Insolvenzen

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Die Alexander Falk Holding (AFH) hat die Wertpapierhandelsbank Hornblower Fischer an eine schweizerische Unternehmensgruppe unter Führung der redsafe-Bank verkauft. Die Bank, die seit Sommer 2003 in der vorläufigen Insolvenz ist, soll künftig mit neuem Geschäft ausgestattet werden. Dazu übernahmen die Erwerber die deutschen und luxemburgischen Büros des US-Finanzdiesntleisters Prudential-Bache International. Deren Geschäft soll künftig unter dem Namen der Traditionsbank Hornblower fortgeführt werden. Dem Vernehmen nach, hatte die AFH den Prudential-Erwerb bereits vor Insolvenz beabsichtigt. Berater Alexander Falk Holding

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Der Kamera-Hersteller Concord Camera GmbH, eine Tochter der Concord Camera Corp., hat die Jenimage Europe GmbH erworben. Veräußerer war Wolfgang Illig, Insolvenzverwalter des Unternehmens 4MBO International Electronic AG, der Mutter von Jenimage. Teil der Transaktion war auch der Erwerb der Jenimage UK Ltd. Der Kaufpreis betrug 11,25 Millionen Euro. Jenimage Europe mit Sitz in Jena vertreibt digitale Kameras und Zubehör. Berater Concord Camera

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In wirtschaftlicher Hinsicht sind wir bei JUVE meistens glücklich. Denn wenn an dieser Stelle Monat für Monat über insolvente Unternehmen und deren Verwalter geschrieben wird, erfahren wir von den Fällen meistens aus der Zeitung. Diesmal war es anders. Ein Tipp aus der Szene brachte uns erstens dazu, einmal in Frankfurt bei Dr. Georg Bernsau (Bernsau Rieger Lautenbach) anzuklingeln, und der Anruf brachte uns zweitens Gewissheit: Der Personaldienstleister Hudson Global Ressources GmbH hat im April beim Amtsgericht Frankfurt Insolvenz angemeldet. Fahler Beigeschmack: Hudson vermittelt auch Juristen und ist einer unserer Anzeigenkunden. Das Unternehmen steht noch mit einem fünfstelligen Eurobetrag bei uns in der Kreide. Doch der vorläufige Verwalter Georg Bernsau (Bernsau Rieger Lautenbach) aus Frankfurt, ein Spezialist für internationale Insolvenzfälle, gibt leichte Entwarnung. Zahlungsunfähig sei nur die deutsche Tochter (die übrigens von dem ehemaligen Haarmann Hemmelrath-Partner Dr. Hans-Joachim Fritz geleitet wird). Die englische Mutter und die amerikanische Großmutter in diesem gesellschaftsrechtlich ziemlich kompliziert verflochtenen Unternehmen würden weiter erfolgreich arbeiten. Und die Verträge seien in der Weise verfasst, dass man möglicherweise auf das Gesamtunternehmen zurückgreifen könnte. Das freut uns und vielleicht auch die 75 Arbeitnehmer, die in Frankfurt, München, Hamburg und Köln beschäftigt sind. Was Bernsau jetzt vorhat? Er will die verschiedenen Geschäftsfelder des Vermittlers in Einzelgesellschaften aufteilen und dann die Fortführung jeweils per übertragender Sanierung sichern. Vielleicht haben wir dann ja bald auch wieder einen Anzeigenkunden aus dem Legal-Recruitment-Segment mehr – und wir bleiben glücklich, wenigstens in wirtschaftlicher Hinsicht. Bernsau, übernehmen Sie!++++ Schon lange und geradezu Film(titel)reif einen Betrieb übernommen hat in Berlin Rolf Rattunde. Der wichtige Hauptstadtverwalter aus der wichtigsten Hauptstadtverwalterkanzlei Leonhardt & Partner leitet seit Anfang April die Geschicke bei der Senator Entertainment AG. Der Filmproduzent mit rund 70 Mitarbeitern hat trotz Kassenknüllern wie „Das Wunder von Bern“, „Good Bye Lenin“ oder „Comedian Harmonists“ zusammen mit drei Tochtergesellschaften rund 200 Millionen Euro Schulden angehäuft. Rattunde präsentierte in Windeseile einen Rettungsplan: Er will auf einer Hauptversammlung einen Kapitalschnitt bei dem Unternehmen vornehmen zu lassen, um einen möglichen zukünftigen Investor aufzunehmen. Das Kapital würde herabgesetzt und anschließend für die Muttergesellschaft erhöht. So könnten die Tochtergesellschaften aus der Insolvenz entlassen werden. In einem anschließenden Insolvenzplan würden diverse weitere Forderungen bereinigt. Stichwort Insolvenzplan: Dieses Instrument, das in Deutschland noch nicht allzu häufig eingesetzt wurde, steht – wie auch zum Beispiel die Eigenverwaltung – für die Möglichkeiten der neuen Insolvenzordnung. Und wie es der Zufall so will, hat sich Rattundes Berliner Kanzlei in der erfolgreichen Etablierung von derlei Plänen einen guten Ruf geschaffen. Der bei der Herlitz AG von Namenspartner Peter Leonhardt verwendete Insolvenzplan (JUVE 05/02) gilt bundesweit als Musterbeispiel zur Grundlage der effektiven Sanierung einer Aktiengesellschaft. ++++

