Insolvenzen

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Die Restrukturierung der Hotelgruppe Dorint AG ist mit einer Aufteilung der 93 Hotels auf zwei Gesellschaften abgeschlossen worden. 41 Häuser gehen an eine neue Tochtergesellschaft des bisherigen Dorint-Mehrheitsaktionärs Dr. Ebertz & Partner namens Neue Dorint GmbH. Die verbleibenden 52 Betriebe mit einem Jahresumsatz von rund 300 Millionen Euro führt der französische Hotelkonzern Accor unter den Markennamen Sofitel, Mercure und Novotel weiter. Die Restrukturierung schloss eine Vereinbarung mit dem Hotelbetreiber Interconti ein.

Christopher Seagon von Wellensiek, seit November 2006 bereits Insolvenzverwalter der ISE Intex in Morsbach, ist Ende Januar als Verwalter für zwei weitere Unternehmen der ISE-Gruppe bestellt worden. Das Amtsgericht Bonn setzte ihn für die in Bergneustadt ansässigen Gesellschaften ISE Innomotive Systems Europe und ISE Industries ein. Betroffen sind nun insgesamt 3.500 Mitarbeiter an verschiedenen Standorten in Nordrhein-Westfalen, vornehmlich im Oberbergischen Kreis östlich von Köln. Die ISE-Werke produzieren Bauteile für die Automobilindustrie. Seagon konnte in dieser Branche, etwa durch seine Verwaltertätigkeit bei der niedersächsischen Engelmann-Gruppe (JUVE 02/06), in den vergangenen Jahren nützliche Kontakte aufbauen.++++++Zwei Insolvenzverwalter von Kübler kümmern sich um die Fortführung der Maschinenbau-Gruppe Bräuer, die Ende Dezember Insolvenz angemeldet hatte: Thomas Joswig und Kanzleigründer Dr. Bruno Kübler sind an den Standorten Bensheim (Hessen) beziehungsweise Wilsdruff bei Dresden aktiv, um den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten. Rund 150 Arbeitsplätze sind gefährdet, allerdings hat eine Zwischenfinanzierung durch die Hauptgläubigerin zugunsten der Bräuer-Zentrale in Bensheim die Handlungsfähigkeit dort vorläufig verbessert. Kübler: "Wir stecken zur Zeit in einem Prozess des Auslotens, wie die Interessenlage der potenziellen Investoren aussieht." Von deren Einschätzung hänge es ab, ob die Betriebe gemeinsam vermarktet werden können.+++

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Der US-Finanzinvestor Strategic Value Partners (SVP) hat den oberfränkischen Geschenkartikelhersteller Nici erworben. Veräußerer war der Insolvenzverwalter des Unternehmens, Dr. Michael Jaffé. Nici hatte unter anderem das WM-Maskottchen Goleo in Lizenz hergestellt. Nici hat etwa 500 Mitarbeiter, die übernommen werden sollen, und ist über Vertriebspartner in über 50 Ländern vertreten. Das Unternehmen betreibt 30 Nici-Shops in Deutschland und sechs in Asien. Nach Medienberichten beläuft sich der Umsatz von Nici für das Geschäftsjahr 2005 nach bisherigen Schätzungen nicht wie zunächst angegeben auf 155 Millionen Euro, sondern auf deutlich unter 100 Millionen Euro.

Als Insolvenzkanzlei gut positioniert, in der allgemeinen wirtschaftsrechtlichen Beratung mit gewissem Nachholbedarf: Aus dieser strategischen Beurteilung heraus haben die fünf Partner von Bruno Fraas & Partner in Würzburg ihre Kanzlei neu ausgerichtet und in BFP Wirtschaftssozietät umbenannt.„Der Beratungsmarkt hat sich in den vergangenen Jahren geändert“, erklärte Bruno Fraas. „Deshalb machen wir jetzt ein Komplettangebot aus Recht, Wirtschaft und Steuern, das den Bedürfnissen der Mandanten entspricht und das die Region insgesamt stärkt.“

