Insolvenzen

Paukenschlag im Insolvenzrecht

Anfang September haben sich die beiden renommierten Insolvenzkanzleien Leonhardt & Partner aus Berlin sowie Dithmar Westhelle Assenmacher Zwingmann & Partner aus Kassel zusammengeschlossen. Der Name der neuen Kanzlei ist Leonhardt Westhelle & Partner.Mit 16 Insolvenzverwaltern und insgesamt 230 Mitarbeitern entsteht die nach Anzahl der Verfahren viertgrößte deutsche Insolvenzrechtssozietät. Alle 13 bestehenden Standorte der beiden Kanzleien bleiben erhalten.

„Wertpapiere mit einmaligen Konditionen“ waren die Inhaber-Teilschuldverschreibungen der Wohnungsbaugesellschaft Leipzig-West (WBG) laut Eigenwerbung – so einmalig, dass die WBG im Juni Insolvenz anmelden musste. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Lucas Flöther von Feigl & Partner bestellt, der übrigens an der Universität Halle Praktikerseminare zum Insolvenzrecht veranstaltet. Dort kann er demnächst über die Aufarbeitung eines Falles mit 44.000 geprellten Anlegern und einem Schuldenberg von 290 Millionen Euro berichten. Die 120 Mitarbeiter der WBG werden vorerst weiter beschäftigt.+++

Insolvenzrecht

Der renommierte Rechtswissenschaftler und Berliner Hochschullehrer Prof. Dr. Christoph Paulus verstärkt seit Anfang Juli als of Counsel die Insolvenzrechtskanzlei Schultze & Braun.Paulus soll als Berater in der neunköpfigen internationalen Abteilung von Schultze & Braun seine langjährige Erfahrung in grenzüberschreitenden insolvenzrechtlichen Fragen einbringen. "Wir reagieren damit auf den wachsenden Markt von internationalen Konzerninsolvenzen", sagte Annerose Tashiro, die den Bereich seit Anfang 2005 leitet.

London

Der Sanierungsexperte Nick Segal (50), Partner von Davis Polk & Wardwell in New York, verstärkt ab Mitte August die Londoner Restrukturierungsgruppe von Freshfields Bruckhaus Deringer.Segal kam vor drei Jahren zu Davis Polk, der amerikanischen Best-Friend-Kanzlei von Hengeler Mueller. Zuvor war er bereits 15 Jahre in dem Londoner Sanierungsteam von Allen & Overy in London tätig.

Insolvenzrecht

Der Insolvenzverwalter Stefan Rieger (41) scheidet Ende Juni aus der Frankfurter Kanzlei Bernsau Rieger Lautenbach aus. Diese firmiert fortan als Bernsau & Lautenbach. Das genaue Ziel Riegers ist nicht bekannt, für eine Stellungnahme war er bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen. Der Verwalter wird vornehmlich in Offenbach sowie an weiteren Gerichten im Großraum Frankfurt bestellt.

Der Kölner Verwalter Dr. Christoph Niering von Niering Insolvenzverwaltungen beschäftigt sich seit April mit der Investorensuche für die insolvente CBB Holding AG. Die börsennotierte Immobiliengesellschaft wurde bereits 1850 als Concordia Bergbau-AG gegründet. Nach diversen Eigentümer- und Strategiewechseln ging ihr jetzt sprichwörtlich die Kohle aus: Mieter für die Büroflächen und Wohnungen sind rar – bis zu 80 Prozent stehen leer. Allerdings ist die finanzielle Schieflage nicht nur die Folge einer verfehlten Einkaufspolitik, sondern auch auf die zurückliegende Insolvenz der Unifina Holding AG zurückzuführen, die zur ebenfalls insolventen Gruppe der Schweizer Unternehmerfamilie Erb gehörte und Hauptaktionärin der CBB war. Schweizer Liquidator ist Dr. Fritz Rothenbühler von der Kanzlei Wenger Plattner.

