Insolvenzen

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Die Airdata AG erhält die Wireless Local Loop-Frequenz (WLL) des insolventen WLL-Betreibers Callino. Darüber einigten sich nach mehrjährigem Rechtsstreit vor dem Verwaltungsgericht Köln Airdate und die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP). Callino waren Ende 2000 die für zahlreiche deutsche Regionen ausgeschriebenen WLL-Frequenzen zugesprochen worden. Nach der Insolvenz hatte daraufhin die RegTP den Widerruf der Frequenzen gegenüber Callino angestrebt. Vertreter Airdata

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Die Hüttenes-Albertus Chemische Werke haben sich im Rahmen ihrer Restrukturierungsmaßnahmen von ihrer Tochtergesellschaft Hüttenes-Albertus Lackrohstoff (HAL) getrennt. Käufer ist der niederländische Anbieter von Industrieharzen DSM Coating Resins. Auf längere Sicht sollen die Aktivitäten von HAL auf die Standorte von DSM Coating Resins verlagert werden. Zwischenzeitlich wird HAL die Produkte von DSM herstellen. Berater Hüttenes-Albertus Chemische Werke

  Juve Plus Bundesverfassungsgericht

Seit Jahren haben Insolvenzverwalter dieses Urteil des Bundesverfassungsgerichts mit Spannung erwartet: Künftig müssen die Insolvenzgerichte nachvollziehbare, überprüfbare Kriterien für die Vorauswahl von Insolvenzverwaltern aufstellen. Zur gerichtlichen Überprüfbarkeit der Bestellung im konkreten Insolvenz-Fall hat sich das Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil allerdings nicht explizit geäußert. Die Entscheidung über zwei Verfassungsbeschwerden, die am 3. August fiel, gilt also zunächst als ein Etappensieg für die Insolvenzverwalterszene.

Kübler und Hardraht

Der ehemalige sächsische Innenminister Klaus Hardraht hat die Insolvenzrechts-Kanzlei Kübler nach zwei Jahren wieder verlassen. Hardraht war im August 2002 nach dem Ende seiner politischen Laufbahn zu Kübler gestoßen und wurde Teil des neu geschaffenen, vierköpfigen Führungsgremiums der Sozietät. Von Kübler hieß es, man trenne sich "in freundschaftlichem Einvernehmen", weil sich Hardraht "anderen Aufgaben widmen" wolle.

Die, die Hilfe geben, brauchen jetzt selber Unterstützung. Und das nicht zum ersten Mal. Denn mit dem €Kreisverband Berlin-Nordost des Deutschen Rotes Kreuzes€ ist in Berlin bereits der dritte von zehn Kreisverbänden des DRK insolvent geworden. "Ursache für die finanzielle Misere beim DRK sind zum Großteil die hohen Pensionsverpflichtungen für die Rentner", sagte der kaufmännische Leiter des Landesverbandes. Das Problem: Vom Landesverband hatten die Kreisverbände nach ihrer Gründung 1998 viele Mitarbeiter übernommen - und 2001 meldete der Landesverband ebenfalls Insolvenz an.++++ Die 35 festen Mitarbeiter und 260 Ehrenamtlichen des aktuellen Sanierungsfalls DRK Kreisverband Berlin Nord-Ost sind jedoch in erfahrenen Händen. Zum vorläufigen Verwalter durch das Berliner Amtsgericht wurde Joachim Voigt bestellt. Der Namenspartner der in vielen Teilen Ostdeutschlands aktiven Kanzlei Voigt & Scheid verwaltet seit 1999 auch schon den Berliner DRK-Verband Schöneberg-Wilmersdorf und seit 2003 den Verband Neukölln-Treptow. Voigts Mitarbeiter Dr. Lars Gerke gab sich gegenüber der Zeitung 'Die Welt' hinsichtlich der drei Fälle optimistisch. Die Sanierung in Schöneberg-Wilmersdorf sei fast abgeschlossen und in Neukölln seien erste Maßnahmen wie der Umzug einer Sozialstation bereits erfolgreich gelaufen. ++++

  Juve Plus Bouvier-Gonski unter der Haube

Die seit rund einem Jahr in der Insolvenz fortgeführte Buchhandelskette Bouvier-Gonski ist verkauft worden. Gegen die zwei weiteren Bieter Buch & Kunst (Dresden) und Mayersche Buchhandlung (Aachen) setzte sich Ende Juni die Thalia-Buchhandelsgruppe durch.Das Tochterunternehmen des Hagener Parfümeriekonzerns Douglas verpflichtete sich, alle neun noch bestehenden Bouvier-Gonski-Filialen zu übernehmen. Diese Gesamtlösung hat letztlich den Ausschlag dafür gegeben, dass sich der Gläubigerausschuss und die Arbeitnehmerschaft für Thalia entschieden haben, teilte der Insolvenzverwalter mit. (Jörn Poppelbaum)

Zweiter Mann im Norden

Uwe Kuhmann hat sich zum Juli selbstständig gemacht. Der hoch angesehene Bremer Insolvenzverwalter von Schultze & Braun ist bereits der zweite aus der Nordriege, der die Insolvenz-Großkanzlei verlässt.Zuvor war im Januar Dr. Dirk Rüffert ausgeschieden. Der 44-Jährige, hatte sich ebenfalls in eigener Praxis niedergelassen. 2003 war Rüffert laut dem Branchenverlag 'rws' der am häufigsten bestellte Verwalter von Schultze & Braun in Niedersachsen.