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Wer zu Marktpreisen Anlagevermögen eines insolventen Unternehmens erwirbt, muss künftig nicht mehr befürchten, später zur Rückzahlung von Beihilfen herangezogen zu werden, die dem zahlungsunfähigen Unternehmen zuvor zugeflossen sind. Das hat der Europäische Gerichtshof am 29. April entschieden und damit eine Entscheidung der EU-Kommission zur Rückforderung von Beihilfen aufgehoben.

Für seine Sanierung hat der einstige Skandalkonzern WorldCom, der heute als MCI firmiert, allein rund 800 Millionen Dollar für Berater ausgegeben. Das meldete das US-Anwaltsblatt 'New York Law Journal' unter Berufung auf Unternehmensangaben. Allein Weil, Gotshal & Manges habe als Hauptkanzlei in dem zweijährigen Insolvenzverfahren über 35 Millionen Dollar an Honoraren und Spesen abgerechnet. Insgesamt sei ein Dutzend Kanzleien im Einsatz gewesen und habe weitere Millionenbeträge kassiert. Mehrere zehn Millionen Dollar seien außerdem an die Wirtschaftsprüfer von KPMG und PwC gegangen.Unter dem damaligen Namen WorldCom hatte der zweitgrößte Fernsprechanbieter nach AT&T vor zwei Jahren einen der größten Bilanzskandale der amerikanischen Firmengeschichte zu verantworten. Nach einem komplizierten Chapter 11-Insolvenzverfahren präsentierte sich WorldCom Ende April mit neuer Führung und dem neuem Namen MCI als saniert.

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Die Bochumer GEA-Gruppe, ein Tochterunternehmen der mg technologies, hat den Anlagenhersteller Diessel übernommen. Diessel, die im vergangenen Herbst Insolvenz angemeldet hat, hatte bereits im vierten Quartal 2003 einige Großaufträge akquirieren können. Für das laufende Jahr erwartet die neue Muttergesellschaft einen Umsatz von 33 Millionen Euro. Berater GEA-Gruppe

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Die Kölner Staatsanwaltschaft hat wegen Insolvenzverschleppung vor dem Amtsgericht Köln Anklage gegen den ehemaligen Verleger Ludwig Könemann und zwei weitere Geschäftsführer erhoben. Der in den 1990er Jahren als rasanter Aufsteiger geltende Buchverleger meldete für seine Verlagsgesellschaft im Dezember 2001 Insolvenz an, nachdem die Bayerische Landesbank die Kredite gekündigt hatte. Nach Ansicht der Ermittler war das Unternehmen jedoch bereits im März des Jahres überschuldet. Die Verteidiger hingegegen meinen, die Anklagebehörde bewerte die zum fraglichen Zeitraum vorhandenen Buchbestände falsch. Verteidiger Könemann

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Rund drei Jahre nach der Insolvenz der Kinowelt AG muss sich seit Mitte April der Ex-Vorstandsvorsitzende Michael Kölmel vor dem Münchner Landgericht wegen Betrugs, Insolvenzverschleppung und anderer Delikte verantworten. Vorgeworfen wird ihm, rund 20 Millionen Euro aus der Kinowelt auf Konten seiner Firma Sportwelt umgeleitet und so den Aktionären und Gläubigern entzogen zu haben. Kölmel übernahm später mit Hilfe der Sparkasse Leipzig wesentliche Unternehmensteile aus der Insolvenz und gründete im Osten die Kinowelt GmbH. Zugleich ist er auch einer der wesentlichen Investoren des dortigen WM-Stadionbaus, das zugleich dem - ebenfalls insolventen - VfB Leipzig wieder Auftrieb geben soll. Ein Urteil wird nicht vor Ende Juli erwartet. Verteidiger Michael Kölmel