Der Emsdettener Rechtsanwalt und Notar Norbert Kruse aus der Kanzlei €Alpmann Fröhlich€ ist vom Amtsgericht Münster zum Insolvenzverwalter der Ibena Textilwerke bestellt worden.Ibena mit Stammsitz in Bocholt stellt sowohl Heimtextilien für namhafte Marken wie s.Oliver und Bugatti als auch technische Textilien her, die zum Beispiel für den Bezug von Autositzen verwendet werden. Gefertigt wird nur noch am Standort Rhede, nachdem das Unternehmen bereits vor einigen Jahren vorübergehend in die Krise geraten war und die Produktion in Bocholt aufgegeben hatte. Das erste Quartal 2006 hat jetzt zu geringe Umsätze gebracht, und der Geschäftsführung gelang es nicht, die Banken zu weiteren Krediten zu bewegen, die zur Erhaltung der Liquidität erforderlich gewesen wären.

  Juve Plus Goleo-Hersteller insolvent

Der Spielzeughersteller Nici, der unter anderem das WM-Maskottchen Goleo in Lizenz herstellt, hat am 16. Mai beim Amtsgericht Coburg Insolvenz angemeldet. Bereits zwei Tage später durchsuchte die Staatsanwaltschaft Hof die Geschäftsräume. Seit dem 20. Mai sitzt der Firmengründer Ottmar Pfaff in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft Hof wirft ihm Betrug in besonders schwerem Fall vor. Er soll Forderungen aus Scheingeschäften verkauft haben. So soll er im Verlauf der vergangenen sechs Jahre insgesamt gut 40 Millionen Euro kassiert haben.

  Juve Plus

Im Zuge einer bilanziellen Restrukturierung haben die Investoren Deutsche Bank London und MHB-Bank/Lone Star eine Aktienmehrheit von 63,9 Prozent am Zubehörspezialisten Vivanco Gruppe AG gekauft. Dabei erwarben die Investoren von den bisherigen Hauptgläubigern sowie Mezzaninegläubigern in einem ersten Schritt anteilig Forderungen in Höhe von 112,4 Millionen Euro. Die bisher bestehenden Immobilienleasingverträge wurden aufgehoben.

Neuer Partner in München

Heuking Kühn Lüer Wojtek hat sich in München mit einem neuen Partner verstärkt: Der Gesellschafts-, Insolvenz- und Bankrechtler Dr. Georg Streit (38) kam zum Mai von Grub Brugger & Partner. Streit war seit Anfang 2004 im Münchner Büro der fusionierten Insolvenzkanzlei Wellensiek Grub & Partner tätig und nach deren Auflösung im Februar 2005 bei dem Grub-Teil geblieben. Vor seinem Wechsel zu Wellensiek hatte der Anwalt unter anderem als Partner das Mannheimer Büro von EY Law Luther Menold (heute Luther) mitaufgebaut und geleitet.

  Juve Plus

Die Käfer Verwaltungs- und Beteiligungs KG hat ihr Feinkost Käfer Lizenzgeschäft neu geordnet. Die neu gegründete BMG Brand Management GmbH erhielt das Recht, das Markenlizenzgeschäft für die Marke Käfer zu führen. Gehalten werden die Marken von der Käfer Lizenz GmbH, für die BMG nun die Lizenzziele festlegt und zudem Unterstützung bei der Dachmarkenführung und der Gewinnung neuer Lizenzpartner bietet. Gleichzeitig stellt BMG auch Managementleistungen für die Käfer Lizenz zur Verfügung. Gegründet wurde BMG vom ehemaligen Geschäftsführer der Käfer Lizenz, der im Zuge dessen seinen 49-prozentigen Anteil an Käfer Lizenz an das Käfer Stammhaus verkauft hatte. Unter dem Markennamen Käfer werden derzeit über 115 Produkte vermarktet, der Einzelhandelsumsatz lag im letzten Jahr bei 50 Millionen Euro.