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Die Alexander Falk Holding (AFH) hat die Wertpapierhandelsbank Hornblower Fischer an eine schweizerische Unternehmensgruppe unter Führung der redsafe-Bank verkauft. Die Bank, die seit Sommer 2003 in der vorläufigen Insolvenz ist, soll künftig mit neuem Geschäft ausgestattet werden. Dazu übernahmen die Erwerber die deutschen und luxemburgischen Büros des US-Finanzdiesntleisters Prudential-Bache International. Deren Geschäft soll künftig unter dem Namen der Traditionsbank Hornblower fortgeführt werden. Dem Vernehmen nach, hatte die AFH den Prudential-Erwerb bereits vor Insolvenz beabsichtigt. Berater Alexander Falk Holding

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Der Kamera-Hersteller Concord Camera GmbH, eine Tochter der Concord Camera Corp., hat die Jenimage Europe GmbH erworben. Veräußerer war Wolfgang Illig, Insolvenzverwalter des Unternehmens 4MBO International Electronic AG, der Mutter von Jenimage. Teil der Transaktion war auch der Erwerb der Jenimage UK Ltd. Der Kaufpreis betrug 11,25 Millionen Euro. Jenimage Europe mit Sitz in Jena vertreibt digitale Kameras und Zubehör. Berater Concord Camera

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In wirtschaftlicher Hinsicht sind wir bei JUVE meistens glücklich. Denn wenn an dieser Stelle Monat für Monat über insolvente Unternehmen und deren Verwalter geschrieben wird, erfahren wir von den Fällen meistens aus der Zeitung. Diesmal war es anders. Ein Tipp aus der Szene brachte uns erstens dazu, einmal in Frankfurt bei Dr. Georg Bernsau (Bernsau Rieger Lautenbach) anzuklingeln, und der Anruf brachte uns zweitens Gewissheit: Der Personaldienstleister Hudson Global Ressources GmbH hat im April beim Amtsgericht Frankfurt Insolvenz angemeldet. Fahler Beigeschmack: Hudson vermittelt auch Juristen und ist einer unserer Anzeigenkunden. Das Unternehmen steht noch mit einem fünfstelligen Eurobetrag bei uns in der Kreide. Doch der vorläufige Verwalter Georg Bernsau (Bernsau Rieger Lautenbach) aus Frankfurt, ein Spezialist für internationale Insolvenzfälle, gibt leichte Entwarnung. Zahlungsunfähig sei nur die deutsche Tochter (die übrigens von dem ehemaligen Haarmann Hemmelrath-Partner Dr. Hans-Joachim Fritz geleitet wird). Die englische Mutter und die amerikanische Großmutter in diesem gesellschaftsrechtlich ziemlich kompliziert verflochtenen Unternehmen würden weiter erfolgreich arbeiten. Und die Verträge seien in der Weise verfasst, dass man möglicherweise auf das Gesamtunternehmen zurückgreifen könnte. Das freut uns und vielleicht auch die 75 Arbeitnehmer, die in Frankfurt, München, Hamburg und Köln beschäftigt sind. Was Bernsau jetzt vorhat? Er will die verschiedenen Geschäftsfelder des Vermittlers in Einzelgesellschaften aufteilen und dann die Fortführung jeweils per übertragender Sanierung sichern. Vielleicht haben wir dann ja bald auch wieder einen Anzeigenkunden aus dem Legal-Recruitment-Segment mehr – und wir bleiben glücklich, wenigstens in wirtschaftlicher Hinsicht. Bernsau, übernehmen Sie!++++ Schon lange und geradezu Film(titel)reif einen Betrieb übernommen hat in Berlin Rolf Rattunde. Der wichtige Hauptstadtverwalter aus der wichtigsten Hauptstadtverwalterkanzlei Leonhardt & Partner leitet seit Anfang April die Geschicke bei der Senator Entertainment AG. Der Filmproduzent mit rund 70 Mitarbeitern hat trotz Kassenknüllern wie „Das Wunder von Bern“, „Good Bye Lenin“ oder „Comedian Harmonists“ zusammen mit drei Tochtergesellschaften rund 200 Millionen Euro Schulden angehäuft. Rattunde präsentierte in Windeseile einen Rettungsplan: Er will auf einer Hauptversammlung einen Kapitalschnitt bei dem Unternehmen vornehmen zu lassen, um einen möglichen zukünftigen Investor aufzunehmen. Das Kapital würde herabgesetzt und anschließend für die Muttergesellschaft erhöht. So könnten die Tochtergesellschaften aus der Insolvenz entlassen werden. In einem anschließenden Insolvenzplan würden diverse weitere Forderungen bereinigt. Stichwort Insolvenzplan: Dieses Instrument, das in Deutschland noch nicht allzu häufig eingesetzt wurde, steht – wie auch zum Beispiel die Eigenverwaltung – für die Möglichkeiten der neuen Insolvenzordnung. Und wie es der Zufall so will, hat sich Rattundes Berliner Kanzlei in der erfolgreichen Etablierung von derlei Plänen einen guten Ruf geschaffen. Der bei der Herlitz AG von Namenspartner Peter Leonhardt verwendete Insolvenzplan (JUVE 05/02) gilt bundesweit als Musterbeispiel zur Grundlage der effektiven Sanierung einer Aktiengesellschaft. ++++

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Wer zu Marktpreisen Anlagevermögen eines insolventen Unternehmens erwirbt, muss künftig nicht mehr befürchten, später zur Rückzahlung von Beihilfen herangezogen zu werden, die dem zahlungsunfähigen Unternehmen zuvor zugeflossen sind. Das hat der Europäische Gerichtshof am 29. April entschieden und damit eine Entscheidung der EU-Kommission zur Rückforderung von Beihilfen aufgehoben.