Latham in Bewegung

Nachdem Latham & Watkins erst vor kurzem ein Bankrechtsteam von Skadden, Arps, Slate, Meagher & Flom angeheuert hatte (JUVE 05/04), hat die Kanzlei im April in den USA zwei weitere Quereinsteiger gewinnen können: In New York wechselte der Insolvenzrechtler Mitchell Seider (43) von der angesehenen Kanzlei Kramer Levin Naftalis & Frankel. Im Sillicon Valley kam der Technologie- und IP-Spezialist Glenn Nash (39) von der Westküstenkanzlei Cooley Godward.Der Insolvenzexperte Seider ist spezialisiert auf die Beratung von Gläubigerausschüssen, auf die Betreuung von Unternehmen in Chapter-11-Verfahren und auf außergerichtliche Restrukturierungen. Bevor er 2001 Partner bei der als sehr profitabel geltenden New Yorker Kanzlei Kramer Levin wurde, war er bei Sheinfeld, Maley & Kay in Houston tätig gewesen. Latham stärkt mit dem neuen Partner wieder ihre New Yorker Insolvenzrechtspraxis, nachdem man im vergangenen September den Verlust von Martin Flics an Linklaters verkraften musste(JUVE 11/03).

Neue Kanzlei auf Wachstumskurs

Der Rechtsanwalt und Notar Dr. Axel Hofmann (61) verstärkt seit Anfang Mai die erst vor kurzem entstandene Kanzlei Salger Rechtsanwälte in Frankfurt. Bislang war Hofmann Partner bei Coudert Brothers. Er ist vorwiegend im Gesellschafts- und Insolvenzrecht tätig. Zeitgleich mit Hofmann wechselte Dr. Regine Schunda (36) zu Salger. Die Gesellschaftsrechtlerin war bis dahin Associate in der Frankfurter Lovells-Niederlassung.

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Die Basketballbundesliga entwickelt sich zu einer Pleite-Liga. Nachdem im Dezember der Traditionsklub Brandt Hagen Insolvenz beantragt hatte, traf es Mitte März den €Mitteldeutschen BC€ (MBC) aus dem sachsen-anhaltinischen Weißwasser. Ironie des Schicksals: Dem wirtschaftlichen Niedergang steht ein sportlicher Höhenflug gegenüber. Als zweiter deutscher Basketballverein überhaupt konnte der MBC einen europäischen Vereinswettbewerb gewinnen, den IBA Europe Cup. Anders als in Hagen blieb die komplette Mannschaft, inklusiv dem Coach und ehemaligen Bundestrainer Henrik Dettmann auch nach dem Insolvenzantrag in Weißwasser. Eigentlich eine gute Perspektive, um auch im nächsten Jahr Erstligabasketball in der Region um Halle herum zu erleben, wenn...++++ ... ja, wenn die Funktionäre nicht wären. Erst wollte Otto Reintjes, der Geschäftsführer der Basketball-Bundesliga GmbH - der im basketballdeutsch auch Commissioner heißt - den MBC sofort vom Spielbetrieb ausschließen. Dies konnte der vorläufige Insolvenzverwalter, der Kübler-Partner aus Halle, Dr. Dieter Kühne nur mit einer beim Landgericht Köln beantragten einsweiligen Verfügung verhindern. Er sicherte damit dem Verein die Zugehörigkeit zur ersten Liga zunächst bis zum 30. April. Doch das genügt nicht. Denn wenn der Verein vor Ablauf der Saison am 31. Juli seine Lizenz verliert, triit die Kündigung des Teilnahmerechtsvertrags in Kraft und der MBC steht neben Brandt Hagen als zweiter Absteiger fest. "Damit hätten wir die sportlichen Kriterien für die Beantragung einer Bundesligalizenz zur neuen Saison nicht erfüllt", sagt Kühne. Er bereitet sich daher auf die Hauptverhandlung beim Schiedsgericht vor - "da ist man nicht so häufig" -, um die sportlichen Voraussetzungen noch zu schaffen. Hinzu kommen müssen natürlich noch wirtschaftliche Kriterien. Doch anders als im Basketball ist der Insolvenzexperte hier Profi. Er versucht über eine Auffanglösung die Lizenz für die nächste Saison zu erhalten und hat auch schon einen Business-Plan in der Schublade. Dieser sieht einerseits Einsparungen für den Vereinsbetrieb vor, andererseits setzt er auf die Beteiligung der regionalen Wirtschaft als Sponsoren. Mit dem MBC identifiziere sich die ganze Region, so Kühne, so dass der Verein auch einen positiven Standortfaktor bilde. ++++