Insolvenzen

Hertie-Insolvenz

Das Amtsgericht Essen hat Ende Juli Dr. Biner Bähr von White & Case zum vorläufigen Insolvenzverwalter der Kaufhauskette Hertie bestellt.Hertie-Kaufhäuser gibt es an 73 Standorten in Deutschland, über 4.000 Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Erst im Februar hatte die Firma eine neue Zentrale in Essen-Kettwig bezogen, dort arbeiten 130 Angestellte. Presseberichten zufolge macht Hertie im operativen Geschäft hohe Verluste, diese sollen für das laufende Jahr eine Höhe von 30 Millionen Euro erreicht haben.

  Juve Plus

Die Autohandelsgruppe MAG Metz hat größere Teile des Autohauses Georg von Opel aus der Insolvenz erworben. Nach seinem Insolvenzantrag vor zwei Jahren war das traditionsreiche Autohaus unter dem Namen G. V. O. neu gegründet und vom Insolvenzverwalter mit Hilfe des Interims-Managers Klaus Schroff fortgeführt worden. Von ursprünglich 26 Standorten wurde im Sanierungsprozess ein Großteil geschlossen oder verkauft. 265 von einst 730 Arbeitsplätzen sowie sieben von neun restlichen Standorten im Rhein-Main-Gebiet bleiben durch den jetzigen Verkauf erhalten.

Insolvenzrecht

Fünf deutsche Insolvenzverwalter, die bislang vor allem regional tätig waren, haben eine bundesweite Allianz gegründet. Unter dem Namen Insolgroup kooperieren bekannte Namen: Dr. Jürgen Blersch und Hans-Wilhelm Goetsch (BGP Blersch Goetsch Partner), Hans Pöllmann (Einzelkanzlei), Jörn Weitzmann (Kilger & Fülleborn) sowie Andreas Amelung (Amelung Brüning Werner). In dieser Zusammensetzung decken die Gründer im wesentlichen das Rhein-Main-Gebiet, München, Hamburg und Köln ab. Sie wollen ihre Verfahren nach klar definierten Standards und Workflows bearbeiten.

Maxdata-Insolvenz

Der Computerproduzent Maxdata hat Insolvenzantrag gestellt. Verwalter des Marler Unternehmens ist Dr. Winfrid Andres, Namenspartner der Sozietät Andres Schneider, der in der vergangenen Woche vom Amtsgericht Essen bestellt wurde.Betroffen von der Insolvenz sind mehrere deutsche Gesellschaften der Maxdata-Gruppe sowie alle Auslandsgesellschaften mit Ausnahme der Töchter in den Niederlanden und der Schweiz. Maxdata produziert unter anderem Monitore der Marke Belinea und hatte 2007 einen Umsatz von 468 Millionen Euro erzielt. Aktuell beschäftigt die Gesellschaft rund 900 Mitarbeiter.

Im Insolvenzfall der Göttinger Gruppe ist Prof. Rolf Rattunde von Leonhardt Westhelle seit Juni auch Verwalter der wichtigsten Gruppengesellschaft Securenta. Er löst den bisherigen Insolvenzverwalter, Steuerberater Peter Knöpfel von der Treugarant AG, ab.Knöpfel selbst hatte nach langen Streitigkeiten mit Anlegeranwälten und einer abgebrochenen Gläubigerversammlung seine Bestellung zurückgegeben, das Amtsgericht Göttingen beauftragte Rattunde. Der ist bereits seit einem Jahr Verwalter der Göttinger Gruppe Finanzholding in Berlin. Beobachter hatten Mitte 2007 mit Kopfschütteln auf die mangelnde Zusammenarbeit der Insolvenzgerichte reagiert, die es versäumten, die Insolvenzen beider Gesellschaften an einem Standort und bei einem Verwalter zu bündeln. Das Berliner Verfahren betrifft rund 90.000 Gläubiger, in Göttingen warten 250.000 Securenta-Anleger auf Geld. Insgesamt sind vermutlich 1,5 Milliarden Euro verschwunden. Über die Bewertung der Forderungen herrscht Uneinigkeit: Wenn die Anleger als stille Teilhaber behandelt werden, könnten ihnen neben den Verlusten sogar noch Nachforderungen drohen. Können sie als normale Gläubiger auftreten, bliebe ihnen das erspart. +++

