Insolvenzen

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Der ehemalige Tennisprofi Boris Becker haftet nicht für die Millionenverluste des insolventen Internetportals Sportgate. Das OLG München wies die Klage des Insolvenzverwalters, der wie in den Vorinstanzen die Zahlung von 1,5 Millionen Euro verlangte, fast vollständig ab. Damit beendete das Gericht einen mehr als drei Jahre andauernden Rechtsstreit.Das Unternehmen Sportgate AG war im März 2001 von dem Unternehmer Paulus Neef als Internetportal für die rund 87.000 Vereine des Deutschen Sportbunds gegründet worden und sollte Amateursportler als Kontaktnetz dienen. Bereits im Jahr 2000 hatte Neef das Sportidol Becker als Repräsentant für seine Kampagne gewinnen können. Becker war mit rund fünf Prozent Eigenkapital an Sportgate beteiligt und hatte im Juli 2000 – noch bevor das Unternehmen im Handelsregister eingetragen worden war – eine Haftungsvereinbarung unterschrieben. Bereits im August 2001 hatte die Sportgate AG Insolvenz angemeldet. Fortan hatte der Insolvenzverwalter des Unternehmens von Becker in mehreren Instanzen einen Verlustausgleich von 1,5 Millionen Euro gefordert.

Das Amtsgericht Ravensburg hat im Insolvenzverfahren der Baugesellschaft Carl Platz den Neu-Ulmer Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Arndt Geiwitz von SKP Schneider Geiwitz & Partner mit der Verwaltung beauftragt.Das Unternehmen Platz aus Bad Saulgau, das vor allem Fertigbau-Eigenheime für zahlungskräftige Käufer herstellt, beschäftigt über 220 Mitarbeiter. Es hatte bis Ende August versucht, eine Finanzierungslücke zu schließen, die durch ein Projekt in Konstanz aufgetreten war. In der Kalkulation für ein Studentenwohnheim in der Universitätsstadt am Bodensee waren die Kosten offenbar viel zu niedrig angesetzt worden. Nachdem die Firma die nötigen Finanzmittel kurzfristig nicht beschaffen konnte, soll nun über das Insolvenzverfahren eine Sanierung erreicht werden. Nach Auskunft Geiwitz’ wird der Geschäftsbetrieb ohne Einschränkungen aufrecht erhalten und parallel mit potenziellen Investoren gesprochen.+++

  Juve Plus BenQ-Nachwehen

Der Insolvenzverwalter des Mobiltelefonherstellers BenQ hat mehrere Klagen gegen den taiwanesischen Mutterkonzern beim Landgericht München eingereicht. Presseberichten zufolge macht Dr. Martin Prager rund 106 Millionen Euro geltend. Bereits im Juli hatte der Insolvenzverwalter zwei Klagen erhoben. Der Grund: Die BenQ Corporation soll vor der Pleite ihrer deutschen Tochter bis zu einer halben Milliarden Euro an den Stammsitz in Taipeh verlagert haben.

Nicht weniger als sieben Insolvenzverwalter von White & Case kümmern sich um die Holding und verschiedene Tochtergesellschaften der Schieder-Möbel-Gruppe. Neben Dr. Sven Undritz, der im bereits eröffneten Verfahren über die Muttergesellschaft die Zügel in der Hand hält, bestellte das Amtsgericht Detmold auch Dr. Klaus Pannen, Dr. Biner Bähr, Claudia Jansen, Bettina Schmudde, Dr. Martin Heidrich und Sylvia Fiebig für insgesamt siebzig Produktions- und Vertriebsgesellschaften im gesamten Bundesgebiet. Mitte Juni war das Vorhaben gescheitert, Europas größten Möbelhersteller vor einer Insolvenz zu retten.

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Der Automobilzulieferer Schefenacker hat seine finanzielle Restrukturierung in Abstimmung mit den belieferten Automobilherstellern Ende Juni abgeschlossen. Das Unternehmen hatte sich zuvor mit seinen Gläubigern, zu denen zwischenzeitlich auch ein Fonds des Mischkonzerns General Electric gehört hatte, auf eine Refinanzierung und Rekapitalisierung von Verbindlichkeiten in Höhe von rund 500 Millionen Euro geeinigt.