Gleich zwei Insolvenzverwalter hat das Amtsgericht Darmstadt für die Rüsselsheimer Meffert-Gruppe installiert, die Mitte November einen Insolvenzantrag gestellt hatte. Um das rund 1.800 Beschäftigte zählende Unternehmen kümmern sich Dr. Jan Plathner von Brinkmann & Partner sowie Tobias Hoefer von Hack Hoefer. Die Meffert-Gruppe besteht aus zwölf Gesellschaften, die an mehreren westdeutschen Standorten diverse Outsourcing-Dienste anbietet. Auslöser der Krise war nach Angaben der Verwalter ein verlorener Großauftrag von Opel. Die Zuversicht der Insolvenzverwalter, dass es zumindest „einige im Kern gesunde Bereiche gibt, die dauerhaft fortgeführt werden können“, kontrastiert mit in der Lokalpresse kolportierten Gerüchten über wegbrechende Aufträge. Plathner und Hoefer hingegen hoffen, die Gruppe insgesamt verkaufen zu können und prüfen die Angebote von Kaufinteressenten, die unter anderem per Zeitungsannonce gesucht wurden. +++

Die BenQ-Insolvenz beschert der Pluta Rechtsanwalts-GmbH noch mehr Arbeit. Dr. Martin Prager, Ende September vom Amtsgericht München zum Verwalter der BenQ Mobile bestellt, wurde eine Woche später auch die Zuständigkeit für die ebenfalls insolventen Gesellschaften BenQ Wireless und BenQ Mobile Management übertragen. Pragers Partner Michael Pluta wurde gleichzeitig vorläufiger Insolvenzverwalter der BenQ-Tochtergesellschaft Inservio. Die BenQ-Manager hatten im Sommer 2006 den Kundenservice in die Inservio GmbH ausgegliedert und begonnen, einen Käufer zu suchen. Presseberichten zufolge verlieren zunächst 160 von 260 Inservio-Mitarbeitern ihren Arbeitsplatz. +++

Wechsel in Hamburg

Christian Schliemann, Gründungspartner der Bau- und Vergaberechtsboutique Leinemann & Partner, hat zum Oktober das Hamburger Büro der Kanzlei verlassen und sich der renommierten Insolvenzkanzlei Brinkmann & Partner angeschlossen. Schliemann hatte im Jahr 2000 Leinemann in Berlin mitgegründet, wechselte aber wenig später nach Hamburg, um dort einen neuen Standort aufzubauen. Im Markt war das Hamburger Büro aber nie so präsent wie das in Berlin.

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Das Amtsgericht München hat am vergangenen Freitag das vorläufige Insolvenzverfahren über die BenQ Mobile GmbH & Co. KG eröffnet. Betroffen sind rund 3.000 Mitarbeiter, knapp die Hälfte in München, die anderen an Produktionsstandorten in Nordrhein-Westfalen.

Als fünften Standort hat die bisher vor allem in den neuen Bundesländern und Berlin tätige Insolvenzverwalterkanzlei Voigt & Scheid ein Büro in Weinheim eröffnet.In Weinheim im Rhein-Neckar-Kreis arbeitet jetzt Dr. Mark Schüssler (36), der zuvor im Leipziger Büro von Voigt & Scheid tätig war. Das Amtsgericht Heidelberg hat bereits erste Verfahren an Schüssler übertragen.

Rolf Otto Neukirchen von der Essener Kanzlei Dr. Schulz und Sozien - Dr. Tegtmeyer & Kollegen ist vorläufiger Insolvenzverwalter des Geldtransport-Unternehmens Arnolds. Wie beim Wettbewerber Heros aus Hannover, der Anfang des Jahres insolvent geworden war, dann verkauft wurde und als SecurLog wieder am Markt ist, scheint bei Arnolds kriminelles Gebahren von Firmenverantwortlichen die Krise ausgelöst zu haben. Die Staatsanwaltschaft Essen ermittelt wegen Unterschlagung von rund 18,5 Millionen Euro gegen drei Gesellschafter. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi ist eine Fortführung des Geschäftsbetriebs nicht sicher, über 2.000 Arbeitsplätze sind betroffen. Ein erster möglicher Investor, die Düsseldorfer Klüh-Gruppe, winkte Anfang September ab. +++