Dr. Stephan Eilers (48) ist Vorsitzender des Finance Committee von Freshfields. Das neunköpfige Gremium ist weltweit verantwortlich für die Kanzleifinanzen, also etwa Umsatzerfassung, Steuern und Rechnungslegung. Eilers ist im Juni seit zehn Jahren Mitglied und wurde kürzlich für eine weitere Amtszeit von den Seniorpartnern eingesetzt. Der Kölner Steuerrechtspartner gehörte auch bei der Restrukturierung der Partnerschaft und der Umstellung des Pensionssystems zum engeren Kreis der Entscheidungsträger. JUVE: Herr Dr. Eilers, welche Rolle spielen Währungsschwankungen in der Finanzplanung und -analyse einer internationalen Kanzlei?

Paris

Das Pariser Büro von Clifford Chance verstärkt sich zum Juli mit dem deutschen Restrukturierungsexperten Dr. Reinhard Dammann. Der 48-Jährige kommt von White & Case in Paris, für die er fast 20 Jahre lang tätig war.Dammann, der sowohl in Frankreich als auch in Deutschland als Anwalt zugelassen ist, steigt als Partner in der Praxisgruppe Konfliktlösung/Arbitration ein.

Berlin

Die Berliner Medien- und Immobilienkanzlei Merleker & Mielke baut mit der neuen Partnerin Anna Leonhardi (37) ein eigenständiges Ressort für Insolvenzrecht auf.Leonhardi wechselte im Mai mit zwei Mitarbeiterinnen von der Insolvenzkanzlei Dr. Petereit & Armbrüster, für die sie seit 2003 den Standort Berlin mit aufgebaut hatte. Zuvor sammelte Leonhardi, die auch als Insolvenzverwalterin bestellt wird, Berufserfahrung auf den Gebieten Bankrecht und Forderungsmanagement bei der Deutschen Bank.

  Juve Plus

Hitachi Power Europe, eine Kraftwerke-Tochter des japanischen Elektronikkonzerns Hitachi, hat das insolvente Darmstädter Traditionsunternehmen Donges Stahlbau gekauft. Donges hatte Mitte März Insolvenz anmelden müssen. Der Kauf erfolgte über die neugegründete Donges Steeltec GmbH, die den Betrieb fortsetzen wird. Die rund 320 Arbeitnehmer wurden übernommen.

  Juve Plus

Das Versandhandelsunternehmen Neckermann.de hat Mitte April weitreichende Restrukturierungsmaßnahmen angekündigt. Im Mittelpunkt der Pläne steht eine umfassende Kostenreduzierung.

Insolvenzrecht

Aus der Mitte 2007 begonnenen Insolvenz-Kooperation der Berliner Verwalterin Vera Mai mit dem Münsteraner Berufskollegen Michael Mönig und dem früheren Richter am Landgericht Wolfgang Fahlbusch ist jetzt formell die Kanzlei mmf entstanden.Mönig arbeitete parallel zu der Kooperation bis Ende Februar Partner bei der Kanzlei kwm in Münster, die er mit gegründet hatte. Er schied dort nun mit drei weiteren Anwälten aus, die bei mmf Partner sind. Es handelt sich um Dr. Carsten Wirth, Martin Voß und Jürgen Althaus sowie fünf Associates. Nach den Abgängen hat kwm mit 17 Berufsträgern an den drei Standorten Münster, Berlin und Hamburg eine medizin- und allgemein wirtschaftsrechtliche Ausrichtung.