projektbegleitung sowie Akquisitionsfinanzierung bekannt. "Die erhofften Synergien haben sich nicht ergeben", sagte Kiene, der damals mit Linnertz von Lüthke Kleinschmidt & Partner gekommen war. "Uns ist angekündigt worden, man wolle gemeinsam ein großes Franchising-Mandat bearbeiten. Dazu ist es aber nie gekommen", sagte Linnertz, die auch zu Vertriebssystemen berät.

  Juve Plus Machtkampf um Monier

Beim finanziell angeschlagenen Dachziegelhersteller Monier aus Oberursel kündigt sich ein Eigentümerwechsel an. Im Rahmen einer finanziellen Restrukturierung wollen die vorrangigen Gläubiger unter Führung der Distressed-Investoren Apollo Management, Tower Brook Capital und York Capital das Ruder übernehmen. Die frühere Lafarge-Tochter Monier gehört seit April 2007 dem französischen Private-Equity-Haus PAI Partners. Laut Presseberichten leidet der Baustoffproduzent unter einer Verschuldung von 2,1 Milliarden Euro.PAI übernahm Monier für 2,4 Milliarden Euro und hatte dem Unternehmen diese Verschuldung aufgebürdet. Das Private-Equity-Haus hatte anfänglich rund 200 Millionen Eigenkapital in Monier gesteckt und im Anschluss nachrangige Verbindlichkeiten von 25 Millionen Euro aufgekauft. Jedoch kam es aufgrund der Wirtschaftskrise zu einem deutlichen Umsatzrückgang bei Monier. Zudem werden Ende diesen Monats zahlreiche Kreditbedingungen gebrochen. So zeichnet sich ab, dass Monier fällige Zinsen nicht wird zahlen können, was die Unternehmensführung jedoch entschieden zurückweist.

Frankfurt

Die Insolvenzkanzlei Thierhoff Illy & Partner hat sich in Frankfurt mit einem Quereinsteiger auf Partnerebene verstärkt. Im Mai kam mit Gerret Höher (36) ein langjähriger Partner von Bernsau & Lautenbach. Höher ist sowohl in der Sanierungsberatung als auch in der Insolvenzverwaltung tätig. Er zählt allerdings bislang nicht zu den prominenten Verwaltern im Rhein-Main-Gebiet. Schwerpunkte seiner Tätigkeit sind die Zwangsverwaltung und die Testamentsvollstreckung.