Trennung bei Metzeler van Betteray

Metzeler van Betteray, eine der wichtigsten Insolvenzverwalterkanzleien Deutschlands, bricht auseinander. Die Namenspartner Friedrich Wilhelm Metzeler (74) und Wolfgang van Betteray (60) gehen nach über 30 Jahren getrennte Wege. Damit bestätigten sich im Markt seit Monaten anhaltende Spekulationen.Seniorpartner Metzeler teilte mit, dass van Betteray sein Ausscheiden bereits vor längerer Zeit angekündigt habe. Diesen Entschluss bedauere er, da das "bundesweite Renommee unserer Sozietät" auch auf den Leistungen, dem Einsatz und der Persönlichkeit von van Betteray beruhe.

Mit Hilfe der Öffenlichkeit will Heros-Insolvenzverwalter Manuel Sack von Brinkmann & Partner, rund 90 Millionen Euro auffinden, die bislang in der Insolvenzmasse des im Februar 2006 insolvent gewordenen Geldtransportunternehmens fehlen. Zusammen mit der von ihm beauftragten Kanzlei Görling lobte Sack eine Belohnung von bis zu 18 Millionen Euro aus. Jeder Hinweis, der zu einem Rückfluss zur Insolvenzmasse führt, wird mit 20 Prozent der rückgeführten Summe honoriert. Das Vorgehen ist mit dem Gläubigerausschuss und den Strafverfolgungsbehörden abgestimmt.

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Die Joop! GmbH hat ihren Gesellschafterkreis und Markenbereich restrukturiert. Die Gesellschafterin Coty Inc. hat ihre Anteile an dem Hamburger Modeunternehmen an die beiden bisherigen Mitgesellschafter und Hauptlizenznehmer EganaGoldpfeil Europe (Holdings) GmbH) und Strellson übertragen.Im Gegenzug erwarb Coty den Markenbereich Kosmetik, für den sie bislang Lizenznehmerin war. Die Lizenz für den Bereich Accessoires bleibt weiter bei EganaGoldpfeil, die für Textil bei Strellson.

Michael Bremen und Peter Houben von der Kanzlei Klopp Bremen Houben sind Insolvenzverwalter bei dem privaten Postdienstleister Jurex. Das Amtsgericht Mönchengladbach setzte die beiden Düsseldorfer Anwälte bei dem Erkelenzer Unternehmen ein, das Presseberichten zufolge in Zahlungsschwierigkeiten geraten war, nachdem Banken neue Kredite verweigert hatten. Jurex hat sich auf förmliche Zustellungen mit Urkunde spezialisiert, die im Auftrag von Behörden und Gerichten erledigt werden. In rund 55 Niederlassungen bundesweit sind 1.150 Mitarbeiter beschäftigt, über deren niedrige Entlohnung in der Vergangenheit mehrfach in der Presse berichtet worden war. Die Geschäftsführer wollen ihre Suche nach einem strategischen Investor parallel zum Insolvenzverfahren fortsetzen.+++

Kanzleikette Juraxx

Die in Schwierigkeiten geratene Kanzleikette Juraxx wird in die Insolvenz gehen. Parallel zum vorläufigen Insolvenzverfahren wird ein Sanierungskonzept umgesetzt, demzufolge zumindest ein Teil der insgesamt 34 Standorte unter gemeinsamer Marke fortgeführt werden kann. Die Sanierungslösung wurde wie am vergangenen Donnerstag gemeldet von Aderhold v. Dalwigk Knüppel erstellt und sieht neben dem Fortbestand eines bundesweiten Verbundes außerdem vor, dass einige der Juraxx-Büros in die Hände der lokal beteiligten Anwälte übergeben werden.

Spin-off bei White & Case

Drei Local Partner aus dem Hamburger Büro von White & Case machen sich Anfang Juli in eigener Kanzlei selbstständig: Die beiden Gesellschaftsrechtler Dr. Edzard Schmidt-Jortzig (37) und Dr. Bjarne Petersen (37) gründen zusammen mit dem Insolvenzspezialisten Dr. Dietmar Penzlin die Kanzlei Schmidt-Jortzig Petersen Penzlin.Als of Counsel unterstützt zudem der ehemalige Bundesjustizminister Dr. Edzard Schmidt-Jortzig sen. (65) die junge Sozietät.